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"Das Schlachten darf man in Wahrheit ja gar nicht mehr filmen"

Von Nora Bruckmüller, 16. September 2016, 00:04 Uhr
"Das Schlachten darf man in Wahrheit ja gar nicht mehr filmen"
Ulrich Seidl Bild: APA

Ulrich Seidl über seinen neuen Film "Safari", die Einstellung der Gesellschaft zu Fleisch und politisch korrektes Verhalten.

In Venedig wurde Ulrich Seidls Dokumentarfilm "Safari" gefeiert. Heute, 20 Uhr, präsentiert er sein Werk über Jagdtourismus in Afrika im Linzer Moviemento Kino.

 

OÖN: Im Zentrum von "Safari" steht eine Familie aus Oberösterreich, die in Namibia auf Jagdurlaub ist. War es Absicht, sich auf eine Familie zu fokussieren?

Tatsächlich stand schon im Konzept zum Film eine Geschichte über einen Vater und einen Sohn. Dann sucht man nach Protagonisten und schaut, welche überhaupt mitmachen wollen. Dass ich für "Safari" Vater, Mutter, Tochter und Sohn gefunden habe, war Zufall und ein Glück. Der Film hat dadurch gewonnen, weil er komplexer wurde. Unter "Jägern" verstehen die meisten ja Männer mittleren Alters.

2015 löste Ihr Dokumentarfilm "Im Keller" einen Skandal aus. Wie hat sich das auf die Arbeit für "Safari" ausgewirkt?

Das war nicht unproblematisch. Ich war damals plötzlich allen im Land bekannt. Die Protagonisten haben mich danach gefragt, zum Teil waren sie über "Im Keller" entsetzt. Menschen, die etwa kein Sadomaso sehen wollen und können, finden das im Film natürlich schrecklich. Insofern war es mit "Safari" nicht leicht, aber letztlich hat es funktioniert. Die Protagonisten sind absolut zufrieden, weil sie sich im Film so sehen, wie sie sich selbst erleben.

"Safari" wurde auch vom TV-Sender "arte" finanziert. Nun wird darin gezeigt, wie eine Giraffe ausgeweidet wird. So etwas scheut man im Fernsehen. War es schwierig, das durchzukriegen?

Das Projekt war tatsächlich nicht als Kinofilm geplant, sondern als reiner TV-Film. Bei "arte" ist man dem Projekt gegenüber sehr skeptisch gewesen und wollte eigentlich etwas anderes von mir, eine "Beach Boys"-Doku. Ich hatte mich aber in der Zwischenzeit auf das Thema Jagd verlegt. Dazu wurden Bedenken geäußert, dass dabei Tiere erschossen werden und man das dem Publikum nicht zumuten kann. Es erschreckt mich wahnsinnig, wenn TV-Redakteure so denken. Ich empfinde das als falsches politisch-korrektes Verhalten. Es geht darum, Dinge zu zeigen. Erst dann kann man damit etwas anfangen, diskutieren. Tabuisiert man es, passiert nichts.

Paradoxerweise ist das Töten von Menschen TV-Alltag.

Viele wollen einfach nicht wissen, wo ihr Fleisch auf dem Teller herkommt und kaufen – Blut ist ja tabuisiert – das vakuumverpackte Fleisch im Supermarkt. Das Schlachten darf man in Wahrheit ja auch gar nicht mehr filmen. Aber es ist etwas Natürliches. Was nicht natürlich ist, ist Massentierhaltung – eine einzige Tierquälerei, die die Gesellschaft zu verantworten hat. Ist man gegen die Jagd, muss man im selben Atemzug auch gegen die Massentierhaltung und ihre Art des Schlachtens sein.

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7  Kommentare
7  Kommentare
Neueste zuerst Älteste zuerst Beste Bewertung
EugeniehGalton (2.880 Kommentare)
am 16.09.2016 17:38

Geschächtet oder mit einem Knüppel erschlage oder ...
Sie dienen dem Überleben des Anderen.
Ein humanes Schlachten gibt es nicht.
Man tötet um selbst zu überleben.
Ehrlich wen interessiert es?
In der Türkei, Israel, ... erlaubt in Österreich verboten.
Haben die Österreicher ein Monopol was gut oder schlecht ist?
Man bricht ihnen nicht extra vorher die Beine oder schneidet ihnen die Euter ab oder, ...
Es wird geschlachtet blutet aus und wird verarbeitet.
Herr oder Frau Österreicher sollen froh sein, dass Ihre Lieblinge nicht wie in Asien verarbeitet werden und zum Verzehr angeboten werden.

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( Kommentare)
am 16.09.2016 13:03

Was ist mit den Tierschützern passiert, die mal in Ställen gefilmt haben?
Meines Wissens gabs Verurteilungen mit teils empfindlich hohen Geldstrafen, die Aktivisten hat der Staat wirtschaftlich ruiniert.
...wegen der paar Filme, in denen niemand zu Schaden gekommen ist, ausser die beschädigte Reputation der Fleischindustrie.

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tacitus (4.799 Kommentare)
am 16.09.2016 11:33

die OÖN helfen ja mit, die grausame Tierhaltung und Schlachtung zu verniedlichen. Ferkel, Kälber, Fohlen und Kitze werden als Streicheltiere abgebildet und dargestallt. alles Jungtiere auf die in kurzer Zeit der Bolzenschuss und das Schlachtmesser wartet.

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ohnooo (1.470 Kommentare)
am 16.09.2016 12:53

So ist es leider. Scheinheilige Welt. Danke für dieses Posting.

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fritzi4 (40 Kommentare)
am 16.09.2016 09:56

Den letzten Satz find ich sehr sehr gut. Triffts.

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( Kommentare)
am 16.09.2016 07:06

Vielleicht sollten wir mal unsere "Fresskultur" überdenken !!!

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Zaungast_17 (26.462 Kommentare)
am 16.09.2016 09:58

und nicht nur diese ...

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