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Čaputová-Abschiedsbesuch: Van der Bellen warnt nach Fico-Attentat vor tödlicher Spirale

Von nachrichten.at/apa, 29. Mai 2024, 15:20 Uhr
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Die slowakische Präsidentin Zuzana Caputova und Bundespräsident Alexander Van der Bellen Bild: (APA/EVA MANHART)

SCHLOSSHOF. Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat bei einem Abschiedsbesuch der scheidenden, slowakischen Präsidentin, Zuzana Čaputová, angesichts des Attentats auf Premier Robert Fico vor Polarisierung gewarnt.

Das Attentat "hat uns alle geschockt", sagte Van der Bellen am Mittwoch in einer Pressekonferenz mit Čaputová auf Schloss Hof. Solche Angriffe hätten aber immer eine Vorgeschichte. "Wir müssen alles tun, dass die tödliche Spirale erst gar nicht beginnt."

"Am Anfang steht das verletzende Wort, darauf folgt die verhetzende Rede, dazu gesellt sich das Schweigen, das Wegschauen", erklärte Van der Bellen. Liberale Demokratien ermöglichten das friedliche Austragen von Gegensätzen.

Auch Caputova wurde bedroht

Čaputová sprach die Polarisierung und Fragmentierung der slowakischen Gesellschaft an. Auch sie selbst sei Drohungen ausgesetzt gewesen, bestätigte die scheidende Präsidentin. Sicherheitsrisiken seien ein Grund für ihre Entscheidung gewesen, nicht mehr zu kandidieren - wenn auch nicht der dominierende. Čaputovás Amtszeit endet Mitte Juni. "Ich fühle mich in meinem Land sicher", betonte die Präsidentin ihr Vertrauen in die slowakischen Sicherheitskräfte.

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Zuzana Caputova Bild: (APA/EVA MANHART)

Der linkspopulistische slowakische Regierungschef Fico war vor zwei Wochen bei einem Zusammentreffen mit Bürgern von mehreren Kugeln getroffen und lebensgefährlich verletzt worden. Sein Zustand verbessere sich langsam, teilte die Regierung am Dienstag mit. Der mutmaßliche Attentäter, ein 71-jähriger Pensionist, wurde gleich nach dem Anschlag festgenommen. Er sei mit der Politik der Regierung nicht einverstanden, begründete er seine Tat.

Angesprochen darauf, ob Österreich vor einer Polarisierung der Gesellschaft wie in der Slowakei gefeit sei oder es schon ähnliche Tendenzen gebe, antwortete Van der Bellen: "Österreich ist grundsätzlich ein friedliches Land." Aber: "Ausschließen kann man nie etwas." Zu Wortmeldungen im EU-Wahlkampf, wonach Van der Bellen ein "Sugardaddy" der grünen EU-Spitzenkandidatin Lena Schilling sei, sagte er, dass es mehr brauche, um ihn zu beleidigen. Ziel sei aber gewesen, Schilling zu kränken. Dies sei nicht geglückt. "Sie ist eine starke Persönlichkeit."

Aufruf zur Ruhe und Zurückhaltung

Čaputová ruft seit dem Attentat auf Fico ihr polarisiertes Land immer wieder zu Ruhe und Zurückhaltung auf. Ein von ihr angeregtes parteiübergreifendes Versöhnungstreffen kam wegen Widerstands von Politikern nicht zustande. Sie hoffe sehr, sagte sie am Mittwoch vor Journalisten, dass ihr Nachfolger Peter Pellegrini das Treffen ausrichten werde können. Van der Bellen zeigte sich indes zuversichtlich, dass sein Verhältnis zu Pellegrini ähnlich gut sein werde wie das zur grün-liberal gesinnten Präsidentin. Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern seien "zu eng", dass sie gefährdet werden könnten.

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Juraj Rizman, Bundespräsident Alexander Van der Bellen, die slowakische Präsidentin Zuzana Caputova und Doris Schmidauer in Schloßhof Bild: (APA/EVA MANHART)

Van der Bellen zeichnete Čaputová mit dem "Großstern des Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich" aus. Er sprach davon, dass sich die beiden Präsidentin "so gut vertragen" hätten, "dass es mich ein wenig wehmütig stimmt". Beide Staatsoberhäupter nannten die gemeinsamen Anliegen für Umweltschutz, Demokratie und ein starkes Europa sowie den Kampf gegen die Klimakrise. Beide riefen zudem zur Teilnahme an der EU-Wahl auf. Sie planten nach dem Treffen auf Schloss Hof einen gemeinsamen Besuch der Donau-Auen.

Čaputová habe in ihrer Amtszeit "so viel Hass erlebt, dass es lange dauern wird, bis wieder eine Frau den Mut für diesen Posten aufbringt", erklärte der slowakische Soziologe Michal Vašečka im Gespräch mit der APA. Premier Fico bezeichnete die 50-Jährige mehrmals als "amerikanische Agentin". Čaputová sei nicht nur verbalen Angriffen von Politikern, sondern auch "auf schockierendem Niveau" von nationalistischen Influencern und der "Desinformationsszene" ausgesetzt gewesen. Mehrmals musste Čaputová und ihre Familie mitten in der Nacht evakuiert werden - wegen Bombendrohungen oder vor ihrem Haus grölenden Demonstranten.

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15  Kommentare
15  Kommentare
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lester (11.493 Kommentare)
am 30.05.2024 17:55

Durch die tatkräftige Unterstützung der FPÖ wächst das "rechte Lager"
über den tolerierbaren Stand. Wie wäre es wen sich die Behörden einmal um die Verbreitung des rechten Mülls kümmern würden.

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Superheld (13.251 Kommentare)
am 29.05.2024 21:54

Genau genommen polarisieren VdB und seine ihm nahestehenden Parteien (SPÖ, Grüne) mindestens so wie jene, denen er dieses zwischen den Zeilen vorwirft.

Frei nach dem Motto: Wir sind die Guten, bei uns ist es die Wahrheit und keine Hetze.

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lastwagen (2.092 Kommentare)
am 29.05.2024 20:58

Die tödliche Spirale gibts bereits in Österreich, man braucht dazu nur die vielen Messerattacken der Asylos und der illegalen Einwanderer hernehmen. Nur von diesen Attentaten wollen der Obergrüne und die Grünlinge nichts wissen. So schaut’s aus.

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betterthantherest (34.786 Kommentare)
am 29.05.2024 16:44

Vor kurzem erklärte BP Van der Bellen, Charakter sei Privatsache und habe keinerlei politische Tangente.

Heute appelliert BP Van der Bellen an den Charakter der Menschen.

Echt jetzt?

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Flachmann (7.307 Kommentare)
am 29.05.2024 16:30

"Die Geister die ich rief"

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vjeverica (4.329 Kommentare)
am 29.05.2024 16:25

"Wir müssen alles tun, dass die tödliche Spirale erst gar nicht beginnt."
tja, das hätte er bei uns auch sagen können - bevor wir überrollt wurden

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LASimon (11.826 Kommentare)
am 29.05.2024 16:58

Wer überrollt uns denn?

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rmach (15.488 Kommentare)
am 29.05.2024 18:32

Die Informationen über Übergriffe, die mich zwingen, die Enkeltochter nicht mehr alleine zum Zug gehen zu lassen.

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vjeverica (4.329 Kommentare)
am 29.05.2024 19:09

danke, dass Sie für mich geantwortet haben, da Sie schneller LAsimons beitrag gelesen hatten als ich. Korrekt und höflich und eindeutig ausgedrückt auch noch, was ICH gemeint habe :o)

Ich selber fahre auch nach Anbruch der Dunkelheit nicht mehr mit der Bim zum und Vom Linzer Hauptbahnhof (VHS-Kurs) - lieber Umweltverschmutzer sein und Auto benutzen.
(abends behindern einen eh keine Klimakleber *g*)

Sind zum Glück nicht alle so - unsere syrischen Nachbarn sind okay. Aber leider gibt es viel zu viele von der anderen Sorte und die wurden ohne Wenn und Aber rein gelassen = unsere "Grenzschützer" überrollt.

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nichtschonwieder (8.990 Kommentare)
am 29.05.2024 16:21

Verdienste um ......welche?
GrünIn wie VdB?

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betterthantherest (34.786 Kommentare)
am 29.05.2024 15:35

Mir fallen einige Möglichkeiten ein, wie sich der Herr Bundespräsident Van der Bellen selbst AKTIV einbringen könnte um eine schlimme Spirale zu verhindern.

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Augustin65 (1.110 Kommentare)
am 29.05.2024 15:33

Jaja, die Linksextremen sind nicht zu unterschätzen....

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jack_candy (8.051 Kommentare)
am 29.05.2024 16:05

Genau, die haben ja in den letzten Jahren soo viele Angriffe und Attentate verübt.

[Sarkasmus aus, falls es jemand nicht kapiert hat]

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lester (11.493 Kommentare)
am 30.05.2024 17:50

Bei Dr "Freunden Putins" ist diese Klarstellung absolut notwendig.

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lester (11.493 Kommentare)
am 30.05.2024 17:50

Bei den.....

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