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Pegasus

Eine Gala, die mit Sicherheit allen Mut machte

Von OÖN   15. Oktober 2020 00:04 Uhr

Die besten Bilder vom Pegasus 2020

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Bild 1/56 Bildergalerie: Die besten Bilder vom Pegasus 2020

LINZ. Die Pegasus-Gewinner des Abends heißen IFN, Trumpf Maschinen, Frauscher Boote und Silvia Musial Der Pegasus in Kristall für das Lebenswerk ging an die EVG-Gründer Aya Maria und Erich Thallner

"Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht zu Ende": Mit diesem Spruch machte Wirtschaftskammer-Präsidentin Doris Hummer bei der 27. Galanacht der Wirtschaft der OÖNachrichten allen Unternehmern Mut.

Unter strengsten Covid-Auflagen feierte das Land Oberösterreich seine besten Unternehmen und verlieh den Wirtschaftspreis Pegasus in Gold, Silber, Bronze und Kristall. Für viele Besucher war die Veranstaltung eine Gelegenheit, durchzuatmen. Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger dankte als Aufsichtsratschef der LIVA den OÖNachrichten, dass sie mit ihren Partnern Raiffeisen Landesbank, Land Oberösterreich, Wirtschaftskammer, Industriellenvereinigung Oberösterreich und KPMG die ersten privaten Veranstalter im Brucknerhaus nach dem Lockdown waren.

Trotz praktisch halbierter Zuschauerzahl war der Abend als Gala für erfolgreiche Firmen und ihre Mitarbeiter gelungen. Ein Zeichen der Wertschätzung in schwierigen Zeiten.

Die Preisträger zeigten auch auf, wie man trotz Pandemie erfolgreich sein kann. Happy Foto etwa investiert in Künstliche Intelligenz, um sich gegen globale Konkurrenz auf dem Fotobuch-Markt durchzusetzen, wie Firmenchefin Marlene Kittel (Pegasus in Bronze) betonte. Und Braucommune-Freistadt-Chef Ewald Pöschko zeigte, wie man in jeder Situation verkaufen kann. "Wir sind das Bier der Linzer", sagte der Mühlviertler Silber-Preisträger und sprach über regionale Rohstoffe und darüber, was aus einem "250 Jahre alten Start-up werden kann, das mit nur drei Zutaten ein primitives Produkt erzeugt". Die Besucher konnten an diesem Abend auch das Freistädter "Pegasus"-Bier verkosten. Getoppt wurden diese beiden Erfolgsgeschichten nur von Frauscher. Die Bootswerft verkauft Luxusboote und damit Produkte, die keiner braucht, aber jeder haben will. Und zwar deshalb, weil "wir stets den Kunden nahe sind", sagte Stefan Frauscher.

Schwarz, grün, rot

Schwarz, grün und rot. Fast wie eine Ampel kam die Politiker-Talkrunde daher. Klimaschutzministerin Leonore Gewessler spielte die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen nicht hinunter, wies aber darauf hin, dass "die Klimakrise während der Coronakrise keine Pause gemacht hat." Für den wirtschaftlichen Wiederaufbau in Österreich werde so viel Geld in den Klimaschutz investiert wie nie zuvor.

Die Technische Universität für Digitalisierung ist laut Landeshauptmann Thomas Stelzer eine von mehreren Antworten des Landes auf die derzeitige Krise. Erfolgsrezept des Standorts sei, dass Innovationen breiter Raum gegeben wird. Diese sieht der Linzer Bürgermeister nicht zu

letzt in der voestalpine verankert und begrüßt, dass der Bund die Transformation zur Stahlerzeugung mit Wasserstoff unterstützt. Auch IV-Präsident Axel Greiner unterstrich die Innovationskraft seiner Mitgliedsbetriebe und verwies darauf, dass diese seit Jahren Ökologie und Ökonomie unter einen Hut zu bringen verständen.

Helge Löffler, Partner der KPMG, verwies im Gespräch mit den Moderatoren Elisabeth Eidenberger (OÖN) und Klaus Obereder (ORF) darauf, dass die Nachhaltigkeit in den Betrieben angekommen ist: "Die Firmen nehmen ihre gesellschaftliche Verantwortung wahr."

Bei der von Klaus Pruenster und seiner Eventcompany konzipierten Gala spielte das Orchester der Bruckner-Universität gemeinsam mit DJ Pete Sabo groß auf. "Shrimps Cocktail" unterhielten das Publikum nach der Preisverleihung, wo OÖN-Sommelier Hans Stoll feine Weine vom Weingut Dürnberg kredenzte.

Die Gelegenheit, nach Monaten gesellschaftlicher Enthaltsamkeit den Gedankenaustausch zu pflegen, nutzten nicht nur die Partner des Pegasus und eine Reihe von Politikern und Interessensvertretern, sondern auch viele Unternehmer und Manager. Den Ehrgeiz haben sie noch nicht verloren: "Wir freuen uns, in diesen Zeiten einen Preis entgegenzunehmen. Aber Gold oder Silber wären uns noch lieber gewesen", sagte Amag-Chef und Bronze-Gewinner Gerald Mayer.

Unternehmerin des Jahres "Mit Zahlen bin ich einfach glücklich"
WK-Vize Carmen Goby und Silvia Musial (r.)

Unternehmerin des Jahres: „Mit Zahlen bin ich einfach glücklich“

Es hat eine Weile gedauert, bis Silvia Musial die Auszeichnung ganz realisiert hatte – „weil ich gemerkt habe, wie sich alle um mich mitfreuen!“ Die Unternehmens- und Steuerberaterin erhielt den Pegasus als erfolgreiche Frau in einer Führungsposition, überreicht durch die Wirtschaftskammer-Vizepräsidentin Carmen Goby.

„Der Pegasus bekommt einen Ehrenplatz in einer Glasvitrine im neuen Büro“, sagt die Unternehmens- und Steuerberaterin, die sich bereits mit 18 mit einem Buchhaltungsbüro selbstständig gemacht hatte. Neben ihrer Arbeit im elterlichen Reifenhandel in Enns, wohlgemerkt. Aber Arbeit war schon immer wichtig, sagt die zum Workaholic neigende Mutter von fünf Kindern. Mit 39 Jahren entschied sie, sich ganz der Steuerberatung zu verschreiben und gründete die heutige mc tax Steuerberatung. „Mit Zahlen bin ich einfach glücklich“, sagt die Unternehmerin, die eigentlich schon in Pension und als Trainerin und Sachverständige aktiv ist.

Zu Beginn der Corona-Krise wurden sie und ihr gut 40-köpfiges Team an drei Standorten (Gallneukirchen, Asten, Linz) fast überrannt. 24 Stunden erreichbar, 20 Stunden gearbeitet „und kaum gemerkt“. Ihre Kinder Mario (IT und Marketing), Nicole (derzeit Karenz) und Daniela (als ihre designierte Nachfolgerin) arbeiten ebenfalls in der Firmengruppe und freuen sich mit ihr.

erfolgsgeschichten Frauscher Bootswerft surft auf der Erfolgswelle
Geschäftsführer Stefan Frauscher (Cityfoto/Pelzl)

Erfolgsgeschichten: Frauscher Bootswerft surft auf der Erfolgswelle

International tätig und dennoch immer nah bei den Kunden sein: Das ist eines der Erfolgsrezepte von „Frauscher Bootswerft“. Das Unternehmen aus Ohlsdorf siegte beim Pegasus in der Kategorie „Erfolgsgeschichten“. Geschäftsführer Stefan Frauscher strahlte nach der Preisverleihung mit der Statue um die Wette: „Wir freuen uns wirklich riesig.“

1927 hat Engelbert Frauscher eine Bootsbauerei in Wien gegründet. Mehr als 90 Jahre später setzt der mittlerweile in Ohlsdorf beheimatete Betrieb neue Maßstäbe im internationalen Bootsbau. Das Familienunternehmen wird inzwischen in dritter Generation geführt und gehört zu den führenden Herstellern hochwertiger Motorboote – nicht umsonst hat Frauscher Vertriebsniederlassungen an noblen Häfen im Mittelmeer. Bis zu 90 Elektro- und Motorboote entstehen jährlich in Ohlsdorf. 40 Prozent der verkauften Boote haben mittlerweile einen Elektroantrieb. Neben Ohlsdorf gibt es weitere Vertriebsstandorte auf Mallorca, an der Côte d’Azur sowie in Miami. 57 Mitarbeiter sind beschäftigt.

zukunftshoffnungen Auf dem "Holzweg" zur Trophäe in Gold
Martin Wildfellner (Manfreddo/Bronze), Christoph Fraundorfer, Heinz Mayrhofer (My Esel/Gold) und Marc Streit (Datavisyn/Silber) (v.l.n.r.) sind die Zukunftshoffnungen des Pegasus 2020.

Zukunftshoffnungen: Auf dem „Holzweg“ zur Trophäe in Gold

Den „Holzweg“ beschreiten Christoph Fraundorfer und Heinz Mayrhofer nur im übertragenen Sinn. Die beiden Unternehmer aus Traun sicherten sich mit My Esel bei den Zukunftshoffnungen den Sieg. Fraundorfer und Mayrhofer entwickeln, fertigen und verkaufen seit drei Jahren Fahrräder aus Holz. „Wir haben damals mit einem Projekt begonnen, und mittlerweile hat sich eine Dynamik entwickelt. Wir sind auf sehr gutem Weg“, sagte Fraundorfer.

Der Gründer stieß per Zufall auf die Geschäftsidee. Weil ihn wegen seiner Größe von 1,95 Metern Schmerzen beim Radfahren plagten, setzte er sich damit auseinander, wie man gesund und effizient auf zwei Rädern unterwegs ist. Er holte sich Mayrhofer, Ex-Entwicklungschef bei Fischer, ins Boot. Basis für die Räder ist Birken-, Eschen- und Nussholz aus heimischen Wäldern. Der Rahmen wird bei SFK in Kirchham hergestellt und in Traun mit biometrischer Software auf Körpermaße abgestimmt. Mehr als 850 Räder hat My Esel bisher verkauft, die Preise beginnen bei 1990 Euro. Auch E-Bikes sind erhältlich.

Platz zwei bei den Zukunftshoffnungen ging an Datavisyn aus Linz. Vier Forscher der JKU, der University of Utah und der Harvard Medical School gründeten das Unternehmen, das Software zur Datenanalyse entwickelt. Verwendet wird die Linzer Erfindung etwa von Pharmaunternehmen, sagte Gründer Marc Streit: „Nur eines von 500 Medikamenten schafft es auf den Markt. Wir beschleunigen diesen Prozess.“

Online-Marktplatz für regionale Produkte

Regionale Lebensmittelhersteller zu fördern und ihnen einen Marktplatz für ihre Produkte zu bieten: Diese Idee hatte der Grieskirchner Unternehmer Manfred Kröswang. Geworden ist daraus die Online-Plattform manfreddo.com mit bereits mehr als 200 regionalen Produzenten. Manfreddo stellt den Kontakt zwischen der Gastronomie und den Erzeugerbetrieben her, die oft zu geringe Mengen produzieren, um im klassischen Großhandel gelistet zu sein. Durch die Rückbesinnung auf regionale Lebensmittel laufe das Geschäft in der Corona-Krise „ganz gut“, sagte Manfreddo-Leiter Martin Wildfellner.

Die Sieger in dieser Kategorie wählte das Publikum per Live-Voting: 43 Prozent stimmten für My Esel, 31 Prozent für Datavisyn und 26 Prozent für Manfreddo.

zukunftshoffnungen Auf dem "Holzweg" zur Trophäe in Gold
Martin Wildfellner (Manfreddo/Bronze), Christoph Fraundorfer, Heinz Mayrhofer (My Esel/Gold) und Marc Streit (Datavisyn/Silber) (v.l.n.r.) sind die Zukunftshoffnungen des Pegasus 2020.

Leuchttürme: Unkonventionell in einer konventionellen Branche

Wir sind bisher relativ gut durch diese Situation gekommen“, sagte Christian Klinger, Miteigentümer und Sprecher der Geschäftsführung beim Sieger in der Kategorie „Leuchttürme“, der IFN-Holding mit Sitz in Traun. Dass sein Unternehmen nicht nur im Vorjahr stark gewachsen ist, sondern auch jetzt der Corona-Krise trotzt, habe damit zu tun, dass das Internationale Fensternetzwerk einen „unkonventionellen Weg in einer konventionellen Branche“ beschreite. So sei man „in Richtung Norden gegangen. Das hilft uns jetzt“, sagte Klinger. IFN hat Töchter in Dänemark und Finnland.

Mit einem Umsatzwachstum um zwölf Prozent auf 612 Millionen Euro hatte IFN ein sehr gutes Geschäftsjahr 2019. Auch zu Jahresbeginn ist das Geschäft gut gelaufen, bis im März der große Einbruch kam. Seit Mai gehe das Geschäft wieder besser. Dass sein Unternehmen mit 57 Prozent eine sehr hohe Eigenkapitalquote habe, spiele bei der Krisenbewältigung eine entscheidende Rolle. „Man schläft besser, wenn das Unternehmen gut abgesichert ist“, sagte Klinger beim Bilanz-Pressegespräch im Juni.

Aus acht Unternehmen besteht die IFN-Gruppe seit heuer. Jüngster Zukauf war im Sommer die dänische Skanva Group, die im Online-Geschäft für Fenster und Türen unterwegs ist.

Die besten Bilder vom Pegasus 2020
Innovationskaiser: Gerald Mayer (AMAG), Christa Furtmüller (Trumpf Maschinen) und Gert Kroner (Lenzing)

Innovationskaiser: Selbsterklärende Maschine „trumpfiert“

Mit einer Schweißmaschine, die keine Präsenzschulungen bei Inbetriebnahme und Bedienung benötigt, machte das Paschinger Maschinenbauunternehmen Trumpf das Rennen um den goldenen Pegasus in der Kategorie Innovationskaiser. Schweißer zu finden, ist seit Jahren ein Problem für viele Firmen, hier ist die automatisierte Zelle fürs Handschweißen, die schon bei kleinen Losgrößen profitabel ist, eine interessante Lösung.

Die Idee der Video-Schulungen war schon vor Corona da, doch die Kontakteinschränkungen machen diese Schweißzelle für die Kunden noch interessanter, sagt das Unternehmen. Da weder bei der Inbetriebnahme noch beim Vermitteln der Kenntnisse für die Maschinenbedienung und -sicherheit Personenkontakt notwendig ist, stellen die Corona-Krise und Abstandsregelungen kein Problem dar.

„Mit einem QR-Code, der auf der Maschine angebracht ist, können die Kunden via Smartphone oder Tablet die interaktiven Videos für die Maschine direkt ansehen. Kosten für die Schulungen werden gespart und vor allem die CO2-Belastungen durch die Fahrten reduziert“, sagt Christa Furtmüller, E-Learning-Projektmanagerin bei Trumpf. Die Rückmeldungen der Kunden seien sehr gut, sie könnten nach der kurzen Online-Schulung sofort loslegen. Das Konzept sei auch ausbaubar, indem etwa neue Informationen zur Maschine mittels QR-Code hinterlegt werden können.

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