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Wirtschaft

Umweltpionier spricht Klimasünder frei

Von Josef Lehner   10. Februar 2012 00:04 Uhr

Umweltpionier spricht Klimasünder frei
Gibt geringere Sonnenaktivität zeitlichen Spielraum beim Klimaschutz? (Reuters)

ESSEN. Ausgerechnet ein Pionier des Umweltschutzes, der Ex-SPD-Politiker Fritz Vahrenholt, befeuert die Diskussion um die Klimalüge. Die Sonnenaktivität, nicht der Mensch sei an Wetterunbilden schuld.

Die internationale Klimaschutzbewegung hat mit den enttäuschenden Gipfeln von Kopenhagen, Cancún und Durban Dynamik eingebüßt. Die größten Schadstoffemittenten, die USA und China, verweigern verpflichtende Senkungsziele.

Gleichzeitig gibt es Studien, die den Klimawandel differenziert einstufen. Erst gestern wurde publiziert, dass die Gletscherschmelze in den meisten Regionen weniger dramatisch sei als befürchtet. Anfang Jänner veröffentlichte Luke Skinner von der Universität Cambridge im „Nature Geoscience“ die These, dass eine Eiszeit bevorstehe, deren Ausbreitung durch die hohe Konzentration an Treibhausgasen erfreulicherweise abgeschwächt werden dürfte.

„Die kalte Sonne“ schützt

Einen Sturm der Entrüstung hat bei den Klimaschützern vorige Woche ein neues Buch ausgelöst. Der langjährige Mitstreiter Fritz Vahrenholt (62), früher Umweltsenator in Hamburg, behauptet mit seinem Mitautor, dem Geologen Sebastian Lüning, dass die globalen Temperaturen nur zum geringeren Teil vom CO2-Ausstoß beeinflusst seien, „mindestens die Hälfte“ der bisherigen Erderwärmung gehe auf die verstärkte Aktivität der Sonne zurück.

Seither geht es in Deutschland rund. Die Boulevard-Zeitung „Bild“ hat eine Serie unter dem Titel „Die CO2-Lüge“ gestartet. Bisher weniger lautstark aufgetretene Skeptiker des Klimawandels, vor allem aus der Wirtschaft, melden sich zu Wort.

Vahrenholt sagt, sein aktueller Job als Vorstand der Windenergiefirma Innogy, einer Tochter des Atomkonzerns RWE, habe ihn auf die Spur gebracht. Er habe sich gefragt, warum die Winderträge seit Jahren zurückgingen. Seine Studien hätten ihm gezeigt, dass zwei natürliche Faktoren das Weltklima mehr beeinflussen als die Klimagase: die ozeanischen Oszillationen, das sind Luft- und Wasserströmungsphänomene der Weltmeere; zweitens der Rückgang der Sonnenaktivität. „Die kalte Sonne“ gebe uns Zeit, die Energiewende „mit Vernunft“ umzusetzen. Die Erde werde die tolerierbare Temperaturerhöhung von zwei Grad in diesem Jahrhundert nicht erreichen.

Beide Phänomene sind in der Wissenschaft bekannt und ihre Auswirkungen werden schon lange diskutiert. Die überwiegende Zahl der Experten bewertet ihre Klimawirkung als unerheblich.

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