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Kultur

Ein Dino-Zahn steht bilateral unter Eiter

Von Helmut Atteneder 12. Oktober 2019 09:14 Uhr

Ein Dino-Zahn steht bilateral unter Eiter
Wo soll dieser 1,5 Zentimeter große und geschätzte 132 Millionen Jahre alte Zahn eines Pliosauriers künftig ausgestellt werden?

Veritables Wortgefecht zwischen dem designierten Leiter des Landesmuseums und dem Naturhistorischen Museum in Wien.

Ein archäologischer Sensationsfund machte Anfang der Woche international Schlagzeilen. Alexander Lukeneder, ein in Steyr geborener Paläontologe am Wiener Naturhistorischen Museum (NHM) war in Ebensee zufällig auf einen Zahn eines Pliosaurus gestoßen. Der 1,5 Zentimeter große Fund stammt aus der Kreidezeit und ist somit rund 130 Millionen Jahre alt. 2020 wird der Zahn im Mesozoikum-Saal des Museums ausgestellt.

Und genau dieser Umstand hat jetzt zu veritablen Dissonanzen geführt. Der künftige Leiter des OÖ. Landesmuseums, Alfred Weidinger, will jetzt rechtlich prüfen lassen, ob der kleine Zahn mit großer Vergangenheit im Landesmuseum nicht besser aufgehoben wäre: "Solche Sachen wandern immer automatisch in die Zentrale. Das ist Denken aus dem 19. Jahrhundert." Weidinger findet es "verrückt, dass Oberösterreicher nach Wien reisen müssen, um in übervollen Vitrinen von unserer Geschichte zu erfahren."

Christian Köberl, Generaldirektor des NHM, findet dazu klare Worte: "Das brauchen wir schon gar nicht, dass sich jemand zu Wort meldet, der noch nicht einmal im Amt ist. Wenn die ihn (den Zahn, Anm.) gern hätten, dann hätten sie ihn ja finden können."

Köberl spricht auch davon, dass es modern sei, "dass jeder alles zurückhaben will. Wir sind das Bundesmuseum und daher macht es auch Sinn, dass der Zahn im Bund bleibt." Über die rechtliche Situation wisse er nicht Bescheid.

Auch der Finder des Zahnes, Alexander Lukeneder, kennt die je nach Bundesland unterschiedliche rechtliche Lage nicht. Er habe aber sowohl von den Bundesforsten als auch von der Bezirkshauptmannschaft Gmunden Genehmigungen eingeholt. Lukeneder: "Auf einmal will sich da jemand anhängen und mitprofitieren. Ich hoffe nicht, dass die Sache jetzt provinziell wird."

Alfred Weidinger hat indessen schon Pläne mit dem Zahn des Dinosauriers. Er denkt an einen eigenen Raum im Schlossmuseum, in dem nur besagter Zahn ausgestellt ist, angereichert durch eine spektakuläre 3D-Animation.

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Helmut Atteneder

Redakteur Kultur

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