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Mehrere Tote bei Gebäudeeinsturz in russischer Stadt Belgorod

Von nachrichten.at/apa, 12. Mai 2024, 12:00 Uhr
Es gibt zunehmend Kriegsschäden in der russischen Grenzregion Belgorod. Bild: APA/AFP/STRINGER

BELGOROD. In der russischen Stadt Belgorod ist nach Angaben Russlands ein mehrstöckiges Wohnhaus von einer Rakete getroffen worden und teilweise eingestürzt.

Dabei seien mindestens sieben Menschen getötet und 15 verletzt worden. "Die Stadt und die Oblast waren massivem Beschuss durch die Streitkräfte der Ukraine ausgesetzt", sagte der Gouverneur der Oblast Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow. Die Ukraine wies die Anschuldigungen zurück und sprach von einer "russischen Provokation".

"Durch den Volltreffer einer Granate in ein Mehrfamilienhaus stürzte der komplette Eingangsbereich vom zehnten bis zum ersten Stock ein", so Gouverneur Gladkow. In sozialen Netzwerken wurden am Sonntag Fotos von einem zerstörten Gebäude veröffentlicht. Das Dach des Gebäudes sei eingestürzt und hätte auch Hilfskräfte unter sich begraben.

Provokation Russlands?

Die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform zitierte den Leiter des ukrainischen Zentrums für die Bekämpfung von Desinformation, Andrij Kowalenko, zu dem Vorfall. Die russischen Angaben seien demnach "nicht wahr". Das Haus in Belgorod sei durch Bomben oder sonstige Explosionen gesprengt worden, schrieb Kowalenko auf Telegram. Die Situation wirke wie eine "Provokation Russlands, um weitere Angriffe auf die Ukraine zu rechtfertigen".

Zuvor war in der Region, die an die von Russland angegriffene Ukraine grenzt, Raketenalarm ausgelöst worden. Infolge des Angriffskriegs gegen die Ukraine steht auch Russlands Grenzregion immer wieder unter Beschuss. Opfer und Schäden sind dabei allerdings nicht vergleichbar mit den Kriegsfolgen in der Ukraine.

Mehrere ukrainische Dörfer eingenommen

Unterdessen rücken die russischen Truppen in Charkiw vor und haben am Wochenende nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau mehrere ukrainische Dörfer unter ihre Kontrolle gebracht. Der ukrainische Militärchef Olexandr Syrskyj sprach am Sonntag von einer schwierigen Lage in der Region im Nordosten der Ukraine. Die Truppen seines Landes würden aber alles in ihrer Macht Stehende tun, um die Stellung zu halten. Mit dem Beginn der russischen Offensive in Charkiw vor wenigen Tagen droht die Eröffnung einer neuen Front im Nordosten der Ukraine. Die gleichnamige Stadt Charkiw ist nach Kiew die zweitgrößte Stadt des Landes und liegt rund 400 Kilometer Luftlinie von der Hauptstadt entfernt.

Nach einem russischen Vorstoß in der ostukrainischen Region Charkiw sind dort nach Angaben des Gouverneurs mehr als 4.000 Menschen aus grenznahen Gebieten evakuiert worden. "Insgesamt wurden 4.073 Menschen evakuiert", erklärte Regionalgouverneur Oleh Synegubow am Sonntag in Onlinenetzwerken. Er gab überdies an, dass ein 63-Jähriger am Sonntag bei Artilleriebeschuss im Dorf Hlyboke getötet und ein 38-Jähriger in Wowtschansk verletzt worden sei.

Am Samstag hatte das russische Verteidigungsministerium die Einnahme von fünf Dörfern in der Region gemeldet. Russland hat seit Beginn seiner Invasion im Februar 2022 versucht, die Grenzregion Charkiw zu erobern; im Herbst 2022 musste sich seine Armee von dort wieder weitgehend zurückziehen. Doch wie überall an der Front sind es auch in dieser Region seit dem Scheitern der ukrainischen Gegenoffensive im Sommer 2023 die russischen Streitkräfte, die derzeit die Initiative haben.

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