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„Whatever Works“: Woodys cineastische Seelenmassage

Von Von Lukas Luger, 04. Dezember 2009, 00:04 Uhr
Woodys cineastische Seelenmassage
Neuer Woody-Allen-Film: Weltverdruss Boris Yellnikoff (Larry David) verliebt sich in Landei Melody (Evan Rachel Wood). (Senator Film) Bild: Senator Film

„Whatever Works“: (USA 2009, 92 Min.), Regie: Woody Allen (Moviemento OmU, Cineplexx, Megaplex) OÖN Bewertung: Am Beginn von „Whatever Works“ steht ein kräftiger Tritt in die Weichteile der politischen Korrektheit.

„Whatever Works“: (USA 2009, 92 Min.), Regie: Woody Allen (Moviemento OmU, Cineplexx, Megaplex)

OÖN Bewertung:

Am Beginn von „Whatever Works“ steht ein kräftiger Tritt in die Weichteile der politischen Korrektheit. Waffennarren, die Medien, sämtliche Weltreligionen, ja die ganze hirnlose, barbarische menschliche Zivilisation bekommt in einem furiosen Monolog von Boris Yellnikoff (herrlich präpotent: Larry David) ihr Fett weg.

Der brillante Quantenphysiker im Vorruhestand ist ein typischer Charakter des filmischen New Yorker Universums von Woody Allen, in das der Regisseur mit seinem neuen Film endlich wieder zurückkehrt: So exzentrisch wie neurotisch suhlt sich diese Ausgeburt an Misanthropie nicht nur genüsslich in seinem Weltschmerz, sondern hegt gleichzeitig einen starken Genieverdacht gegen sich selbst. Kurz, ein Arschloch wie aus dem Bilderbuch.

Die raue Schale bricht

Als Boris durch Zufall auf die eher einfach gestrickte Südstaaten-Schönheit Melody (Evan Rachel Wood) trifft, gerät sein erbärmliches, von anderen Menschen abgeschottetes Leben zusehends aus den Fugen. Mit bauernschlauer Unbedarftheit und ihrer lebensbejahenden Einstellung bricht die junge Frau die raue Schale des zynischen, vom Leben schwer enttäuschten Cholerikers. Wider alle Bedenken ihrer Umwelt verlieben sich die beiden, werden ein Paar und heiraten sogar.

Doch mit diesem vermeintlichen Happy End kommt das Allen‘sche Beziehungsroulette erst so richtig in Schwung. Denn plötzlich steht Melodys Mutter, gespielt von Patricia Clarkson, eine bigotte Schnapsdrossel aus der Vorstadt-Spießerhölle, vor der Tür. Und die hat für ihr geliebtes Töchterchen nun wirklich andere Pläne, als sie einem vierzig Jahre älteren Mann, der sich noch dazu für Gottes Geschenk an die Welt hält, kampflos zu überlassen. Lasset die (Intriganten-)Spiele beginnen!

Die Rückkehr nach New York, Stadt seines Herzens und Zentrum seines kreativen Schaffens, hat der mittlerweile 73-jährigen Regielegende Woody Allen gut getan. „Whatever Works“ atmet den Geist früherer Big-Apple-Meisterwerke wie „Der Stadtneurotiker“, ist aber weitaus mehr als ein entferntes Echo vergangener Großtaten. Schon lange hat Allen seinen Figuren keine derart pointierten, scharfzüngigen Passagen mehr in den Mund gelegt, gespickt mit unzähligen Seitenhieben auf die Kunstszene und Intellektuellenkreise.

Formidabel, leichtfüßig

Mit seinen fein ziselierten Charakteren, einem vor Witz sprühenden Skript (das Allen bereits Mitte der Siebziger schrieb) und einem bestens gelaunten Ensemble funktioniert „Whatever Works“ formidabel als leichtfüßige, zwerchfellerschütternde cineastische Seelenmassage.

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