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Mit 2 Kleinkindern und einem Oldtimer auf einer Reise ohne Ziel

Von Andrea Endt, 03. November 2023, 09:19 Uhr
Stellplätze für ihr altes Wohnmobil fand die Familie oft mitten in der Natur. Die Kinder hatten viel Platz, um zu spielen und sich auszutoben. Bild: Bauer

Mit seinen zwei kleinen Kindern begab sich ein Paar aus Ohlsdorf auf eine dreimonatige Wohnmobil-Reise.

In 80 Tagen nicht um die Welt, aber einmal quer durch Europa – dieses Abenteuer nahm eine junge Familie aus dem Salzkammergut in Angriff. Mit einem 35 Jahre alten Wohnmobil reisten Bianca Bauer (28) und ihr Partner Max Wimmer (25) im Frühjahr über den Balkan bis zur südlichen Spitze des Peloponnes. Mit dabei auf der 5000 Kilometer langen Fahrt waren die gemeinsamen Kinder Otto (2) und Heidi (1).

Bianca Bauer und Max Wimmer mit ihren Kindern Otto und Heidi Bild: Bauer

„Eine Reise mit einem Camper stand schon immer auf meiner Wunschliste“, sagt die 28-jährige ausgebildete Kindergartenpädagogin und Inhaberin einer Werbeagentur: „Als mein Partner im Frühjahr in Karenz ging, war der beste Zeitpunkt dafür gekommen.“ Auch Süditalien oder Spanien und Portugal standen als Ziele für das Paar zur Auswahl, doch die Entscheidung fiel letztlich auf den Balkan und Griechenland, „weil es dort bessere Plätze zum Freistehen gibt“, wie Bianca erklärt. Das einfache Leben im Hier und Jetzt und kein Urlaub auf teuren Campingplätzen, so sollte ihr Trip aussehen.

Umgebautes Oldtimer-Mobil

Dafür musste zuerst der im Vorjahr günstig erstandene Camper renoviert werden. Den Umbau des Fiat Ducato (Baujahr 1988) nahm der gelernte Schlosser Max selbst in die Hand, kleidete den Innenraum mit Holz neu aus und erneuerte die Elektrik. Anfang März konnte die vierköpfige Familie schließlich ihre Reise antreten, der zuvor nur wenig Planung vorausgegangen war: „Wir hatten keine fertige Route im Kopf. Wir wollten einfach sehen, wo es uns hintreibt.“ Auch in Sachen Gepäck galt: Weniger ist mehr. „Schmutziges Gewand haben wir unterwegs gewaschen, und beim Spielzeug haben wir darauf geachtet, dass es vielseitig eingesetzt werden kann – kleine Töpfe, Figuren, Bausteine, Spielzeugautos und Bücher.“ Was für die Kleinen außerdem nicht fehlen durfte: ein Laufrad für Otto und ein Buggy plus Trage für die jüngere Heidi.

  • Die Route, die die Familie abfuhr:

Zunächst gab allein das Wetter das Tempo vor. Dass sie es im März mit derart kühlen Temperaturen zu tun haben würden, damit hatten die Oberösterreicher nicht gerechnet. Und dass sie vor vielen in der Nebensaison geschlossenen Geschäften und Campingplätzen stehen würden, hatte sie zusätzlich überrascht. Nach Zwischenstopps in Kroatien, Montenegro und Albanien erreichten sie nach sieben Tagen – schneller als geplant – das wärmere Griechenland. „Wir sind anfangs schnell gereist, haben nur ein, zwei Nächte auf demselben Platz verbracht. Für die Kinder war es schwierig, sich immer wieder umzustellen, darum sind wir später länger an einem Ort geblieben“, so die 28-Jährige.

Heidi und Otto genossen die Auszeit mit Mama und Papa. Bild: Bauer

Natur war der Spielplatz

Hauptsächlich steuerte die Familie mit ihrem Wohnmobil menschenleere, verlassene Plätze an einem Strand oder in einem Wald an. Der Tagesablauf habe sich dann ganz nach den Kindern gerichtet, sie konnten nach Herzenslust in der Natur spielen, Sandburgen bauen oder im Wald Käfer beobachten. „Keine Termine zu haben und nur für uns zu sein, das haben wir sehr genossen“, erzählt das Paar, das seit sieben Jahren liiert ist.

„Bei Spaziergängen haben wir viele Einheimische getroffen, die uns sehr nett aufgenommen haben. Einmal lernten wir einen Olivenbauer kennen, der uns gleich eine Flasche Olivenöl schenkte“, Täglich wurde frisch gekocht, wenig Fleisch, meistens mit Gemüse und Lebensmitteln, das auf Märkten oder in lokalen Supermärkten besorgt wurden. „Überhaupt kein Problem“ war in dem engen Camper das Schlafen mit zwei Kleinkindern, das sei man von zuhause gewöhnt, wo man auch gemeinsam im Familienbett übernachte.

Alle packen mit an: Der zweijährige Sohn hilft beim Wäschewaschen. Bild: Bauer

Welcher Ort die Ohlsdorfer besonders beeindruckt hat? „Das war ganz klar der Strand von Elia an der Westküste des Peloponnes. Dort ist mitten in einem Pinienwald ein kleines Aussteiger-Dorf entstanden, und wir haben viele Gleichgesinnte getroffen.“ Zwei Wochen verbrachte die Familie dort – ein Geheimtipp für Wohnmobil-Reisende. Die beeindruckendste der Sehenswürdigkeiten, die man besuchte, war Olympia im Nordwesten der Halbinsel, das aus der Antike stammende Heiligtum des Zeus und einstiger Austragungsort der Olympischen Spiele.

Plötzlich ohne Strom

Auf der langen Reise gab es durchaus Herausforderungen zu meistern. Schon nach einer Woche ließ ein kaputter Wechselrichter die Lichter im Camper ausgehen. Für den Rest der Fahrt musste eine USB-Steckdose als einzige Stromquelle reichen, Kühlschrank, Ofen und Heizung konnten zum Glück mit Gas betrieben werden. „Außer dem Nachtlicht der Kinder hatten wir abends keine Beleuchtung. Da überlegt man, ob man die Reise nicht besser abbrechen sollte. Aber wir haben es auch so geschafft“, erzählt Bianca, die rückblickend froh ist, dass die Stromprobleme ihre Pläne nicht sofort durchkreuzt haben.

Fünf Monate sollte die Reise ursprünglich dauern, nach drei Monaten ging sie dem Ende zu. Der Grund hieß Heimweh. „Unser Sohn fragte immer öfter nach Oma und Opa, und auch Max wollte nicht mehr länger unterwegs sein. Darum entschieden wir, nach Hause zu fahren“, berichtet Bianca. Nach einem einwöchigen Aufenthalt in Korfu nahm die Familie im Hafen von Igoumenitsa die Fähre und kam nach 25 Stunden in Venedig an. Der Maltschacher See in Kärnten war dann der letzte Stopp, bevor Bianca, Max, Otto und Heidi am 22. Mai, nach 82 Tagen, wieder ihre Wohnung in Ohlsdorf betraten. „Vor dem Fernseher liegen oder warm duschen fühlte sich an wie der pure Luxus“, sagt Bianca, die den minimalistischen Lebensstil während ihrer Reise im Camper künftig auch im Alltag daheim leben möchte.

Bildergalerie: Ohlsdorfer Familie auf dreimonatiger Camper-Reise

Ohlsdorfer Familie auf dreimonatiger Camper-Reise
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Die nächste Auszeit

Die Erinnerung an das Reiseabenteuer ist noch allgegenwärtig, besonders der kleine Otto redet häufig noch vom Wohnmobil und den aufregenden Tagen in Griechenland. Ist die nächste Wohnmobil-Tour denn bereits in Planung? „Noch nicht, aber wir möchten auf jeden Fall bald wieder so eine Auszeit nehmen“, sagen Bianca und Max unisono.

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Autorin
Andrea Endt
Online-Redakteurin
Andrea Endt
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14  Kommentare
14  Kommentare
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2020Hallo (4.284 Kommentare)
am 05.11.2023 18:58

Work Life Balance so nennt man das oder? 🤷‍♂️

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Zonne1 (3.640 Kommentare)
am 05.11.2023 12:53

Klingt sehr romantisch

Aber 5000 km. - wieviele Stunden verplempert man da eingesperrt im Fahrzeug?

Und etwa 700 Liter Diesel klingt auch nicht sehr „naturverbundenen „

Das Abenteuer lässt sich doch auch in der Nähe finden!

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am 05.11.2023 12:59

Ist auch eine Version. Leben und leben lassen.

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Gabriel_ (3.440 Kommentare)
am 11.11.2023 10:12

@ZONNE1: "Aber 5000 km. - wieviele Stunden verplempert man da eingesperrt im Fahrzeug?"

Dafür sieht man sehr viel von der Welt und lernt womöglich nette Menschen kennen. Eingsperrt wärst zb in einem Flugzeug, ned im Camper - mehr Freiheit geht fast ned!

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Gabriel_ (3.440 Kommentare)
am 05.11.2023 10:21

Super Sache! Nette Geschichte.

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Bergretter (2.322 Kommentare)
am 05.11.2023 10:20

Gaanz toll. 2-3 monatige Reisen mit dem Wohnwagen zu allen möglichen europäischen Zielen unternehmen wir schon seit 25 Jahren. Aber ich glaube nicht, daß das die Zeitungsleser interessiert. Manchen Leuten ist halt das facebook zu wenig, da sehen zu wenige andere Menschen wie toll sie sind, die schicken das dann an eine Zeitung und die müssen ja auch irgendwie den Platz füllen. Ausserdem mit 2 so kleinen Kindern so lange zu reisen ist auch grenzwertig.

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kpader (11.506 Kommentare)
am 05.11.2023 06:35

Muss das in der heutigen Zeit sein. Noch dazu mit einem Oldtimer! CO2 ist denen wohl egal.

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( Kommentare)
am 05.11.2023 08:22

KAPADER Kurzsichtig? Die Zwei Kriege die derzeit herrschen, wo Bomben, Raketen, Flugzeugträger das Sagen haben ist CO2 egal? ? ?

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Coolrunnings (2.003 Kommentare)
am 05.11.2023 09:20

Also lieber mit dem Flieger zu den Malediven,oder wie ? Flieger erzeugen ja bekanntlich kein CO2 und zahlen deswegen auch keine Steuern auf Kerosin (Achtung Sarc) .
Ein Oldtimer ist wohl das nachhaltigste Fahrzeug dass es gibt. Es wurden 30-40 Jahre keinen Resourcen verschwendet.,andere haben sich in der Zwischenzeit schon 5 neue Autos gekauft...aber das ist ja so ressourcen-schonend ! Gönnen Sie der jungen Familie doch dieses Abenteuer. Die Kinder werden ihr Leben lang davon erzählen und die intensive Zeit mit Ihren Eltern ist das wertvollste Geschenk dass man Ihnen in dem Alter geben kann. Glückwunsch den Eltern ! Alles richtig gemacht!

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Gabriel_ (3.440 Kommentare)
am 05.11.2023 10:42

@KPADER: "...Noch dazu mit einem Oldtimer..."

Das nennt man Nachhaltigkeit. Aber das versteht die letzte Generation nicht... Ein E-Auto (gibts eigentlich schon ordentliche E-Wohnmobile?) hat bei der Herstellung schon einen CO2 Verbrauch, den ein normaler Golf nach 150.000km ausgestoßen hat. Und nach max. 10 Jahren kannst so einen E-Kübel entsorgen... Wohin eigentlich?

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Zonne1 (3.640 Kommentare)
am 05.11.2023 12:47

Diese Berechnungen sind uralt
Die Produktion wird sogar in China jedes Jahr grüner - nirgends steigt der Anteil an Wind und Sonnenstrom schneller als in China

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Coolrunnings (2.003 Kommentare)
am 05.11.2023 14:25

Die ständige "grüne" Gehirnwäsche wirkt offensichtlich.....
Ökologischer, als ein Auto NICHT zu bauen gehts wohl kaum, oder ? Da können die Chinesen noch so "grüne" E-Autos bauen wie sie wollen.....JEDES gebaute Auto verursacht eine negative Ökobilanz. Und vor allem die, die dann spätestens alle 10 Jahre praktisch Schrott sind (wegen defekter Batterien) . Und kommen Sie mir nicht mit "Batterie-Recycling" und "Wiederverwendung"...alles grüne Scheinmoral.

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Gabriel_ (3.440 Kommentare)
am 11.11.2023 10:08

@ZONNE1: "Diese Berechnungen sind uralt
Die Produktion wird sogar in China jedes Jahr grüner - nirgends steigt der Anteil an Wind und Sonnenstrom schneller als in China"

Und der Kohlekraftwerke 😉

Schau dir mal an welche immensen Nachteile der Lithiumabbau mit sich bringt!
https://www.global2000.at/lithium

Jede E-Kübel Batterie braucht (noch) mind. 10kg Lithium. Aber des siehst hoit ned wennst des Auto bei uns an die Steckdose hängst...

Sicher, sobald das Auto auf Österreichs Straßen fährt ist es gut für die Umwelt (bus zur Entsorgung 😉) - jedoch bis erst mal in Österreich angelangt ist, inkl. Herstellung, entstehen gewaltige Schäden an Mensch und Natur!

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kpader (11.506 Kommentare)
am 06.11.2023 07:25

Blödsinn!
Bahn!!!

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