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Von einem, der wie kein anderer die Geschichte unserer alten Häuser kennt

Von Kurt Daucher, 17. Dezember 2018, 00:04 Uhr
Von einem, der wie kein anderer die Geschichte unserer alten Häuser kennt
Helmut Begsteiger Bild: Daucher

STEYR, GARSTEN. Helmut Begsteiger hat innerhalb von 40 Jahren acht Häuserchroniken für die Region Steyr vorgelegt. Dass er die historische Kurrentschrift entziffern kann, ist die Basis für den Erfolg.

In die Finalrunde der Aktion "Ikonen der Volkskultur" hat er es zwar ganz knapp nicht geschafft. In und um Steyr gilt Helmut Begsteiger dennoch als solche – und als Experte, wie man in ganz Österreich keinen zweiten findet. Seine Häuserchroniken, die er seit 1985 veröffentlicht hat, dienen als wertvolles Nachschlagewerk und sind ein unverzichtbarer Beitrag zur Geschichte der Region.

Kiloweise Häuserchroniken

Dass sich Begsteiger mit den historischen Gebäuden in Steyr und den benachbarten Gemeinden so gut auskennt, hat mehrere Gründe. Der wichtigste: Mehr als 30 Jahre lang war er als Grundbuch-Mitarbeiter beruflich mit dem Thema beschäftigt. Heute noch zählt er zum erlesenen Kreis jener, die in der Lage sind, die historische Kurrentschrift zu entziffern – und wird als solcher immer noch gern konsultiert.

Acht Häuserchroniken hat Begsteiger innerhalb von 40 Jahren verfasst und darin die Geschichte von mehr als 3000 Bau-Objekten in der Region vorgelegt. Sein Hauptwerk – die Häuserchronik des Steyrer Stadtteils Steyrdorf – ist mehrere Kilo schwer. Nicht wenige der Häuser, deren Geschichte Begsteiger auf den Grund gegangen ist, sind deutlich mehr als 100 Jahre alt. "Wir haben eine ganze Reihe von Bauernhöfen rund um Steyr, die sind 700 Jahre alt", erklärt der Garstner. Die Styraburg sei damals die zweitgrößte Herrschaft innerhalb der heutigen Grenzen Österreichs gewesen.

Dass sich die Recherchen für derartige Bücher über mehrere Jahre erstrecken, versteht sich von selbst. "Für die Häuser in Losenstein und Losensteinleiten habe ich das Familienarchiv der Fürsten von Auersperg studiert", so Begsteiger. Dafür müsse man ein schriftliches Ansuchen stellen. Unterlagen zu jenen Häusern in Wolfern, die einst dem Pfarrgebiet Sierning angehörten, hat er wiederum in München eingesehen.

Von den acht Häuserchroniken, die Begsteiger vorgelegt hat, liegen sieben in Buchform vor. Lediglich für sein letztes Werk, jenes über die Stadtteile Ennsdorf und Neuschönau, hat er keinen Verlag gefunden. Ein Exemplar liegt aber im Steyrer Stadtarchiv auf und ist damit öffentlich einsehbar.

Begsteigers zweite große Leidenschaft, das Wandern, hat ihm vor langem schon den Beinamen "Mister Hintergebirge" eingebracht. Tatsächlich weiß der 79-Jährige über die Almen des Gebiets zwischen Enns- und Steyrtal wie kein Zweiter Bescheid. Nach einem gesundheitlichen Problem, das ihn heuer im Sommer ereilt hat, wird er sich künftig zwar etwas zurücknehmen und von langen Touren Abstand nehmen müssen. "Zur Hütte bei der großen Klause radle ich aber immer noch gern hinein", verrät er.

Protokolle aus dem Blutbezirk

Nachsatz: Begsteigers Karriere beim Landesgericht Steyr hatte in der Abteilung des Untersuchungsrichters begonnen. "Das war in den Zeiten nach dem Engleder-Mord. Damals hat Steyr den Ruf gehabt, ein Blutbezirk zu sein. Ich habe neben Leichen und bei Obduktionen protokolliert. Ein Diktaphon oder Ähnliches hat es ja noch nicht gegeben. Ich war wirklich froh, als ich dann später ins Grundbuch wechseln habe dürfen."

Für die "Ikone der Volkskultur"-Wahl wurde Helmut Begsteiger von der Stadt Steyr nominiert.

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