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Massive Verstimmung zwischen Belgrad und Zagreb nach Kritik an Vučić

Von nachrichten.at/apa, 25. Februar 2024, 15:22 Uhr
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Kritik aus Kroatien am serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić Bild: (APA/AFP/ANDREJ ISAKOVIC)

BELGRAD / ZAGREB. Mit Kritik am serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić hat der kroatische Außenminister Gordan Grlić Radman am Wochenende in ein Wespennest gestochen. Medienberichten zufolge protestierte Serbien am Sonntag per diplomatischer Note gegen die Aussage des Zagreber Chefdiplomaten, Vučić sei ein "russischer Satellit".

Der serbische Außenminister Ivica Dačić konterte, dass die Kroaten im Zweiten Weltkrieg "als Satellit größere Nazis als die Nazis" gewesen seien.Belgrad. In der Protestnote äußert Serbien laut einem Bericht der Nachrichtenagenturen Hina und Tanjug die Erwartung an kroatische Politiker, sich Aussagen zu enthalten, "die eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten Serbiens darstellen". Vielmehr sollen sie "eine Politik der Versöhnung und der gutnachbarschaftlichen Beziehungen verfolgen". Die Aussagen des kroatischen Außenministers fügen sich ein "in die Schaffung einer Atmosphäre des Hasses gegenüber Serbien und dem serbischen Volk und untergraben die gemeinsame Politik der Förderung von Frieden und Stabilität in der Region", hieß es vom serbischen Außenministerium.

"Kroatien war treueste Satellit von Nazi-Deutschland"

Der serbische Außenminister Ivica Dačić sagte, dass niemand das Recht habe, Serbien Lektionen zu erteilen, "schon gar nicht Kroatien". Serbien und Vučić seien "niemandes Satelliten", ganz anders als früher Kroatien. "Der kroatische Minister hat die Lehren aus der Vergangenheit nicht gezogen oder würde gerne vergessen, dass Kroatien der treueste Satellit von Österreich-Ungarn und Nazi-Deutschland war", sagte Dačić. Tatsächlich habe der faschistische kroatische Vasallenstaat NS-Deutschlands "auch nach Hitlers Selbstmord noch weitergekämpft, bis zum 15. Mai, sechs Tage nach Deutschlands Kapitulation."

Grlic Radman: Serbien wird sich entscheiden müssen

Grlić Radman hatte dem Nachbarland am Samstag in einem Interview mit dem Fernsehsender N1 vorgeworfen, ein Doppelspiel zwischen der EU und Russland zu betreiben. Letztlich werde sich das Land aber für eine Seite entscheiden müssen. Es gelte zwischen dem serbischen Volk und dem derzeitigen Regime zu unterscheiden, wobei Präsident Vučić ein "russischer Satellit" sei. Die Entscheidung sollte für Vučić "kein großes Dilemma" sein, "denn er weiß woher die Unterstützung kommt, er weiß woher der Westbalkan finanziert wird", sagte der kroatische Außenminister. "Er könnte eine Art russischer Satellit sein, aber als Verbündete und US-Partner werden wir keinen russischen Einfluss oder anderen bösartigen Einfluss erlauben, der die Stabilität des Westbalkans untergraben könnte", versicherte der Chefdiplomat des wichtigsten NATO-Staates in der Region.

"Vielleicht bin ich jemandes Satellit"

Vučić warf dem kroatischen Außenminister in einer ersten Reaktion am Samstagabend "brutale Einmischung" in die inneren Angelegenheiten Serbiens vor. "Wie üblich lügt und beleidigt er das serbische Volk und bedroht die serbischen Bürger", sagte der Präsident. "Vielleicht bin ich jemandes Satellit, aber ich war noch nie jemandes Laufbursche oder Diener, was man von Grlić Radman sehr wohl behaupten kann."

Kroatien und Serbien waren bis zum Jahr 1991 Teil des kommunistischen Jugoslawiens. Seine Unabhängigkeit erlangte Kroatien im Zuge eines vierjährigen blutigen Krieges, in dem es sich gegen die von Serbien dominierte jugoslawische Armee verteidigte. Erst im August 1995 gelang es, die Besatzer aus dem gesamten Staatsgebiet zu vertreiben. Die damalige Militäroperation gilt als umstritten, weil es dabei auch zu Kriegsverbrechen und zur Vertreibung von serbischer Zivilbevölkerung kam. Der Umgang mit den im Land verbliebenen Angehörigen der serbischen Volksgruppe ist in Kroatien weiterhin ein äußerst sensibles innenpolitisches Thema. Umgekehrt hat Serbien bisher keine Verantwortung für die militärische Aggression gegen das Nachbarland übernommen.

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3  Kommentare
3  Kommentare
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Natscho (4.325 Kommentare)
am 26.02.2024 13:40

Ich habe einen HTL-Kollegen, der nach dem Abschluss massiv in diesen serbischen Nationalismus abgestürzt ist, der eigenartigerweise mit russlandhörigkeit und Wissenschaftsfeindlichkeit einhergeht.

Eine andere Welt für mich, ich fürchte Serbien ist für den Westen mindestens für die nächste Generation verloren.

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LASimon (11.277 Kommentare)
am 25.02.2024 17:12

Hat Vucic mit seiner Stellungnahme und der Reaktion seines Aussenministers nicht die Behauptung des kroatischen Aussenministers zu belegen versucht? Immerhin ist es die selbe wehleidige Reaktion wie die aller anderen "populistischen", zum Autoritären neigenden Parteien.
Der Vorwurf gegen die kroatische Geschichte im Zweiten Weltkrieg und die Tatsache, dass die ursprünglich regierende HDZ des Franjo Tudjman den Geruch der Ustascha-Nachfolgeorganisation ablegen konnte, ist natürlich berechtigt. Allerdings sollte man, wenn man so wie Serbien im Glashaus sitzt, nicht mit Steinen werfen.

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LASimon (11.277 Kommentare)
am 25.02.2024 17:13

Korrrektur: ... den Geruch der Ustascha-Nachfolgeorganisation NIE ablegen konnte ...

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