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BMW i3: Einer, der den Sommer herbeisehnt

Von Markus Prinz, 07. Februar 2017, 00:04 Uhr
Einer, der den Sommer herbeisehnt
Der neue BMW i3: Trotz gesteigerter Reichweite bleibt die Stadt sein Zuhause. Bild: BMW

Der BMW i3 ist eine Stilikone im Premium-Segment, aber kein Kilometerfresser.

BMW hat sein Elektro-Flaggschiff i3 überarbeitet und holt in der zweiten Modellgeneration mehr Reichweite heraus. Nach einem holprigen Start überzeugte das einzige rein elektrisch angetriebene Fahrzeug in der Modellpalette der Bayern im OÖN-Test.

"Statt 190 werden jetzt 300 Kilometer erreicht, und selbst im Alltagseinsatz sind auch bei widrigen Wetterbedingungen bis zu 200 Kilometer Reichweite möglich", heißt es wortwörtlich in der Pressemitteilung von BMW. Soweit so gut, denkt sich der OÖN-Redakteur und plant, am Heiligen Abend den Heimweg mit dem i3 anzutreten: von den OÖN ins tiefste Waldviertel. Denn zuvor, auf der Busfahrt mit den Black Wings nach Dornbirn und retour, hat der Busdiesel ohnehin genug Feinstaub etc. hinausgeblasen. Da tut emissionsfreies Fahren gut.

Kälte ist "Kilometerfresser"

Knapp 80 Kilometer weit entfernt liegt das Elternhaus im Waldviertel, mit einer Ladung von 96 Prozent sollte der BMW i3 diese Strecke aber problemlos zurücklegen können. Doch die Rechnung des müden Redakteurs wurde an diesem 24. Dezember ohne die klirrende Kälte gemacht. Wie viele Grad Minus es hatte? BMW versteckt die Temperaturanzeige demonstrativ, selbst die Internet-Recherche des geschlauchten Co-Piloten bringt kein positives Resultat. Immer tiefer sinkt die Restreichweite, während der Stromer mit tempomatgedrosselten 110 km/h die A7 und die S10 Richtung Heimat hinauf ins Mühlviertel klettert. Von den anfangs versprochenen 157 Kilometern Reichweite bleiben nach einer Strecke von 77 Kilometern noch 21 übrig. Und das ohne Heizung, Radio oder sonstigen Nebenverbraucher. Nicht einmal das Fernlicht getraut sich der Testpilot aufzudrehen. Solche Erfahrungen rufen Skeptiker auf den Plan. Zumal der i3, daheim durch die Haushaltssteckdose sofort wieder unter Strom gesetzt, 11:30 Stunden zur Ladung braucht. Das ist für einen reinen Stromer zu lange, zumal die Schnellleistung auch auf 7,2 Kilowatt begrenzt ist. Da muss BMW nachbessern.

Dass der i3 aber nicht für diese Ausritte gemacht wurde, lindert die Skepsis an den Tagen danach. Die kurzen (Pflicht-)Ausflüge zu den Verwandten meistert der Kleine tadellos und ist dabei die Attraktion der Stunde. Denn selbst auf schneebedeckter Fahrbahn gräbt sich der Premium-Stromer dank modernster Antriebstechnologien seine Bahnen durch die weiße Pracht. Ein ungewöhnliches Bild. Apropos Bild: Schick ist er auf alle Fälle. Der Innenraum erinnert an ein modernes, aber gemütliches Wohnzimmer, mit jeder Menge Übersicht. Und bewährtem BMW-Infotainment. Nur die Türen für die Mitfahrer im Fond, die sich gegen die Fahrtrichtung öffnen, sind gewöhnungsbedürftig. Oder der Stauraum unter der vermeintlichen Motorhaube. Staunende Blicke am Kirchenplatz sind damit sicher.

 

Fazit: Für den Alltagsbetrieb von Pendlern, die weit fahren müssen, reicht die gesteigerte Reichweite wohl nur in den seltensten Fällen aus. Dafür bringt der BMW alles mit, was sich der Käufer von einem Premium-Stromer erwarten darf. Für die Stadt optimal!

 

BMW i3

Preis: ab 36.900 Euro
OÖN-Testwagen: 47.562 Euro

E-Motor:
Leistung: 75 kW (102 PS)
max. Drehmoment: 250 Nm
Rekuperation: bis 50 kW
Hochvoltspeicher:
Nominalspannung: 353 V
Energiekapazität: 33,2 kWh
Ladezeit Gleichstrom: 39 min
Ladezeit Steckdose: 9:30 h
Ladezeit BMWi Wallbox: 2:45 h

Verbrauch (MVEG)
Werksangabe: 12,6 kWh
OÖN-Test: 18,5 kWh

Antrieb:  BMW e-drive (Heckantrieb)
Getriebe: einstufige Automatik.

Fahrleistungen:
0 auf 100 km/h in 7,3 sec
Spitze: 150 km/h.

Abmessungen & Gewichte:
L/B/H: 3999/1775/1578 mm
Radstand: 2570 mm
Leergewicht: 1245 kg
Zuladung: 425 kg
Kofferraum: 260–1100 Liter

Garantie: Fünf Jahre.

Plus: optimal abgestimmtes Fahrwerk, gelungenes Design.

Minus: temperaturfühliger Akku – im Winter sinkt die Reichweite massiv.

Öko-Faktor: 5 von 5 Sternen

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Autor
Markus Prinz
Online-Redakteur
Markus Prinz
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1  Kommentar
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strasi (4.410 Kommentare)
am 19.02.2017 11:31

Selbst wenn man sich grundsätzlich für ein E-Auto begeistern
kann, schrecken solche Ergebnisse ab.
Dazu kommt bei einem solchen Kleinwagen noch der horrende
Preis, denn für diesen Ab-Preis ist schon ein repräsentativer
Mittelklassewagen zu haben.
Also "Stromfahren" noch auf unbestimmte Zeit verschieben!!!

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