Lade Inhalte...
  • NEWSLETTER
  • ABO / EPAPER
  • Lade Login-Box ...
    Anmeldung
    Bitte E-Mail-Adresse eingeben
    Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse oder Ihren nachrichten.at Benutzernamen ein.

gemerkt
merken
teilen

Photovoltaik: Regierung präsentiert Bonus für "Made in Europe"

Von nachrichten.at, 07. Juni 2024, 14:16 Uhr
Photovoltaik
Für die Änderung braucht es eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament. Bild: colourbox

WIEN. Anlagen, deren wesentliche Komponenten aus europäischer Produktion stammen, sollen eine 20-Prozent-Förderung erhalten.

Der Bonus für Produkte aus dem Solarbereich, in denen europäische Komponenten verbaut sind, war im März - bei einem Betriebsbesuch von Regierungspolitikern bei Fronius in Sattledt - angekündigt worden. Am Freitag präsentierten Vizekanzler Werner Kogler, Energieministerin Leonore Gewessler und Wirtschaftsminister Martin Kocher ihren Vorschlag.

Wer eine Investitionsförderung bekommt, soll zusätzlich bis zu 20 Prozent des Förderbetrages erhalten, wenn ein Mindestanteil an europäischen Komponenten beim Bau der PV-Anlage verwendet wird. Die Förderung soll ab Herbst verfügbar sein und für Anlagen ab 35 kWp gelten (35.000 kWh Solarstrom im Jahr).

Laut Kogler soll sie ein "Boost" für erneuerbare Energien sein, damit mache sich Österreich auch gleichzeitig weniger abhängig von Energielieferungen aus dem Ausland.  In der Umwelttechnologie hätte Europa die Nase vorne, "diesen Vorteil dürfen wir nicht verspielen", sagte Kogler.

Kein fairer Wettbewerb

Kocher verwies auf die teils "fragwürdigen Handelspraktiken" in anderen Ländern, Europa dürfe nicht naiv sein. Mit dem Bonus werde ein fairer Wettbewerb garantiert.

Billigere Importe würden europäische Produzenten unter Druck setzen, sagte Energieministerin Gewessler. Es gehe darum, Marktführer in Europa zu halten. Zwischen 2020 und 2023 wurden 290.000 PV-Anlagen gefördert, Sonnenenergie sei auf Rekordkurs.

Die geplante Änderung soll beim Ministerrat nächste Woche beschlossen werden, im Parlament wird eine Zwei-Drittel-Mehrheit benötigt. 

Lob und Kritik

Der Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI), der schon länger für eine solche Förderung eingetreten ist, begrüßt den Bonus: Er sei ein "kluges Instrument für eine nachhaltige Klima- und Wirtschaftspolitik", sagt FEEI-Obmann Wolfgang Hesoun. 

"Spät, aber doch", wird der Bundesvorsitzende der Produktionsgewerkschaft (PRO-GE), Reinhold Binder in einer Aussendung zitiert. Grundsätzlich sei der Bonus positiv zu bewerten, jedoch habe man wertvolle Zeit für die heimische Industrie und deren Beschäftigte verstreichen lassen. 

Wie berichtet, hat das Technologieunternehmen Fronius, das auch Wechselrichter herstellt, 350 Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet. Bis Ende des Jahres wurde außerdem Kurzarbeit verordnet, Grund dafür ist die Schwäche der Solartechnik-Sparte.

mehr aus Wirtschaft

Wirtschafts-Kommentar: Der Bruch

Gefälschte Ausschreibung: Arbeiterkammer warnt vor Fake-Jobs

Konkurrenz aus China und den USA: Forschung braucht "langfristige Finanzierung"

"Auf das Potenzial der Frauen können wir nicht verzichten"

Lädt

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

11  Kommentare
11  Kommentare
Neueste zuerst Älteste zuerst Beste Bewertung
Peter2012 (6.409 Kommentare)
am 08.06.2024 07:11

SCHLUSS MIT DEM FÖRDERWAHNSINN!!!

Was hat der Steuerzahler von dieser Förderung??? Dieser finanziert diese und sollte schon einen Nutzen davon haben!!!

lädt ...
melden
antworten
analysis (3.701 Kommentare)
am 07.06.2024 19:13

Ein Beweis, dass die Dummheit der Förderpolitik nur von der Gier der Konzerne und Investoren übertroffen wird:
Nur zur Erinnerung für nicht 100% Demente:
1000-Dächer-PV-Programm und Angela Merkel und deutsche Solarpleiten durch Importe aus China (Know-how und Geld kam aus der EU)
Verstopfung der Ö- Pumpspeicher KW mit bayr. Solar-Offensive als Alibi statt Ausbau der Strom-Versorgung von Nord nach Süd
Das Zusammenbauen von chinesischen Kernkomponenten in Ö ist kein nachhaltiges Unternehmens-Konzept, das sollten auch CEO's ( wie schreibt man das "weiblich?) dauerhaft erfassen!
Das ist nicht der letzte Crash nach Neoom,.....

lädt ...
melden
antworten
analysis (3.701 Kommentare)
am 07.06.2024 19:05

Da wird es wieder " Diskussionen" geben:
Ist das Zusammenstecken von chinesischen Komponenten ( Display, Sensoren, ...) und die Montage in einem "Firmengehäuse" eine autarke europäische Produktion oder Etiketten-Schwindel?

lädt ...
melden
antworten
spoe (14.065 Kommentare)
am 07.06.2024 15:21

Und dann jammert man ständig, dass Chinesen angeblich ihre Produkte fördern. 😂

lädt ...
melden
antworten
meisteral (12.152 Kommentare)
am 07.06.2024 14:53

Toll, wenn die asiatische Variante aber in Summe 30% billiger ist, dann bewirkt die Förderung was?

lädt ...
melden
antworten
betterthantherest (34.918 Kommentare)
am 07.06.2024 14:38

Der Förderwahnsinn nimmt kein Ende.

Diesmal gibts also eine lex Fronius auf Steuerzahlerkosten.

lädt ...
melden
antworten
spoe (14.065 Kommentare)
am 07.06.2024 15:23

Finde ich auch sehr eigenartig und so eine Art Anlassgesetzgebung.
Recht viel andere österreichische Betriebe fallen mir als Hersteller jetzt nicht ein.

lädt ...
melden
antworten
analysis (3.701 Kommentare)
am 07.06.2024 19:09

Die Kreisel-Brüder haben mit "neoom" ähnlich agiert (und bereits Personal entlassen), slowakische "start ups" agieren, zumindest mit chinesischer Importware, bezogen z.B.: über die Türken ähnlich.

lädt ...
melden
antworten
Gugelbua (32.172 Kommentare)
am 07.06.2024 14:31

was ich nicht verstehe:
durch die Solaranlagen gibts Strom im Überfluß
der aber nicht bei den Verbrauchern ankommt
weil die Monopolisten der Netzbetreiber es nicht schaffen ihre Netze dafür auszubauen

lädt ...
melden
antworten
betterthantherest (34.918 Kommentare)
am 07.06.2024 14:39

es liegt weniger an den Netzen.

Sondern an der nicht vorhandenen Nachfrage zum Zeitpunkt der Produktion.

lädt ...
melden
antworten
Kukilein (511 Kommentare)
am 07.06.2024 19:44

In internationalen Fachpublikation versteht man unter "Netzausbau" gerne eine Gesamtheit von technischen Maßnahmen, die es ermöglichen sollen, dass man erneuerbaren Strom, der eben bei einer PV Anlage nur dann generiert wird, wenn die Sonne scheint, auch zu anderen Zeitpunkten (z.B. in der Nacht). Zum Beispiel Speicher gehören also in internationalen Fachbeiträgen durchaus zum "Netzausbau". Der Ausbau von Stromleitungen bringt in diesem Kontext nur etwas wenn Leitungen schon "zuviel Strom" transportieren müssten. Diesbezüglich gibt es vielfach die Forderung, dass die Netzdaten in transparenter Weise für die Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden, damit es für den Bürger nachvollziehbar wird, ob es wirklich notwendig ist, dass neue Stromleitungen gebaut werden, obwohl der Inlandsstromverbrauch aus dem öffebtlichen Netz in den Jahren 2022 und 2023 eklatant gesunken ist. Leider fehlen hier aber entsprechende gesetzliche Grundlagen.

lädt ...
melden
antworten
Aktuelle Meldungen