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"Eine Klimawende gibt es nur, wenn es auch eine ökosoziale Wende ist"

Von Karin Schütze, 18. März 2023, 05:18 Uhr
"Eine Klimawende gibt es nur, wenn es auch eine ökosoziale Wende ist"
„Wasser ist das Gold der Zukunft – die etwas andere Klimakonferenz“ lädt zum Diskurs. Bild: rubra

Christina Jaritsch leitet die Kulturhauptstadt-Projekte Ökologie, Landwirtschaft, Soziales.

Zwischenräume interessieren Christina Jaritsch (29), besonders jener zwischen Stadt und Land. "Dieses Rurbane, diese Mischung aus urban und rural, aus ländlichen und städtischen Elementen, ist das große Potenzial im Salzkammergut", sagt die Ebenseerin. 2019 hat sie an der Uni Wien ihren Master in Politikwissenschaft abgeschlossen, mit einer Arbeit über die Abwanderung von Frauen aus dem ländlichen Raum.

Sie selbst ist – nach Studienaufenthalten in Nancy, Havanna und Wien – in ihren Heimatort zurückgekehrt. Nicht zuletzt, um für die Kulturhauptstadt "Salzkammergut 2024" die Bereiche Ökologie, Landwirtschaft und Soziales zu kuratieren. "Ich habe die grünen Themen inne: Ökologie, Klimawandel, Klimawende und -politik, transdisziplinäre Zukunftsstrategien, Landwirtschaft von morgen, aber auch soziale Themen wie Diversität. Für mich ist das kein Widerspruch, sondern eins. Eine Klimawende gibt es nur, wenn es auch eine ökosoziale Wende ist."

"Eine Klimawende gibt es nur, wenn es auch eine ökosoziale Wende ist"
Das Projekt "Einen Faden ziehen" blickt zurück auf die Arbeitswelt der Weberinnen und Spinnerinnen von Ebensee. Bild: Frauenforum Salzkammergut

So lädt etwa "Wasser ist das Gold der Zukunft – die etwas andere Klimakonferenz" zur Diskussion: "Es ist kein konventionelles, frontales Konferenzformat. Man kann Expertinnen und Experten für eine gewisse Zeit buchen und ihnen eigene Fragen stellen." Eingebettet ist die Konferenz in die Ausstellung "Salt.Lake.City" in Bad Ischl zu den klimarelevanten Themen Salz, Wasser und Holz. Perspektiven kleinbäuerlicher Landwirtschaft widmet sich das Projekt "Ochsenherz und Lavendel": "Da geht es um kreative, innovative Arten, Klein- und Kleinstlandwirtschaften zu entwickeln. Wir leben im Salzkammergut in einer Kulturlandschaft. Ohne Berg- und Kleinbäuerinnen würde es die Landschaft, die der Tourismus ,verkauft‘, in dieser Form nicht geben. Die Wertschätzung ist aber ideell und finanziell nicht zureichend gegeben. Es geht darum, wie die Landwirtschaft so attraktiv werden kann, dass junge Menschen einen Anreiz haben, landwirtschaftlich aktiv zu werden", sagt Jaritsch, die selbst einen Lehrabschluss als Landwirtschaftliche Facharbeiterin in der Tasche hat und ihr Wissen aktiv im elterlichen Betrieb in Ebensee einsetzt.

"Eine Klimawende gibt es nur, wenn es auch eine ökosoziale Wende ist"
Christina Jaritsch, Projektleiterin Ökologie, Landwirtschaft & Soziales

Auch zwei Garten-Projekte betreut sie, unter anderem den "Garten der heilenden Kräfte" mit der HLW (Höhere Lehranstalten für wirtschaftliche Berufe) in Bad Ischl. "Gemeinsam mit den Schülerinnen und Experten wird eine Rasenfläche, die derzeit eine biodiverse Brache ist, in einen Schulgarten verwandelt." Das Projekt "Einen Faden ziehen" erinnert hingegen an die 1992 geschlossene Weberei und Spinnerei Ebensee, die bis zu 600 Beschäftigte zählte, "überwiegend Frauen. Es gab ein soziales Netzwerk, Kinderbetreuung und eine Kleinstlandwirtschaft zur Selbstversorgung. Aber es hat dennoch Geschlechterhierarchien gegeben, die Vorabeiter waren meist Männer", sagt Jaritsch, der ein soziales Projekt besonders am Herzen liegt: "Salzkammerqueer" – "das erste queere Community-Building-Projekt im ländlichen Raum mit dem Ziel, die queere Community zu erkunden und den Menschen die Möglichkeit zu geben, anzudocken. Für mich ist das ein Projekt für Toleranz, Achtung, Anerkennung und Wertschätzung der Vielfalt der Identitäten, das auch international auf sehr großes Interesse stößt."

Es gibt Anfragen aus Chemnitz, der Kulturhauptstadt Europas 2025. "Diesen offenen kreativen ländlichen Raum zu schaffen, der sich international öffnet, durchlässig ist in alle Richtungen, vielfältig ist und sich in dieser Vielfalt neu erfindet" wünscht sie sich – nicht nur für "Salzkammergut 2024".

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Autorin
Karin Schütze
Redakteurin Kultur
Karin Schütze
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8  Kommentare
8  Kommentare
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Caesar-in (3.527 Kommentare)
am 19.03.2023 09:16

Und wieder einmal hat jemand ein paar Bücher gelesen und irgendwo im Internet was aufgeschnappt und glaubt jetzt, uns belehren zu müssen, wie die Zukunft ausschauen wird. Die eigenen Zukunftsängste auf seine Mitmenschen übertragen, das ist schon was besonderes auch. Inhaltlich nur Vermutungen und (Aber)Glauben, aber meinen, die Welt in ihrer Zukunft beurteilen zu können. Früher nannte man das Wahrsagerei, Hexerei usw. Heute sind das "Aktivisten" oder "Wissenschaftler". Arme Welt, arme Menschen!

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adaschauher (12.083 Kommentare)
am 19.03.2023 10:17

Damit verdient man Geld,ganz einfach!

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Bergbauer (1.738 Kommentare)
am 19.03.2023 08:02

Leider sind wir Menschen nicht schlau genug, unser Verhalten so nachhaltig zu ändern, dass es zu keiner Klimakatastrophe kommt. Da sind auf der übermächtigen Seite die, die sowieso zu dämlich sind, irgendwelche Zusammenhänge zu begreifen, und dann noch die Halbgebildeten, die an kommende technische Wunder glauben, und dann noch viele Habgierige, die am Status Quo und mit Katastrophen viel Geld verdienen möchten.

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Peter2012 (5.911 Kommentare)
am 19.03.2023 07:39

Man müsste sehr viel ändern um zu einer klimafreundlichen Welt zu kommen.

Alleine der derzeitige Spitzensport ist sehr Klimaschädigend!!!
z.B.: Formel 1, FIFA, Skirennzirkus, .....

Die Errungenschaft der Reichen: Privatjets, Privatjachten, ....

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Peter2012 (5.911 Kommentare)
am 19.03.2023 07:52

Vielleicht gibt es eine Klimawende nur dann wenn es einen verpflichtende Solidaritätsabgabe der Reichen gibt!!!

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maierei (1.116 Kommentare)
am 19.03.2023 07:29

Öksozialismus das neue Schreckgespenst des Jahres 2023

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azways (5.765 Kommentare)
am 18.03.2023 18:30

...eine ökosoziale Wende....

* natürlich auf Kosten der 50% der Menschen mit dem niedrigsten Einkommen - diese sind nämlich zum Großteil gar nicht wahlberechtigt.

* dadurch Etablierung der vierten Welt in den westlichen Industriestaaten.

* sozial ist aus diesem Kontext ersatzlos zu streichen - weil eine infame Lüge.

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Brido (1.889 Kommentare)
am 18.03.2023 07:26

Die Klimawende kostet Geld, Soziales auch.

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