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Chronik

Mordversuch-Prozess: 26-Jähriger ging auf Unfallhelfer los

Von nachrichten.at/apa   24. April 2019

(Symbolbild)

GRAZ. Ein 26-jähriger Steirer ist am Mittwoch wegen versuchten Mordes im Grazer Straflandesgericht vor einem Geschworenensenat gestanden.

Der Mann hatte nach einem Autounfall im Vorjahr einen Helfer derart zusammengeschlagen, dass dieser schwere innere Blutungen erlitt. Der Angeklagte bekannte sich nur der schweren Körperverletzung schuldig.

"In Ihrem Strafregister findet sich das halbe Strafgesetzbuch", meinte Richter Helmut Wlasak gleich zu Beginn. Vom gestohlenen Kaugummiautomaten, herausgerissenen Zeitungsständern über einen manipulierten Stromzähler bis zu tätlichen Angriffen auf Vater und Freundin findet sich bei den Vorstrafen des 26-Jährigen alles. Seit einem Bandscheibenvorfall mit 17 habe sein Mandant ein Drogenproblem, erläuterte der Verteidiger.

Am 15. November 2018 hatte der Steirer einen Autounfall. Ein Anrainer hörte den Knall, sprang ins Auto und fuhr zur Unfallstelle. Als er dem Verunglückten helfen wollte, schlug dieser ihn brutal zusammen- laut Staatsanwalt überlebte der Helfer nur, weil er sofort in ärztliche Behandlung kam. "Ich bring' dich um, du Krüppel, ich erschlag dich, ich lösch' dich aus", soll der 26-Jährige geschrien haben, während er auf das überraschte Opfer eindrosch. "Es gibt in diesem Fall überhaupt kein Motiv", betonte der Ankläger.

Der Angeklagte erzählte, er habe Streit mit seiner Freundin gehabt, sich betrunken und wollte Selbstmord begehen. "Das Leben ist mir sinnlos vorgekommen", erklärte er. Er fuhr gegen ein Brückengeländer, kam aber mit leichten Verletzungen davon. Zum Helfer sagte er, er wolle keine Polizei. Doch dieser hatte bereits telefoniert - das brachte den 26-Jährigen zum Ausrasten. "Der ist hilfsbereit und kriegt eine auf die Nuss", bemerkte Richter Wlasak.

Aufgrund der Unfallfoto bezweifelte der Richter die Selbstmord-Version. "Könnte es sein, dass Sie einfach aus der Kurve gekommen sind und das Brückengeländer gestreift haben?", fragte Wlasak. Polizei wollte er keine, weil er "alles vertuschen" wollte, so der 26-Jährige. "Was denn?", hakte der Vorsitzende nach. "Den Selbstmordversuch". "Oder dass Sie schon wieder wo betrunken hineingefahren sind?", mutmaßte einer der beisitzenden Richter.

"Ich habe mich nachher selbst in die Nervenklinik eingewiesen", gab der Angeklagte an. "Warum?", fragte der Richter. "Weil ich nicht mehr so weiter machen wollte." Warum er dann nicht zur Polizei gefahren sein, interessierte den Vorsitzenden. Das passierte erst am nächsten Tag "da war dann nichts mehr mit Alkohol und Drogen" bemerkte der Richter.

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