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Kultur

Mark Knopfler in Concert: Rhythmusmesse mit Gitarrengott

Von Von Andreas Westphal   05. Juli 2010 00:04 Uhr

Mark Knopfler
Der saitenweise Mark Knopfler in Wien

Seine zwei Markenzeichen, die Fender Stratocaster-Gitarre und die rauchige Stimme, musste Mark Knopfler am Samstag in der Wiener Stadthalle nach einem Motorradunfall verletzungsbedingt sitzend präsentieren. Sein Programm aus folkigem Solo-Material und „Dire Straits“-Songs wurde nicht nur deshalb zu einem ruhigeren Konzertabend, der das Publikum dennoch begeisterte.

Stehen, Gehen und das Tanzen in der Disco habe ihm sein Arzt verboten, sagte der 60-jährige Schotte während seines Auftritts. Es sind aber ohnehin nicht die exzentrische Bühnenshow oder das exaltierte Körperschütteln des Künstlers, die ein Knopfler-Konzert ausmachen und die seine Fans in eine Art Andacht versetzen. So etwas wie eine Innovation bekam man dennoch im Ansatz geboten: nach dem Auftritt in Form eines USB-Sticks mit einem darauf gespeicherten Livemitschnitt des eben gehörten Konzerts – gegen erneute Bezahlung, versteht sich.

Das Neue klingt vertraut

Im dunklen und bestuhlten Saal selbst wartete auf die gut 6000 Besucher wertkonservative, aber technisch brillante Gitarrenkost, die vom Publikum dankbar und am Ende auch fanatisch angenommen wurde. Das jüngste, im vergangenen Jahr erschienene Album „Get Lucky“, war Tour-Anlass für Knopfler und seine sieben Mann zählende Band, doch in die Darbietung in die Wiener Stadthalle schlichen sich nur wenige der neuen, aber wie alte Traditionals klingenden Songs ein. Tragende und die Halle in Begeisterung versetzende Elemente waren daher wieder die alten Klassiker, wie der erste Dire Straits-Hit „Sultans of Swing“ im Mittelteil oder „Telegraph Road“ gegen Ende, die zu den längsten Nummern des Abends gehörten. Den Anfang machte das neue „Border Reiver“, das mit Flöte und Geige versehen fast schon einen folkloristischen Eindruck vermittelte. Bei „Coyote“ mussten diese beiden Instrumente kurzzeitig schweigen und es war einer der wenigen rockigen Momente des Auftritts.

Am liebsten ließ Knopfler die Gitarre in Mollakkorden schluchzen, was vielleicht auch seiner sitzenden Haltung zu verdanken war, aber immerhin gut dazu passte. Ebenso setzte er seine Solis eher zurückhaltend ein, nur einmal widersetzte er sich dem Rat seines Arztes, um ein solches im Stehen zu Ende zu bringen.

Der Stimmung tat Knopflers vertonte Melancholie keinen Abbruch und bevor die Hymne „Brothers in Arms“ dann den Zugabeteil eröffnete, wollte ein großer Teil des Publikums nach den letzten Klängen von „Telegraph Road“ nicht mehr sitzen bleiben, sondern huldigte stehend und ausgelassen seinem Gitarrengott und dem Umstand, dass hier noch „echte“ Musik geboten wurde, vor der Bühne.

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