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Israelitische Kultusgemeinde: "Wir lassen uns nicht unterkriegen"

Von nachrichten.at, 22. Oktober 2023, 20:22 Uhr
Kultusgemeinde: "Wir lassen uns nicht unterkriegen"
Der Stadttempel (l.), die Hauptsynagoge in Wien Bild: APA/FLORIAN WIESER

WIEN. Seit dem Hamas-Angriff auf Israel häufen sich antisemitische Vorfälle in Österreich. In Wien rissen Jugendliche eine israelische Fahne vom Stadttempel, eine Verdächtige wurde ausgeforscht.

Die Zahl der antisemitischen Vorfälle nach dem Hamas-Terrorangriff auf Israel ist in Österreich signifikant gestiegen. Die Antisemitismus-Meldestelle der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) hat eine Sonderauswertung für den Zeitraum 7. bis 19. Oktober gemacht, die hochgerechnet ein Plus von 300 Prozent zeigt. Gezählt wurden ausschließlich jene Vorfälle, die in dieser kurzen Zeit verifiziert werden konnten.

In den ersten 13 Tagen seit Beginn des Krieges wurden insgesamt 76 antisemitische Vorfälle gemeldet. Als Beispiel genannt wird das Einschlagen einer Fensterscheibe eines koscheren Lebensmittelgeschäfts durch einen Arabisch sprechenden jungen Mann. Auch aus Schulen mehren sich laut Aussendung der IKG Meldungen. Unter anderem gab es drei Fälle an öffentlichen Schulen, bei denen jüdische Schulkinder durch terrorverherrlichende Gleichaltrige eingeschüchtert wurden.

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Israelische Fahne von Wiener Stadttempel gerissen

WIEN. Die Polizei fahndet weiter nach jenen Personen, die in der Nacht auf Samstag eine israelische Fahne vom Wiener Stadttempel gerissen haben.

Eine Verdächtige ausgeforscht

Am Wochenende rüttelte ein weiterer Vorfall auf: Jugendliche rissen in der Nacht auf Samstag eine israelische Fahne vom Wiener Stadttempel in der Seitenstettengasse. Ein am Samstagabend auf sozialen Medien verbreitetes Video zeigt eine Gruppe junger Menschen, die sich gegen die Synagoge wenden. Von den Schultern eines Mannes reißt eine weitere Person die Fahne herunter. Eine Frau, die danebensteht, imitiert ein Maschinengewehr.

Laut Polizei wollte ein Zeuge des Vorfalls die Frau anhalten. Bei dem Versuch soll er von mehreren unbekannten Personen davon abgehalten und von einem Mann geschlagen worden sein.

Eine Verdächtige konnte am Sonntag ausgeforscht werden. Die 17-Jährige ist laut Polizei geständig, was Sachbeschädigung angeht, bestreitet aber den Vorwurf der Verhetzung. Die beiden anderen Täter will sie erst kurz vor dem Vorfall kennengelernt haben. Die junge Frau betonte, stark alkoholisiert gewesen zu sein.

Die Fahne sei im Gedenken an mehr als 1400 Ermordete und 200 Verschleppte gehisst worden, sagte Oskar Deutsch, der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Wien. Das Herunterreißen nannte er eine "antisemitische, terrorverherrlichende Tat". Am Sonntag wurde wieder eine Flagge gehisst. "Wir lassen uns nicht unterkriegen", schrieb Deutsch auf Twitter.

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Innenminister Gerhard Karner (VP) verteidigte in der ORF-Pressestunde das Vorgehen der Polizei, die bisher sichtbar nur zu den Öffnungszeiten der Synagoge präsent war. Der Polizei sei bewusst gewesen, dass die Gefahr für jüdische Einrichtungen derzeit besonders groß sei. Daher habe man Präsenz und verdeckte Präsenz erhöht.

Vorrangig sei aber zunächst der Schutz von Menschen – unter anderem vor jüdischen Schulen, Geschäften und Sporteinrichtungen – gewesen. Seit dem Wochenende werde nun auch der Stadttempel "permanent überwacht", wie die Wiener Polizei mitteilte. Karner betonte, dass er sich mehrfach mit IKG-Präsident Deutsch ausgetauscht habe, weil enge Abstimmung wichtig sei.

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1  Kommentar
1  Kommentar
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Skepsis (857 Kommentare)
am 23.10.2023 09:51

Das Herunterreissen der Fahne war ein b'soffener Vandalenakt, nicht mehr aber auch nicht weniger.
Die Hysterie, mit der das als Anschlag auf die Jüdische Gemeinschaft und antisemitischer Akt bezeichnet wird, kann einem langsam auf die Nerven gehen.

Warum wird das Jüdische Leben in Österreich untrennbar mit dem Staat Israel verbunden?
Das eine ist Religion und das andere ist Politik. Diese Konstellation war noch nie förderlich.
Daher ist auch das Aufhängen israelischer Fahnen entbehrlich.
Das führt dazu, dass Judentum und Zionismus gleichgesetzt werden.
Sind damit wirklich alle Juden in Österreich einverstanden?

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