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Israel schickt mehr Soldaten in Gegend von Rafah

Von nachrichten.at/apa, 16. Mai 2024, 16:41 Uhr
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Großes Leid in Rafah Bild: (APA/AFP/-)

GAZA / RAFAH. Das israelische Militär schickt nach den Worten von Verteidigungsminister Yoav Gallant mehr Soldaten in die Gegend von Rafah im Süden des Gazastreifens, die den Einsatz am Boden verstärken sollen.

Dort sei eine Reihe von Tunneln zerstört worden, die von der militanten Palästinenser-Organisation Hamas genutzt worden seien, erklärte Gallant am Donnerstag. Weitere Tunnel würden in Kürze von israelischen Einheiten zerstört.

"Diese Aktivitäten werden sich verstärken - die Hamas ist keine Organisation, die sich neu organisieren kann, sie hat keine Reservetruppen, sie hat keine Versorgungsreserven und ist nicht in der Lage, die Terroristen zu behandeln, die wir ins Visier nehmen. Das Ergebnis ist, dass wir die Hamas zermürben", fügte der Minister hinzu.

EU forderte Israel auf, Militäreinsatz zu beenden

Die Europäische Union hat Israel am gestrigen Mittwoch aufgefordert, den Militäreinsatz in Rafah "unverzüglich" zu beenden. Sollte Israel den Einsatz fortsetzen, würde dies die Beziehungen der EU zu Israel stark belasten, hieß es am in Brüssel in einer Mitteilung. Auch Israels wichtigster Verbündeter, die USA, sieht den Einsatz nun auch in Rafah, ganz im Süden des Gazastreifens kritisch. Die israelische Regierung unter Premier Benjamin Netanyahu hält offensichtlich nichtsdestotrotz an ihren Kriegsplänen fest.

Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock forderte Israel am Donnerstag auf, bei der Offensive in Rafah mehr für den Schutz der Zivilbevölkerung zu tun. Sie sei zutiefst besorgt über das Vorgehen der israelischen Armee in der südlichsten Stadt des Gazastreifens, erklärte sie. "Die Menschen dort wissen weder ein noch aus, und haben keine sicheren Orte mehr, an die sie fliehen können. Der Schutz der Zivilbevölkerung muss aber höchste Priorität haben. Das ist im Moment nicht zu erkennen", kritisierte Baerbock. "Das ist nicht nur fatal für die Menschen in Gaza, sondern auch für die Sicherheit Israels", fügte sie hinzu.

"Allein militärisch ist der Krieg nicht zu gewinnen"

Die deutsche Staatsräson bedeute, für die Sicherheit des Staates Israel einzustehen. "Sie bedeutet auch, alles dafür zu tun, dass sich Israel in diesem Krieg nicht selbst verliert", betonte Baerbock. "Klar ist: Die Hamas kann das Leid der Menschen in Gaza sofort beenden. Aber klar ist auch: Allein militärisch ist der Krieg gegen die Hamas nicht zu gewinnen. Ohne sichere Orte, Medikamente, Lebensmittel, Treibstoff - das Elementarste, was man zum Leben braucht - entsteht nur neues Leid und neuer Hass. Und mehr Bomben und mehr Panzer in Rafah gefährden auch die Geiseln", warnte Baerbock.

Nach UNO-Angaben sind bereits rund 600.000 Menschen wieder aus Rafah geflohen. Israel war vor zehn Tagen trotz scharfer internationaler Warnungen von Osten nach Rafah vorgerückt. Seitdem kontrolliert die Armee auch den palästinensischen Teil des Gaza-Grenzübergangs nach Ägypten. Der wichtige Grenzübergang ist seither für humanitäre Hilfsgüter gesperrt. Israel und Ägypten machen sich gegenseitig dafür verantwortlich.

Der israelische Außenminister Israel Katz hatte davon gesprochen, man müsse Ägypten "davon überzeugen, den Rafah-Grenzübergang wieder zu öffnen, um den Transport internationaler Hilfsgüter nach Gaza zu ermöglichen". Katz schrieb auf X: "Die Welt macht Israel für die humanitäre Lage verantwortlich, aber der Schlüssel zur Verhinderung einer humanitären Krise in Gaza liegt nun in den Händen unserer ägyptischen Freunde." Man werde es nicht wieder zulassen, dass die Hamas den Übergang kontrolliere.

"Israel ist allein verantwortlich"

Der ägyptische Außenminister Sameh Shoukry warf Israel dagegen vor, mit Blick auf die Lage am Grenzübergang "Fakten zu verdrehen" und sich der Verantwortung zu entziehen. "Israel ist allein verantwortlich für die humanitäre Katastrophe, die die Palästinenser derzeit im Gazastreifen erleiden" teilte Shoukry mit. Er sprach von "verzweifelten Versuchen" Israels, Ägypten verantwortlich zu machen.

Der wie der Rafah-Übergang im Süden des Gazastreifens gelegene Übergang Kerem Shalom ist trotz wiederholten Beschusses durch die Hamas weiter geöffnet, nach UNO-Angaben gelangen aber nicht genug Hilfsgüter in den Küstenstreifen. Das UNO-Nothilfebüro OCHA schrieb am Donnerstag auf X, es sei wegen Treibstoffmangels, gestörter Telekommunikation und fortwährender Kämpfe "fast unmöglich", Hilfsgüter innerhalb des Gazastreifens zu verteilen. Dies habe verheerende Auswirkungen auf die rund 2,2 Millionen Einwohner des Gazastreifens. Israel betont dagegen, es unternehme alles, um die Versorgung der Zivilbevölkerung mit Hilfsgütern zu ermöglichen.

US-Militär hat Hafen für Hilfsgüter errichtet

Das US-Militär hat unterdessen einen provisorischen Hafen zur Lieferung von Hilfsgütern in den Gazastreifen fertiggestellt. Der Pier sei am Donnerstag in der Früh an der Küste verankert worden, teilte das US-Zentralkommando auf X mit und betonte, US-Soldaten hätten den Küstenstreifen dabei nicht betreten. Mit Unterstützung der Vereinten Nationen sollen in den nächsten Tagen die ersten Hilfslieferungen über die Anlegestelle an Land kommen und im Gazastreifen verteilt werden.

Der Behelfshafen soll als Drehscheibe für die Lieferung von Hilfsgütern dienen. Dort gab es bisher keinen Hafen, der tief genug für größere Frachtschiffe ist. Nach früheren Pentagon-Angaben sollen über den schwimmenden Pier zunächst etwa 90 Lkw-Ladungen pro Tag in den Gazastreifen gelangen. Zu einem späteren Zeitpunkt erwarte man bis zu 150 Lkw-Ladungen täglich. Die Grenzübergänge in den Gazastreifen am Land sind durch Israels Krieg gegen die militante Palästinenser-Organisation Hamas immer wieder blockiert.

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5  Kommentare
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nichtschweiger (6.008 Kommentare)
am 16.05.2024 21:42

Franz.rohrauer und der unsägliche nichtschonwieder versuchen schon wieder die Diskussion zu kapern und die Deutungshoheit im Israelkonflikt zu erlangen!

Dabei versuchen sie doch nur ihren Antisemitismus durch vermeintlich gutgemeinte Kritik an Israel zu kaschieren!

Als Österreicher ist es eine Frage des Anstands wie man zu Israel steht! Hat man Charakter und Anstand ist man auf der Seite Israels! Die österreichische Regierung steht nicht ohne Grund hinter Israel! Zu viele Österreicher waren an der Vernichtung der Juden in der Nazizeit aktiv beteiligt.

Nichtschonwieder weiß nicht einmal welche Kriterien gelten um als Genozid bezeichnet zu werden - das hindert ihn nicht daran zu behaupten Israel wäre gerade dabei einen solchen an den Palästinensern zu verüben. Wäre das tatsächlich der Fall wäre die Zahl der Toten 6-stellig!

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nichtschonwieder (8.809 Kommentare)
am 17.05.2024 08:25

Nichts...
Von dir lasse ich mich nicht mundtot machen!
Das hast du nicht drauf.

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Astroherwig (123 Kommentare)
am 17.05.2024 10:54

wie man zu isreal und seiner polizik steht ist keine frage des anstandes sondern von fakten.
es gibt keine erbsünde österreichs und keinen freibrief für israel durch vergangene greueltaten.
der horror, den die israelische regierung anrichtet ist mit nichts mehr zu rechtfertigen, schon gar nicht mit " anstand "

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franz.rohrauer (1.066 Kommentare)
am 16.05.2024 18:28

Israel hat alles getan, um sich gemeinsam mit Hamas und wie sie alle heißen mögen, für Jahrzehnte in die Gehirne der Bewohner - einschließlich der Kinder! - des Gaza-Streifens (und nicht nur dort) einzubrennen. Aber nicht unbedingt zu seinem Vorteil; man kann nur hoffen, dass diese Saat nicht aufgeht!

Bin schon gespannt, wie dieses Land aus diesem Wahnsinn herauskommen will.

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nichtschonwieder (8.809 Kommentare)
am 16.05.2024 17:38

Noch mehr 'Tote.
Israel strebt die Ausrottung des Gazastreifens an. Egal ob Hamas oder Palästinenser.

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