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So urteilen ältere Führungskräfte über jüngere

Von Susanna Sailer, 18. November 2017, 00:04 Uhr
So urteilen ältere Führungskräfte über jüngere
Junge Führungskräfte wollen moderne Arbeitszeitmodelle und ein traditionelles Entlohnungssystem.

Trescon-Studie: Offenheit und Internationalität der Jungen wird geschätzt, geringeres Leistungsbewusstsein nicht.

Wie ticken unsere Jungmanager wirklich? Dieser Frage geht eine Studie nach, deren Ergebnisse die Linzer Personalberatung Trescon vergangenen Donnerstag präsentierte. Unter den Titel "Macht die Wohlstandsgesellschaft unsere (jüngeren) Führungskräfte schlaff?" hatte Trescon in Kooperation mit dem Linzer Trainer und Berater Wolfgang Feichtenschlager und der Fachhochschule Steyr die Antworten von 220 Führungskräften und Personalverantwortlichen gesammelt. Allerdings gehören die Teilnehmenden überwiegend nicht selbst der jungen Zielgruppe an – zumeist sind es Ältere, die über ihre Jungkollegen urteilen.

Was diesen besonders an den 25- bis 40-jährigen Managern gefällt, ist deren Offenheit, Lern- und Begeisterungsfähigkeit sowie deren Veränderungswille. Die Offenheit spiegelt sich auch in der Internationalität und im interkulturellen Umfeld, das gepflegt wird, wider. Dieses Ergebnis ist für Bernhard Winkler, geschäftsführender Gesellschafter von Trescon, nicht selbstverständlich: "In Zeiten, in denen wieder von Grenzziehungen geredet wird, hätten die Antworten auch anders ausfallen können."

Umgekehrt hinterfragen die älteren Kollegen kritisch die Einsatz- und Leistungsbereitschaft der Jungmanager. Die Aussagen "Minimaler Zeit- und Arbeitsaufwand", "wenig Verantwortungsbewusstsein", "wollen mehr Freizeit für die schönen Dinge des Lebens, aber das gleiche Gehalt", empfinden 42 Prozent der Befragten als richtig.

Ungeliebte Anwesenheitskultur

All-in-Verträge mit Überstundenpauschalen und Anwesenheitskultur wirken sich schlechter auf die Motivation aus, als andere Dienstvertragsformen. Junge Führungskräfte schätzen mehr das Entlohnungssystem mit Normalarbeitszeit und belohnen das mit mehr Engagement. Sie präferieren eine Ergebniskultur, bei der die Leistung am Erreichen des Zieles erkennbar wird. Winkler: "Unternehmen sollten sich im Wandel der Generationen gut überlegen, wie sie ihre Arbeitsverträge gestalten und worauf sie in ihrer Führung achten."

Gute Planer und Erneuerer

Feichtenschlager: "Eine Führungskraft muss Planungskompetenz mitbringen. Sie braucht ein hohes Maß an Selbstreflexion und Selbstkontrolle." Weniger Wert legen die Befragten darauf, ob ein Manager begeistern und motivieren könne. Gute Manager müssten keine Problemlöser oder Strategen sein. Mehr zähle, ob jemand aufgeschlossen für Neues sei und mit Veränderungen umgehen könne.

Die Befragung zeigt auch den Wertewandel bei jüngeren Führungskräften auf. Winkler: "Das Karrierestreben ist weniger ausgeprägt, dafür treten Eigeninteressen in den Vordergrund." Die Kommunikation von Mitarbeitern und Arbeitgebern erfolge auf Augenhöhe, was für so manchen Unternehmer älteren Schlages ungewohnt sei. Fragen wie "Warum soll ich zu Ihnen wechseln?", "Wie sieht in diesem Unternehmen die Work-Life-Balance aus?" oder Forderungen wie "Ich habe ein spezielles Hobby und brauche dafür jeden zweiten Freitag frei" seien keine Seltenheit.

 

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