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Innenpolitik

Kurz: Skivergnügen ja, aber ohne Apres Ski

Von nachrichten.at/apa   24. September 2020 12:17 Uhr

(L-R): WKÖ-Präsident Harald Mahrer, Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP), Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP)

WIEN. Die Bundesregierung hat heute einen Ausblick auf den Wintertourismus gegeben und dabei Gäste und Gastgeber auf einen schaumgebremsten Skiurlaub eingestimmt. "Skivergnügen ja, aber ohne Apres Ski", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger stellte klar, dass Essen und Trinken auch im Freien im Sitzen konsumiert werden müssen.

Kurz eröffnete seine heutige Pressekonferenz mit dem Hinweis, dass viele Menschen nicht glauben würden, "dass die Infektionszahlen zu hoch sind". "Wir müssen das Wachstum stoppen", so der Bundeskanzler, mit besonderen Verweis auf die Bundeshauptstadt Wien. Es gehe nicht nur um die Gesundheit der Bevölkerung, sondern auch um die Arbeitsplätze. Der Tourismus sei "'Teil unserer Identität".

Köstinger versicherte, dass Weihnachtsmärkte stattfinden würden. Die Corona-Tests in der Gastronomie und Hotellerie würden ausgedehnt und nun auch für Fremdenführer, Reiseleiter und Skilehrer zur Verfügung stehen. Die Tourismusministerin betonte am Donnerstag vor Journalisten, dass es im Wintertourismus um weit mehr als um Wintersport gehe. Dem schloss sich auch Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer an. Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) betonte, dass man den Tourismus als Gesamtheit sehen müsse, und nicht ein kleiner Teil des Nachttourismus die ganze Branche gefährden dürfe.

Die Regelungen im Detail:

Beherbergung:

  • Ein Meter Mindestabstand zwischen Gästegruppen.
  • MNS-Pflicht für Mitarbeiter mit Kundenkontakt sowie für Gäste in allgemein zugänglichen Räumen.
  • Konsumiert wird im Sitzen.
  • Abstimmung zwischen Tourismus und Gesundheitsbehörden soll "optimiert" werden, um bei Verdachtsfällen "optimal abgestimmt handeln zu können".

Skischulen:

  • Maximal 10 Personen pro Gruppe.
  • Keine Veränderung bzw. Durchmischung der Gruppen.
  • Kostenlose Coronatests für Skilehrerinnen und Skilehrer im Rahmen der Initiative „Sichere Gastfreundschaft“.

Seilbahnen:

  • Maskenpflicht in Gondeln.
  • Beim Anstellen ist der 1-Meter-Sicherheitsabstand einzuhalten.

Advent- und Weihnachtsmarkt:

Jeder Advent- und Weihnachtsmarkt hat laut den Ausführungen der Bundesregierung ein "Präventions-/Hygienekonzept" auszuarbeiten und umzusetzen. Dieses soll folgende Punkte enthalten:

  • Risikoanalyse.
  • Eine Regulierung der Besucherzahl.
  • Entzerrungsmaßnahmen (z.B. Abstand zwischen den Ständen)
  • Bei Gastronomieständen ausreichend Raum für sicheren Konsum schaffen.
  • Kommunikation (z.B. anhand von Bodenmarkierungen oder Piktogrammen).

Video: Die Bundesregierung präsentierte am Donnerstag bei einer Pressekonferenz die Regeln für den Wintertourismus:

Video: Kritik der Opposition (ZIB um 13 Uhr):

Platter zu Ischgl: "Es tut mir leid, sehr leid"

Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) hat bei der Pressekonferenz bedauert, dass sich zu Beginn der Coronakrise so viele Menschen beim Apres-Ski in Ischgl angesteckt haben. "Es tut mir leid, sehr leid", so Platter auf die Frage einer deutschen Journalistin, warum es ihm so schwer falle, dass Wort Entschuldigung in diesem Zusammenhang in den Mund zu nehmen.

Gleichzeitig verteidigte Platter aber sein Bundesland und sagte, das Virus sei nicht in Ischgl entstanden, sondern wurde von außen nach Österreich getragen. "Bei einer Pandemie kann nicht eine Person die Schuld auf sich nehmen", so Platter.

Ebenfalls verteidigt hat der Landeshauptmann die auf 22 Uhr vorverlegte Sperrstunde, die Tirol gemeinsam mit Vorarlberg und Salzburg ab Freitag einführen wird. Man müsse den Gästen zeigen, dass man für ihre Gesundheit sorge. "Deswegen glaube ich, dass diese Maßnahme richtig ist", so Platter.

Er befürworte überdies sehr, dass Apres-Ski in diesem Winter in der herkömmlichen Form nicht mehr stattfinden werde. Apres-Ski mache nur einen sehr geringen Teil des Tiroler Tourismus - drei Prozent - aus. Der Rest sei Skifahren, Erholung, Kulinarik, Kultur und sonstige Aktivitäten, die heuer alle stattfinden können und so Jobs im Tourismus sichern sollen. "Es kann nicht sein, dass drei Prozent den Rest gefährden", sagte Platter.

Auch Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer betonte, dass es bei den angekündigten Maßnahmen vor allem um die Erhaltung von Jobs gehe. "Wir kämpfen mit diesem Konzept um jeden Job," so Mahrer. Denn es gehe bei den Maßnahmen auch um die Erhaltung der Existenzgrundlage für viele Menschen, die im Tourismus oder in einer davon abhängigen Branche - beispielsweise im Handel - tätig sind. "Wir reden von 675.000 Vollzeitjobs, die direkt oder indirekt an der Branche dranhängen", so Mahrer.

Anschober: "Sicherheit und Tourismus gut vereinbar"

Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne) sagte am Donnerstag, dass Sicherheit und Gesundheit aus seiner Sicht gut vereinbar seien. Besonders wichtig sei zudem, dass die Tourismusbranche selbst verstanden habe, dass sehr viel auf die Sicherheit geschaut werden müsse, so der Minister bei der Präsentation des Präventionskonzepts für den Wintertourismus.

  • Video: Experte Oliver Fritz über den Wintertourismus:

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