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Die Zukunft der Liebe: liberal, romantisch und rauschhaft

Die Erwartungen an die Liebe waren noch nie so hoch wie heute. Gleichzeitig war es noch nie so schwierig, ein Leben lang mit einem Partner zusammen zu sein.

Die Zukunft der Liebe: liberal, romantisch und rauschhaft

Man bleibt zusammen, solange die Liebe da ist. Bild: Colourbox.com

Getrennt wohnen, wöchentlich zur Paartherapie und Sex nur nach Terminkalender? Sieht so die Partnerschaft 2025 aus? Zum Abschluss der OÖN-Liebesserie blicken Experten in die Zukunft. Das sind die zehn wichtigsten Prognosen über die Liebe in den kommenden Jahrzehnten:

1 Wunsch nach lebenslanger Partnerschaft: Die Liebe fürs Leben zu finden und eine Familie zu gründen, hat für Oberösterreichs Jugendliche einen sehr hohen Stellenwert. Laut Jugendstudie ist ein "harmonisches Familienleben" für 69 Prozent der befragten 14- bis 22-Jährigen ein erstrebenswertes Ziel. Dieser Wunsch wird sich für einen Großteil der Jugendlichen nicht erfüllen, wenn man den Zukunftsprognosen der Experten traut.

2 Mehr Trennungen: Dem Wunsch nach lebenslanger Partnerschaft steht die zunehmende Zahl von Trennungen gegenüber. Professor Karl Grammer, Verhaltensforscher am Ludwig-Boltzmann-Institut in Wien, analysiert: "Die Beziehung zwischen Mann und Frau ist ein ökonomischer Kontrakt. Je schlechter die sozial-ökonomischen Bedingungen, desto stabiler die Beziehung – weil zwei besser überleben als einer allein. Wenn wir aber so stabile Umwelten haben wie in unserer Gesellschaft, dann gibt es keinen Grund, eine unerfreuliche Beziehung zu erhalten."

3 Serielle Monogamie: Statt einer lebenslangen Liebesverbindung wird es mehrere fixe Partnerschaften im Leben geben. Mathematiker Peter M. Todd vom Max-Planck-Institut in München sagt: "Wir brauchen Übungspartnerschaften, um genügend Reife für eine Lebenspartnerschaft zu sammeln." Laut seiner Berechnung werden wir in naher Zukunft im statistischen Schnitt mit 12,7 Partnern eine intensive Beziehung haben.

4 Passgenaue Partner: Die Zahl der möglichen Liebespartner steigt in der globalen Welt ins Unendliche. Jede dritte Beziehung entsteht heute online – Tendenz stark steigend. Dabei bekommt man nach Erstellen des eigenen Profils "passgenaue Partner" zugewiesen. Vor dem ersten Date weiß man ziemlich alles vom anderen – von Alter, Gewicht bis zu Hobbys und Träumen.

5 Liberalisierung: Dieses Wort charakterisiere die Liebe der Zukunft am besten, sagt der Salzburger Zukunftsforscher Reinhold Popp im Interview mit "Focus online". "Dazu gehören die Liberalisierung der Sexualmoral, die Liberalisierung unkonventioneller Partnerschaften und die Liberalisierung von Rollenverhältnissen in einer Beziehung."

6 Fernbeziehungen: Fast jeder fünfte Österreicher lebt bereits in einer LAT-Partnerschaft. Living apart together (LAT bedeutet, dass ein Paar in zwei Wohnungen lebt). 52 Prozent der Singles sagen, dass sie mit dem nächsten Partner nicht zusammenziehen möchten. "Das Spannungsfeld zwischen dem Bedürfnis nach Stabilität und der Sehnsucht nach Freiheit wird in der Zukunft den Alltag einer Partnerschaft prägen", sagt Popp.

7 Sexuelle Inszenierung: "Raus aus der Komfortzone!" raten die Linzer Sexualtherapeuten Hans und Ute Giffey Paaren, die die Lust am Sex erhalten wollen. Es werde eine Sex-Inszenierungskultur enstehen. Spielarten wie Sado-Maso, Fetischismus und das Ansehen von Pornofilmen werden Teil der Intimität. Weitere Trends nennt Andreas Steinle vom Zukunftsinstitut in Kelkheim: asexuelle Beziehungen, polyamore Partnerschaften, Sex nach Terminkalender für gestresste Paare und Beziehungsformen in der Grauzone zwischen Liebe und Freundschaft mit gelegentlichem Sex.

8 Mehr Paartherapie: Es wird zunehmend professionelle Hilfe in Anspruch genommen. "Die Paartherapie wird boomen, denn unsere Lebensverhältnisse werden komplexer", sagt Zukunftsforscher Popp.

9 Singles in jedem Alter: Singlesein ist keine Frage des Alters. Man wird im Laufe seines Lebens immer wieder ohne fixen Partner sein. In Oberösterreich lebt jeder Dritte allein. Der Großteil davon sind ältere Frauen.

10 Liebe als Glücksbringer: Liebe soll heute leisten, was früher eher im Spirituellen gesucht wurde: Erfüllung und rauschhafte Intimität. "In der Kälte der wissenschaftlich-technischen Welt soll die Liebe Wärme bringen. Befreit von allen Zwängen, die Menschen lange um der Fortpflanzung willen lieben ließ, soll die gefühlvolle Liebe Menschen glücklich machen", sagt Professor Wilhelm Schmid, Philosoph und Autor aus Berlin.

 

Liebe im Internet

Liebesbriefe werden heute nur mehr selten geschrieben, stattdessen kommunizieren Liebende via WhatsApp, E-Mail, Facebook, SMS oder in diversen Chatrooms. Folgende Abkürzungen könnten Sie für diese Form der Liebesbotschaften brauchen:

*blbr*: Bussi links, Bussi rechts

*m**: mein Stern

*2mo2y*: to me or to you (Gehen wir zu mir oder zu dir)

*Hdl*: Hab dich lieb

*143*: I (ein Buchstabe) love (vier Buchstaben) you (3 Buchstaben) – Ich liebe dich
*ILD*: Ich liebe dich
*g*: grinsen
*gg*: großes Grinsen
*fg*: freches Grinsen

*Knubu*: Knuddelbussi

*lol*: laughing out loud (laut herauslachen)

*XOXO*: Hugs and kisses! (Umarmung und Küsse, Grußformel)

*XX*: Kisses (Küsse)
*Kkk*: Küsschen, Küsschen, Küsschen

*YMMD*: You made my day (Du hast meinen Tag gerettet)

*Bagmo*: Baby give me more (Baby, gib mir mehr)

 

Gewinnspiel

Die OÖN verlosen zum Abschluss der Liebes-Serie fünf Hörbücher zur VHS-Veranstaltungsreihe „25 Jahre Beziehungsfallen“:

Hörbücher "Beziehungsfallen"

Aus 25 Jahren Vortragsreihe "Beziehungsfallen" wurde ein Hörbuch zusammengestellt. Wer sich mit dem Thema Liebe, Sexualität und Partnerschaft auseinandersetzen will, für denjenigen ist das Hörbuch empfehlenswert. Das Gewinnspiel endet am 5. Mai um 10 Uhr, die Gewinner werden per Mail benachrichtigt.


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Artikel Barbara Rohrhofer 30. April 2014 - 00:05 Uhr
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