Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Dienstag, 11. Dezember 2018, 09:33 Uhr

Linz: 2°C Ort wählen »
 
Dienstag, 11. Dezember 2018, 09:33 Uhr mehr Wetter »
Archivierte Artikel  > Serien  > 1000 Landsleute

Norbert Trawöger

Ich lebe im "Schwimmbecken der Musik"

Die musischen Wurzeln der Familie Trawöger reichen ins 19. Jahrhundert zurück: 1825 erwarb ein Kaufmann Traweger in Gmunden einen Flügel für sein Haus in der Badgasse, damit Franz Schubert während seines sechswöchigen Aufenthaltes im Salzkammergut musizieren konnte.

Helmut Trawöger leitete jahrelang die Musikschule Grieskirchen und unterrichtet nun Flöte an der Bruckneruniversität Linz. Sohn Norbert ist längst aus dem Schatten des Vaters getreten. Hieß es früher: "Sind Sie der Sohn von Helmut Tragwöger?", wird nun gefragt: "Ist das Ihr Vater?"

Der begeisterte Musiker machte Karriere über Umwege. Jahrelang wollte er bei Wolfgang Schulz, dem Soloflötisten der Philharmoniker, lernen. Mehrmals scheiterte er an der Aufnahmsprüfung zur Wiener Musikhochschule. Als er mit 23 am Ziel war, "ging ich durch die Hölle".

Werden nie guter Flötist

Denn Trawöger sagt, was er sich denkt und eckt naturgemäß an. Nach zwei Jahren war die Ausbildung vorzeitig zu Ende - mit dem Hinweis, "Sie werden nie ein guter Flötist". Nach Privatunterricht, einem Jahr in Göteborg, in dem er wieder Selbstvertrauen tankte, und dem Studienabschluss in Graz traf er auf Schulz: Sie musizierten Seite an Seite an der Staatsoper. Den Gesichtsausdruck des großen Meisters kann man sich leicht ausmalen, als er seinen "unfähigen Schüler" neben sich sitzen sah.

Nun unterrichtet Trawöger mit halber Lehrverpflichtung an der Musikschule Wels: "Ich begeistere Kinder für Musik durch Begeisterung - anders geht es nicht", sagt das Multitalent.

Auch als Musikkritiker machte er sich einen Namen. Ab 2007 obliegt ihm die künstlerische Leitung der "Akademie Schloss Tillysburg". Und in der Stadtpfarre Wels lädt er Sonntag zum fünften Mal zu einem Konzert der Reihe "Verboten, verfolgt...". Wer ihn als Musiker und Moderator erleben will, darf den Abend "Wenn die Zeit flöten geht" (8. Mai, Schloss Parz) nicht versäumen. (müf)

Vielseitig

Querflötist, Musikschullehrer, künstlerischer Leiter "Akademie Schloss Tillysburg", Querdenker: Das ist der gebürtige Schallerbacher Norbert Trawöger (34). Er unterrichtet an der Welser Musikschule Querflöte, organisiert die Konzertreihe "Verboten, verfolgt" (7. Mai, 11.30 Uhr, Stadtpfarre Wels) und ist Solist bei der Landlwoche: "Wenn die Zeit flöten geht": 8. Mai (19.30 Uhr, Schloss Parz).

In Wels fühle ich mich wohl, weil ich im Minoritenkloster wohne und nicht weit in mein Stammcafé habe.

Wenn ich Bürgermeister wäre, würde ich Kultur viel hemmungsloser unterstützen

An Frauen fasziniert mich: vieles

Mein Lebensmotto: Begeisterung

Mozart oder Rolling Stones: beides

Als Querflötist muss man: verspielt sein

Schöner als Musik ist für mich: leben

Kultur in Wels: Sehr vielfältig, viel Qualität

Cross over: Der Versuch, Schubladen zu überwinden, um dann doch wieder schubladisiert zu werden

Kraft tanken: Begegnungen, Ausdruck, Stille

Luxus: Das Leben relativ frei einteilen können

Freundschaft: ungeheuer wichtig,einfach zurücklehnen

Gesundheit: Ein Geschenk, ich bin dankbar dafür

Ich ärgere mich über: Intoleranz, Ignoranz,Kurzsichtigkeit

Ich freue mich über: Offenheit

Ich lese gerade: Wie immer - fünf Sachen gleichzeitig

Kommentare anzeigen »
Artikel 03. Mai 2006 - 00:00 Uhr
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS