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Denk an deine Schilddrüse

Von Barbara Rohrhofer, 22. November 2017, 00:04 Uhr
Denk an deine Schilddrüse
Bild: Colourbox

Die Symptome ähneln denen von psychischen Problemen oder fühlen sich wie Wechselbeschwerden an: Die Unterfunktion der Schilddrüse wird oft nicht erkannt.

Betroffene fühlen sich müde und antriebslos. Dazu können Gelenks- und Muskelschmerzen, Haarausfall und brüchige Nägel kommen. Viele Patienten berichten auch von depressiven Verstimmungen, wenn sie an einer Schilddrüsen-Unterfunktion leiden, deren häufigste Ursache ein Jodmangel ist. Oftmals suchen Menschen mit diesen Symptomen längere Zeit nach den Ursachen, bis endlich der Verdacht auf eine Schilddrüsenfunktionsstörung geäußert und im Blut nach spezifischen Hormonen und Antikörpern gesucht wurde.

Unfruchtbarkeit und Impotenz

"Bei Frauen kommt es bei einer unbehandelten Schilddrüsenunterfunktion oft zu Zyklusstörungen. Sogar Unfruchtbarkeit ist eine mögliche Folge, da die Hormonbildung in den Eierstöcken erschwert ist", sagt Primar Michael Gabriel, Vorstand des Instituts für Nuklearmedizin und Endokrinologie am Kepler-Universitätsklinikum. "Bei Schwangeren ist das Risiko für Fehl- und Frühgeburten viel höher. Bei Männern kann es zu vermindertem sexuellen Interesse und Impotenz kommen." Da der Stoffwechsel bei der Unterfunktion verlangsamt abläuft, steigt die Neigung zu Übergewicht und erhöhtem Cholesterinspiegel", sagt der Experte. "Eine Behandlung mit Tabletten mit synthetischem Tyroxin – dem wichtigsten Schilddrüsenhormon – kann die Bluttfettwerte aber wieder normalisieren." Neben einer medikamentösen Therapie ist die Ernährung eine wichtige Säule in der Therapie und Vorsorge. "Die Schilddrüse ist ein Beispiel, wie biochemische Prozesse in Feinabstimmung verlaufen. Eine ausgewogene, durchdachte Ernährung ist die ideale Ergänzung, damit unsere größte Hormondrüse gesund bleibt", sagt Gabriel. Besonders vorsichtig sollten Veganer und Vegetarier sein. "Einseitige Ernährung kann zu einem Mangel von Mikronährstoffen und damit zu einer Schilddrüsenfunktionsstörung führen."

Jod und Selen sind die wichtigsten "Bausteine", die die tägliche Ernährung enthalten sollte. "Grundlage für eine Therapie mit Mikronährstoffen sollte eine Laboranalyse sein", sagt Professor Michael Gabriel und macht darauf aufmerksam, dass eine Schilddrüsenunterfunktion keine seltene Erkrankung sei. Etwa 25 Prozent der über 60-Jährigen sind davon betroffen.

Jod ist ein Spurenelement, das der Körper nicht selbst bilden kann, das die Schilddrüse aber zur Bildung wichtiger Hormone braucht. In Österreich wird die Bevölkerung seit 1963 über jodiertes Speisesalz mit Jod versorgt. Durch die vermehrte Verwendung von unjodiertem Salz hat sich die Jodversorgung in den vergangenen Jahren wieder verschlechtert, schreibt die Österreichische Schilddrüsengesellschaft. Gute Jodlieferanten sind Seefisch und jodiertes Speisesalz.

Selen trägt zur Bildung von Schilddrüsenhormonen bei. Bei Selenmangel wird weniger Schilddrüsenhormon gebildet, eine Schilddrüsenunterfunktion wird gefördert. In Studien konnte gezeigt werden, dass Selen den Verlauf der so genannten "Hashimoto-Thyreoiditis" günstig beeinflusst. Bei dieser Erkrankung greift das körpereigene Abwehrsystem die Schilddrüse an und kann sie mit einer "Entzündungsreaktion" zerstören.

Eisen: Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse ist das Organ nicht in der Lage, ausreichend Eisen aufzunehmen. Liegt ein Eisenmangel vor, werden weniger Schilddrüsenhormone gebildet.

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