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Kultur

Regierungsinserate: Studie zeigt "willkürliche Vergabe"

03. Juli 2021 00:04 Uhr

Regierungsinserate: Studie zeigt "willkürliche Vergabe"
Studienleiter Andy Kaltenbrunner

Medienhaus Wien legte gestern 91 Seiten starkes Papier dazu vor.

Das Medienhaus Wien präsentierte gestern eine 91 Seiten starke Studie, in der die von der Bundesregierung und den Ministerien im Jahr 2020 geschalteten Tageszeitungsinserate analysiert wurden. Fazit des Politikwissenschafters und Geschäftsführers des Medienhauses, Andy Kaltenbrunner: "Die Inseratenpolitik der Bundesregierung im Tageszeitungsmarkt ist im Vorjahr 2020 ideell und konzeptuell aus dem Ruder gelaufen."

Boulevardzeitungen profitierten, während Verlagshäuser, die auf Verkauf und neue Online-Bezahlmodelle setzen, klar benachteiligt wurden. Die Studie stützt sich auf die von der Regulierungsbehörde RTR veröffentlichten Daten aus der Transparenzdatenbank sowie diverse Förderungen wie die Presseförderung, (Corona-)Sonderförderung oder Privatrundfunk-Förderung.

2020 schaltete die Regierung Inserate im Wert von rund 33,5 Millionen Euro bei den Tageszeitungsverlagen. Die drei mit Abstand größten Profiteure der Inseratenvergabe waren die "Kronen Zeitung" (8,4 Millionen Euro), "Österreich"/oe24.at (5,2) und "Heute" (5,5). Auf den Boulevardsektor entfielen damit mehr als die Hälfte der Inseratenausgaben. Die sieben Bundesländertitel (OÖNachrichten 1,3 Millionen Euro) erhielten rund 25 Prozent der gesamten Inseratensumme.

Umgerechnet auf die Zahl der Leser zeigt sich, dass die Ministerien für Inserate der Mediengruppe "Österreich" 8,22 Euro je Leser ausgegeben haben (OÖNachrichten 2,98 Euro). Diese Spanne "ist aus unserer Sicht diskussionsbedürftig", meinte Kaltenbrunner.

Die Analyse des Medienhauses Wien kommt zu dem Schluss, dass die staatliche Medienförderung 2020 den international üblichen Zielvorstellungen einer Vielfaltsförderung, die sich an definierten Qualitätskriterien orientiert, widerspricht. Einzelne Marktteilnehmer würden mit "sehr willkürlichen Inseratenvergaben nach intransparenten Kriterien begünstigt".

Zusätzliche Brisanz gewinnt dieser Umstand dadurch, dass öffentliche Investitionen aus Inseraten immer größere Bedeutung gewinnen. Die Gratiszeitungs-Gruppen erzielten bereits zwischen 20 und 40 Prozent ihrer Umsätze mit Erlösen aus der öffentlichen Hand.

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