Lade Inhalte...
  • NEWSLETTER
  • ABO / EPAPER
  • Lade Login-Box ...
    Anmeldung
    Bitte E-Mail-Adresse eingeben
    Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse oder Ihren nachrichten.at Benutzernamen ein.

gemerkt
merken
teilen

Wie Karl Farkas zu Fuß über die Pyrenäen floh

Von Nora Bruckmüller, 09. Mai 2017, 00:04 Uhr
Wie Karl Farkas zu Fuß über die Pyrenäen floh
Der junge Farkas mit seinen Schwestern (oben) und mit Ernst Waldbrunn

Eine Schau in Linz beleuchtet beherzt Überleben, Emigration und Dichtkunst des großen Kabarettisten

Die Geburt des Fernsehens öffnete für Komiker Karl Farkas eine neue Welt. Am 30. September 1957 verkündete er, ein Urvater des Kabaretts, seine erste, bissige "Bilanz des Monats" im ORF. Das höhere Alter des Wiener Pointenkönigs, damals 63, spielte keine Rolle.

Die Kamera liebte den gut gealterten, "feschen Kampel" und noch mehr seine Doppelconférencen mit Ernst Waldbrunn, die heute auf YouTube laufend angeklickt werden. Dass der frühe Star des Wiener Kabaretts "Simpl" mehr war als ein Sketche-Macher und unfreiwillig zum weitgereisten Mann von Welt wurde, macht die Schau "Karl Farkas – Schauspieler, Kabarettist, Dichter. Emigration und Heimkehr" in Linz begreifbar.

Die Ausstellung im Stifterhaus skizziert seine Biographie (1893– 1971) chronologisch. Reich an Fotografien und Archivschätzen, die beinahe symbolische Wirkung entfalten, von Weltkriegen, Flucht vor den Nazis, Emigration nach New York, Rückkehr nach Österreich und privaten Schicksschlägen erzählen. All jenem, das Farkas auch vor sich hertrieb und prägte. So erinnert etwa eine Schwarz-Weiß-Aufnahme an seine vom Holocaust zerstörte Familie, beide Schwestern und ein Neffe wurden getötet.

Die Schau beleuchtet auch weniger bekannte Facetten seines Schaffens. Kuratorin Katharina Strasser von der Dokumentationsstelle für Literatur Niederösterreich, dem Ort von Farkas’ Nachlass, hat akribisch seine Saison am Landestheater Linz recherchiert: 1920/21 spielte er 24 Rollen, inszenierte 18 Stücke und fünf Opern. Abseits des Spiels, im Schreiben verarbeitete er seine Flucht, die ihn von Wien über Frankreich und zu Fuß über die Pyrenäen führte. Im Werk "Lisboa" schrieb er über die Schiffsfahrt nach Ellis Island, typisch Farkas: "Man erzählt den letzten Überseewitz – Wenn man doch nur schon das Visum hätt!"

Eröffnung: heute, 19.30 Uhr, Stifterhaus Linz, bis 9. Sept.

mehr aus Kultur

Ein Ebenseer Glöckler im Asia-Stil und eine neue Farbe namens Traunseeblau

Brigitte Karner: „Die Trauer ist erst viel später gekommen“

Komikerin Mirja Boes gewinnt TV-Show "The Masked Singer"

"The Voice of Germany" bekommt neue Coaches

Lädt

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

0  Kommentare
0  Kommentare
Die Kommentarfunktion steht von 22 bis 6 Uhr nicht zur Verfügung.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.
Neueste zuerst Älteste zuerst Beste Bewertung
Aktuelle Meldungen