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Neue Behandlungsmethode bei Parkinson: "Ich fühle mich wieder wie 30"

Von OÖN, 20. März 2024, 05:04 Uhr
"Ich fühle mich wieder wie 30"
Das medizinische Team mit dem Ehepaar Katzengruber aus Waldhausen: Krankenschwester Susanne Wallner, Ehefrau Erika Katzengruber, Oberärztin Selina Haas, Patient Josef Katzengruber und Primar Christian Lampl Bild: Barmherzige Brüder

Eine neue Behandlungsmethode, die bei den Barmherzigen Brüdern Linz verfügbar ist, brachte Parkinson-Patient Josef Katzengruber aus Waldhausen "zurück ins Leben"

Es ist ein unglaubliches Gefühl, ich habe meine Beweglichkeit zurück und fühle mich wie 30", freut sich Parkinson-Patient Josef Katzengruber über eine neue Therapiepumpe, die ihm in nur wenigen Tagen eine großes Stück Lebensqualität zurückgebracht hat.

Die Therapiepumpe zur Behandlung von Parkinson-Patienten ist seit Dezember 2023 bei den Barmherzigen Brüdern verfügbar und lindert durch die kontinuierliche Abgabe von Medikamenten Symptome effektiv. Sie ermögliche eine präzise Dosierung und verbessere die Lebensqualität der Betroffenen deutlich, sagt Oberärztin Selina Haas.

"Es ist unglaublich"

"Es ist wie Tag und Nacht, schon wenige Stunden nachdem ich die Pumpe bekommen hatte, konnte ich mich wieder normal bewegen. Es war nicht nur eine kleine Verbesserung, ich fühle mich wieder wie ein junger Mann", freut sich Josef Katzengruber. "In den letzten Jahren fiel mir das Gehen schwer, ich konnte auch nicht gleichzeitig reden. Das geht jetzt wieder, es ist unglaublich", sagt der 65-jährige Pensionist aus Waldhausen (Bez. Perg.)

"Wir haben lange auf die Möglichkeit gewartet, das neue System einzusetzen", sagt Oberärztin Selina Haas. Ende 2023 ist die Pumpe mit dem Wirkstoff Foslevodopa schließlich auch in Österreich zugelassen worden. Das Medikament wird mit einem Schlauch und einer kleinen Nadel subkutan, das heißt unter die Haut, ins Fettgewebe abgegeben. Bisher mussten Langzeitpatienten regelmäßig Tabletten einnehmen. "Das Problem war, dass diese eine halbe Stunde vor und eine Stunde nach einer Mahlzeit genommen werden mussten. Doch je länger die Krankheit anhält, umso häufiger müssen die Tabletten eingenommen werden, teilweise alle drei Stunden, da wird die Koordination kompliziert", so die Medizinerin.

Zudem kämpfen Langzeitpatienten auch mit Wirkungsschwankungen, das heißt, die Wirkung der Tabletten setzt nicht mehr sofort ein. "Dank der neuen Pumpe sind diese Probleme Vergangenheit", so die Leiterin der Ambulanz für Parkinson-Krankheit und Bewegungsstörungen. Auch Primar Christian Lampl, Leiter der Neurologie, spricht von einem Game-Changer.

Für Josef Katzengruber hat ein neues Leben begonnen. "Ich bin den Ärzten unglaublich dankbar, dass ich diese Chance bekommen habe. Seit meiner Diagnose 2013 musste ich auf viel verzichten. Meine Frau und ich sind früher gerne tanzen gegangen oder in die Therme gefahren, das war in den letzten Jahren nicht mehr möglich. Jetzt habe ich wieder neue Kraft dazu."

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Parkinson zählt weltweit zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen, mit bis zu 20.000 Betroffenen in Österreich. Symptome sind Bewegungsstörungen wie Zittern, Muskelsteifheit und langsame Bewegungen. Grundlage ist ein schleichender Verlust von Dopamin-haltigen Nervenzellen im Gehirn, der durch Medikamente gelindert werden kann. Im Verlauf der Krankheit nimmt die Beeinträchtigung jedoch zu, im fortgeschrittenen Stadium leiden die Patienten zudem unter Schwankungen der medikamentösen Wirkung. Pumpensysteme bringen eine kontinuierliche Dosierung und gleichen die Schwankungen aus, was einen signifikanten Zugewinn an Lebensqualität bringt.

Die Pumpe wird stationär bei den Barmherzigen Brüdern angelegt. Zwei bis drei Tage verbringen Patienten im Spital, in dieser Zeit wird die Pumpe eingestellt und der Betroffene eingeschult.

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3  Kommentare
3  Kommentare
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Zukunft140 (210 Kommentare)
am 20.03.2024 08:44

capsaicin, was für ein dämlicher Kommentar! Wer Parkinsonpatienten kennt,weiss, wie quälend und unerträglich diese Krankheit mit der progredienten Bewegungseinschränkung und allen anderen Symptomen ist. Wir sollten dankbar sein, dass sich die Medizin in so vielen Gebieten weiterentwickelt und uns neue Behandlungsmethoden zur Verfügung stehen. Capsaicin muss sich ja nicht behandeln lassen. Er kann für jede Erkrankung gerne ein Pferdeentwurmungsmittel schlucken !

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capsaicin (3.834 Kommentare)
am 20.03.2024 06:54

unverkennbare wohlstandsgesellschaft...

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fastnormal (52 Kommentare)
am 20.03.2024 09:53

Noch windungsbefreiter gehts ja kaum noch . Gratuliere , schafft nicht jeder .

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