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Neues Zentrum für Uro-Onkologie in Linz: Geballte Expertise verbessert die Prognose

Von Lena Gattringer, 19. Jänner 2024, 04:00 Uhr
Neues Zentrum in Linz: Geballte Expertise verbessert die Prognose
Die Uroonkologie ist unter anderem auf Prostatakrebs spezialisiert. Bild: colourbox.de

Ärzte und Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen arbeiten im Zentrum für Uro-Onkologie im Ordensklinikum eng zusammen, dadurch wird die Versorgung effektiver.

"Wenn ein Mensch an Krebs erkrankt, ändert sich das Leben schlagartig", sagte Michael Girschikofsky, Ärztlicher Direktor des Ordensklinikums Linz-Elisabethinen, bei der gestrigen Pressekonferenz zum neuen Zentrum für Uro-Onkologie. Der Schlüssel zur erfolgreichen Behandlung sei eine auf den einzelnen Patienten abgestimmte Kombination aus verschiedenen Methoden wie Strahlentherapie, Operationen, Chemo- und andere zielgerichtete Therapien. Oft lassen sich Krebserkrankungen genetisch nachweisen, und deren Therapie kann ganz individuell auf das jeweilige Karzinom abgestimmt werden.

"Das medizinische Wissen über einzelne Krankheiten nimmt rasant zu, aber nicht jeder Arzt kann alles wissen. Deswegen ist die Zusammenarbeit so wichtig", sagte Onkologie-Primar Andreas Petzer. Er ist einer von vielen Experten, deren Wissen für das Uro-Onkologie-Zentrum gebündelt wird.

Kurze Wege – mehr Vertrauen

In einer eigenen Ambulanz sitzen jede Woche acht Patienten mit der Diagnose Prostatakrebs zwei Spezialisten aus den Bereichen Urologie und Onkologie gegenüber. "Die Patienten haben mehr Vertrauen, wenn sich die Ärzte einig sind", sagt Ferdinand Luger, einer der Leiter des Zentrums.

Jene Fälle, die komplex sind und bei denen mehr als ein Behandlungsansatz sinnvoll ist, werden Freitags von 9 bis 14 Uhr in der speziellen Ambulanz besprochen. Über das urologische Sekretariat (unter der Telefonnummer 0732 7676-4610) können Termine vereinbart werden. Bei Bedarf ist auch ein Strahlentherapeut bei der Beratung dabei.

"Für die Betroffenen heißt das konkret, dass sie weniger Termine wahrnehmen müssen. Der Patient wird schon beim ersten Gespräch über die beste Behandlung informiert, in der die Blickwinkel der verschiedenen Disziplinen bereits berücksichtigt sind", sagte David Kiesl, zweiter Leiter des Zentrums. So sparen sich die Betroffenen einige Wege innerhalb des Krankenhauses.

Patienten sehen Vorteile

Bei einem Harnblasenkarzinom wurde früher der Patient zuerst auf der onkologischen Abteilung behandelt, bis er irgendwann zur Nachsorge auf die Urologie gewechselt ist. "Durch die neue Struktur sind nun mehrere Fachbereiche von Anfang an eingebunden", sagte Kiesl und ergänzte: "Dass die gemeinsame Arbeit gut funktioniert, merken auch die Patienten. Sie fühlen sich besser aufgehoben."

Im Klinikum kommen nicht nur moderne Technologie und ärztliches Fachwissen zum Einsatz. Auch Ernährungsberatung, psychologische Betreuung und Schmerzmanagement sind fixer Bestandteil des Programmes. "Wir lernen alle voneinander. Von der Kooperation profitiert jeder Patient", sagte Strahlenexperte Primar Hans Geinitz.

Gut begleitet im Krankenhaus

Auch eine speziell ausgebildete "Cancer Nurse" steht den Betroffenen zur Seite. Sie begleitet Patienten bei der Therapie, gibt Tipps zur Förderung der Selbstständigkeit während der Behandlung und klärt über mögliche Nebenwirkungen auf.

Viel hat sich bei der Krebsbehandlung in den vergangenen Jahrzehnten getan: Während früher zuerst operiert und danach eine Chemo gemacht wurde, ist der Ablauf heute oft umgekehrt. Das hat den Vorteil, dass sehr kleine Metastasen bereits im Vorfeld verschwinden. Die Mediziner sehen auch, welche Therapie beim jeweiligen Tumor-Typ "anschlägt" und welche nicht.

Eine Zertifizierung des Zentrums ist heuer geplant. "Die strengen Kriterien führen nachweislich zu besseren Prognosen, Patienten leben länger", sagte Urologie-Primar Thomas Höfner.  

Zahlen zum Thema Prostatakrebs

  • 5000 Österreicher erhalten jährlich die Diagnose Prostatakrebs. Das entspricht rund einem Viertel aller Tumorerkrankungen bei Männern. Vor dem 50. Lebensjahr tritt das Prostatakarzinom selten auf.
  • 45 Jahre: Ab diesem Alter sollte mit der jährlichen Prostatavorsorgeuntersuchung begonnen werden. Schon ab 18 Jahren sollte man regelmäßig die Hoden auf Veränderungen abtasten.
  • 500 neue Patienten mit Prostatakrebs kommen jährlich im Ordensklinikum Linz dazu. Insgesamt werden 10.000 Betroffene behandelt und in der Nachsorge betreut. Bei Blasen- und Nierenkarzinomen sind es jährlich je zirka 70 neue Patienten. Bei Hodenkrebs kommen rund 50, bei Peniskrebs etwa drei dazu.
  • 5 Prozent beträgt der Frauenanteil im Zentrum für Uroonkologie im Linzer Ordensklinikum. Das entspricht etwa der Verteilung dieser Erkrankungen in der Bevölkerung.
  • 50 Prozent der Männer über 50 leiden unter einer gutartigen Vergrößerung der Prostata. Die Erkrankung lässt sich gut medikamentös behandeln oder es wird eine Operation notwendig.
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Autorin
Lena Gattringer
Redakteurin Leben
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