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Kinder zwischen zwei Müttern

Von Von Claudia Riedler, 26. Juni 2009, 00:04 Uhr
Kinder zwischen zwei Müttern
Markus mit seiner Mama Maria Achberger und mit seiner Pflegefamilie (kl. Bild) Bild: privat

„Ich musste lernen, loszulassen“, sagt Maria Achberger. Vor etwa zehn Jahren gab sie ihren Sohn in eine Pflegefamilie, in der er seither lebt. Mit dem Verein „Outturn“ will sie auch anderen Eltern helfen, die ihr Kind weggeben mussten.

„Ich war psychisch überfordert. Deshalb kam mein Sohn Markus als er viereinhalb Jahre alt war zu Pflegeeltern, die mittlerweile in Bayern wohnen“, berichtet Maria Achberger. Heute kann sie sehr gelassen darüber sprechen, sie sieht ihren Buben alle sechs Wochen für vier bis fünf Tage. Und sie hat einen guten Kontakt zur Pflegefamilie Tomaschek.

Am Anfang habe sie aber beispielsweise alle Fotos von ihrem Sohn aus ihrem Sichtfeld räumen müssen. „Das hat zu sehr weh getan.“ Erst nach etwa drei bis vier Jahren sei es ihr besser gegangen.

„Ich musste lernen, zu akzeptieren, dass mein Kind weg ist. Und ich musste lernen, es ihm zu gönnen, weil er es in seiner Pflegefamilie gut hat“, sagt die Linzerin. Den heute 14-Jährigen hätte sie später auch wieder zu sich holen können. „Das wollte ich aber nicht – seinetwegen. Es geht ihm besser, wenn er nicht noch einmal herausgerissen wird und wieder alles neu ist für ihn.“

Du darfst sie lieben

Diese Entscheidung habe damals auch ihrem Sohn Markus gut getan. „In einem unserer vielen Gespräche habe ich ihm gesagt, dass er auch seine Pflegeeltern lieben darf.“ Das sei besonders wichtig, weil Kinder sonst in einem Loyalitätskonflikt gefangen sind, den sie selbst nicht lösen können.

Ihre Erfahrungen gibt Achberger seit vier Jahren im Verein „Outturn“ weiter, der Eltern – meist Mütter – berät, deren Kinder in Pflegefamilien aufwachsen. „Die Beziehung zum Kind und zu seiner neuen Familie muss man langsam aufbauen und Schritt für Schritt alles erklären“, sagt die erfahrene „Herkunftsmutter“, die auch die häufigsten Probleme zwischen leiblichen und Pflegeeltern kennt: Pflegeeltern können manchmal schwer mit den – teilweise psychisch kranken – Müttern umgehen. Die Mütter hingegen hätten häufig das Gefühl, ihr Kind zu selten zu sehen.

„Bei unseren Beratungen steht immer das Wohl des Kindes im Mittelpunkt“, sagt Achberger. Es gehe um die Aufarbeitung von Trennungsschmerzen und Schuldgefühlen, ums Loslassen, um die Ängste und Bedürfnisse des Kindes und Probleme bei Gericht und Ämtern. „Wenn erwünscht, beraten wir Eltern auch schon vor der Entscheidung zur Pflege.“

Mit einem ganz neuen Projekt will der Verein zudem psychisch kranke Schwangere und Mütter betreuen. „Eine psychiatrisch ausgebildete Krankenschwester soll dabei die Mutter nach Bedarf unterstützen – von der Alltagshilfe über Kinderbetreuung bis zur Überbrückung von Krisen“, sagt Achberger. Derzeit fehle es noch an der Finanzierung durch die Landesregierung. Achbergers Wunsch: „Genauso wichtig wie die Ausbildung der Pflegefamilien ist die Unterstützung der Herkunftseltern – finanzielle Hilfe wäre hier nötig.“

Info: Verein „Outturn“, Treffen jeden 3. Montag im Monat, 18 Uhr, Linz, Rudolfstraße 14 (bei Mitterhuber läuten), Tel: 0681/10539443.
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