Lade Inhalte...
  • NEWSLETTER
  • ABO / EPAPER
  • Lade Login-Box ...
    Anmeldung
    Bitte E-Mail-Adresse eingeben
    Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse oder Ihren nachrichten.at Benutzernamen ein.

gemerkt
merken
teilen

ÖHB-Männer nach Sensation gegen Spanien in EM-Hauptrunde

Von nachrichten.at/apa, 16. Jänner 2024, 22:08 Uhr
bilder_markus
Jubel bei Österreichs Handball-Herren. Bild: (APA/AFP/KIRILL KUDRYAVTSEV)

MANNHEIM. Österreichs Handballer haben die Sensation perfekt gemacht und mit einem Remis gegen Vize-Europameister Spanien die Hauptrunde der EM in Deutschland erreicht.

Mykola Bilyk und Co. reichte am Dienstag in Mannheim ein 33:33 (17:15), um als Zweiter von Vorrundengruppe B hinter Kroatien das Ticket für die Top zwölf zu lösen. Die Leistung zwei Tage nach dem Remis gegen Kroatien darf als historisch eingestuft werden, Spanien muss vorzeitig die Heimreise antreten.

Zum fünften Mal nach 2010 (Heim-EM), 2014 (EM), 2015 (WM) und 2020 (Heim-EM) überstand Österreich bei einer Endrunde die erste Turnierphase, noch nie aber gelang dies nach einer derart starken Vorrundengruppe wie der aktuellen. War das 31:24 über Rumänien zum Auftakt noch ein Pflichtsieg gewesen, rangieren das 28:28 gegen Kroatien sowie der Spanien-Coup in der heimischen Handballhistorie ganz oben. Seit dem 37:37-Remis gegen Island bei der Heim-EM 2010 hatte Österreich bei einer der dazwischen acht Endrunden nicht mehr über einen Punktgewinn gegen einen deutlich favorisierten Gegner jubeln dürfen.

bilder_markus
Tobias Wagner, Lukas Herburger und Mykola Bilyk Bild: (APA/EVA MANHART)

Dementsprechend euphorisch fielen die ersten Reaktionen in den ORF-Interviews aus. "Ich habe keine Worte. Ich bin so stolz auf meine Mannschaft. Ich habe immer gesagt, wenn wir daran glauben, schaffen wir es auch", erklärte Teamchef Ales Pajovic. Auch ÖHB-Sportdirektor Patrick Fölser beteuerte, beinahe sprachlos zu sein. "Was die Jungs wieder geliefert haben nach dem Kroatien-Spiel, ist für mich noch gar nicht greifbar, eine unfassbare Mannschaftsleistung. Dass Spanien hier nicht weiterkommt, ist wahrscheinlich die größte Sensation im Männerhandball seit vielen Jahren."

Deutschland, Frankreich, Ungarn und Island als Gegner

Der Lohn ist nun die Übersiedlung in die 20.000er-Arena von Köln, wo man ab Donnerstag in Hauptrundengruppe 1 in Köln auf Gastgeber Deutschland, den siebenfachen Welt- bzw. dreifachen Europameister Frankreich, Ungarn sowie Island trifft. Da Österreich auch den Punkt gegen die Kroaten "mitnimmt", starten die beiden Teams mit je einem Punkt. Schon jetzt ist es für den ÖHB eine der vier erfolgreichsten Endrunden in der Handball-Moderne, Topresultat ist Platz acht von der Heim-EM 2020.

bilder_markus
Bild: GEPA pictures/ Edgar Eisner

Im Gegensatz zum Spiel gegen Kroatien hatte Österreich vor 13.293 Zuschauern in der einmal mehr ausverkauften SAP-Arena überhaupt kein Problem, ins Spiel zu finden. Die ersten drei Würfe mündeten in einer frühen 3:1-Führung (5.), die bis zum 7:7 (13.) auch hielt. In Überzahl gelang es erneut, mit zwei Toren in Front zu gehen (11:9/15. und 12:10/16.), Constantin Möstl mit seiner zweiten Parade ermöglichte Routinier Robert Weber im Konter sogar das 13:10 (17.), auch das 14:11 (21.) sah Österreich noch drei Treffer vorne.

Österreich führte zur Pause

Mit neuerlich guter, aggressiver Deckungsarbeit sorgte man teilweise für Ratlosigkeit beim Gegner, auch Möstl kam immer besser in Form. Richtig abschütteln ließen sich die Hispanos aber nicht, stellten in der 23. Minute wieder auf 14:14 und danach 15:15. Österreich hatte im Angriff mit der offensiveren Deckungsvariante einige Mühe, musste aber auch viel Härte einstecken. In der 28. Minute war es jedoch zu viel: Spanien-Star Alex Dujshebaev sah nach einer Attacke an Lukas Hutecek beim Stand von 15:15 Rot. Österreich nützte die Überzahl prompt zur 17:15-Halbzeitführung.

bilder_markus
Constantin Möstl jubelt Bild: GEPA pictures/ Edgar Eisner

Die große Überraschung schien nun in Reichweite. Spanien blieb trotzdem abgeklärt, kam in Unterzahl auf 18:18 heran und ging beim 19:18 (35.) erstmals in dieser Partie in Führung. Das Match stand weiter auf des Messers Schneide und war an Dramatik kaum zu überbieten. Das 28:27 durch einen weiteren Gewaltwurf Bilyks brachte zehn Minuten vor dem Ende wieder den Vorteil in Rot-Weiß-Rot, in dieser Phase konnte sich auch der eingewechselte Ralf Patrick Häusle im Tor auszeichnen.

Spannende Schlussphase

Nach einem spanischen Ballverlust nutzte Bilyk die Chance auf das Zwei-Tore-Plus (30:28/54.), das bis zum 31:29 hielt. Hutecek kassierte wenig später zwei Minuten, Spanien glich auf 31:31 aus (57.) und stellte schließlich auf 32:31 (58.). Weber nützte die Chance vom Siebener zum Ausgleich, auf der Gegenseite ging Spanien ebenfalls vom Punkt wieder in Führung. Vierzig Sekunden verblieben den Österreichern, den wichtigen Ausgleich zu erzielen.

Dem 38-jährigen Janko Bozovic, in Kuwait engagiert, gelang wenige Sekunden vor dem Abpfiff tatsächlich der Treffer und Spaniens letzter Versuch scheiterte. "Ich bin stolz auf alle, natürlich auch auf mich wegen dieses Tores. Jetzt wollen wir auch in der Hauptrunde noch ein paar Punkte holen", kündigte Bozovic an.

bilder_markus
Bild: (APA/EVA MANHART)

"Glaube kann Berge versetzen"

Sein ÖHB-Kollege Lukas Herburger meinte unter Tränen: "Das bedeutet mir alles. Jeder hat daran geglaubt. Da sieht man, dass Glaube Berge versetzen kann." Bilyk zeigte sich ebenfalls gerührt: "Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so emotional war. Wahrscheinlich bei der Geburt meiner Tochter."

Der seit Dienstag neue Rekordteamspieler Weber scherzte angesichts des Resultats: "Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss." Der langjährige Deutschland-Legionär hält nun bei 219 Länderspielen, wobei er sein bisher letztes auch als Highlight seiner Teamkarriere bezeichnete. "Das ist das Größte, in so einer Gruppe mit Spanien und Kroatien weiterzukommen, und das in Deutschland."

Handball-EM, Vorrunde, Gruppe B, Mannheim: Österreich - Spanien 33:33 (17:15). Beste Werfer Österreich: Bilyk 8, Wagner, Frimmel, Weber, Zivkovic je 5

mehr aus Mehr Sport

Ein Kräftemessen mit den Allerbesten

Linz und Ried kämpfen um den Halbfinaleinzug: "Wir haben die Pause gut genützt"

Nach 500. Sieg deutet Murray Rücktritt an

"Da muss man von einem Unvermögen in der Organisation sprechen"

Lädt

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

4  Kommentare
4  Kommentare
Neueste zuerst Älteste zuerst Beste Bewertung
betterthantherest (33.441 Kommentare)
am 17.01.2024 08:44

Unsere Handballer schicken den Turnierfavoriten Spanien heim!.
Unsere Handballer schaffen DIE Sensation der EM!

Was macht der ORF?
Schaltet zu inhaltslosem "Analsyse"-Geschwafel im Slalom ....

Deutlicher hätte der Öffentlich Rechtliche Staatsfunk seine Geringschätzung nicht zum Ausdruck bringen können.

lädt ...
melden
antworten
westham18 (4.243 Kommentare)
am 17.01.2024 07:06

Gratulation zu dieser Leistung. Eine verschworene, top eingestellte, sympathische Truppe. Unglaublich, was diese Burschen geschafft haben. 💥👍💥👍

lädt ...
melden
antworten
westham18 (4.243 Kommentare)
am 17.01.2024 07:34

Nearby—Handball ist einfach ein begeisterternder Sport, ständig angreifen, verteidigen, ehrliche Härte, viele Tore. Kampf Mann gegen Mann. Keine Mimosen und Simulanten, wie es sie im Fußball immer wieder gibt. 💥

lädt ...
melden
antworten
kpader (11.506 Kommentare)
am 17.01.2024 07:03

Kompliment!

lädt ...
melden
antworten
Aktuelle Meldungen