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Oberösterreich

Zwei von drei Studierenden kennen ihre Kollegen nicht

Von nachrichten.at   13. Mai 2022 15:04 Uhr

Studierende füllen seit heuer wieder die Hörsäle der JKU

Die Corona-Pandemie hatte gravierende Auswirkungen auf das Lern- und Sozialverhalten von Studierenden.

Linz. Nach vier Semestern Distanz-Lehre befinden sich die Universitäten wieder im Normalbetrieb. Für viele ist es das erste Mal, dass sie einen vollen Hörsaal erleben, obwohl sie schon fast mit dem Bachelor-Studium fertig sind. Die Pandemie hat viele negative Spuren hinterlassen, dies belegt nun auch eine IMAS- Studie, die von der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) der Johannes Kepler Universität (JKU) in Auftrag gegeben wurde.

Zwei Drittel der 2000 Befragten geben an, ihre Studienkollegen kaum zu kennen und 58 Prozent spüren durch Corona eine psychische Belastung, die ihnen Freude und Motivation zum Lernen raubt. „Das Lern- und Sozialverhalten der Studierenden hat stark gelitten“, sagt Paul Eiselsberg von IMAS International. Die Online-Befragung wurde in den ersten zwei Monaten dieses Jahres durchgeführt, es nahmen rund sieben Prozent aller JKU-Studierenden daran teil. Für die ÖH-Vorsitzende Vanessa Fuchs (AG) sind die Ergebnisse „alarmierend“, sie fordert für kommenden Herbst, dass die Universität offenbleibt.
88 Prozent der Befragten zeigten sich mit der JKU generell zufrieden, mit steigendem Alter nimmt die Zufriedenheit allerdings ab. Die ÖH vermutet, dass dies Ausdruck der schwierigen Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Studium sei.

ÖH für Sommer-Uni und mehr psychologische Betreuungsangebote

Das Studium sei schlecht planbar, es gebe zu wenige Kurs- und Prüfungstermine, die sich auch überschneiden, beschwert sich die ÖH. Die Studierendenvertretung setzt sich deshalb für eine Vergrößerung des universitären Angebots ein, vor allem am Abend und im Sommer. Dies soll Berufstätige entlasten, die rund die Hälfte aller JKU-Studenten ausmachen. 

Der Bedarf an psychologischer Betreuung sei durch Corona angestiegen, die Kapazitäten der Universität seien dafür nicht ausreichend. „Hier muss auch die Politik tätig werden und die psychologische Betreuung an den Unis ausbauen“, fordert Fuchs.
Die ÖH hat einen Mental-Health-Fonds ins Leben gerufen, aus dem Studierende 500 Euro für Therapiesitzungen erhalten können.

„Präsenzunterricht ist immer das erklärte Ziel“, teilte das Rektorat auf OÖN-Anfrage mit. Der Corona-Beirat beobachte die Lage über den Sommer genau. Abend-Lehrveranstaltungen und Sommerkurse gebe es bereits, diese können bei Bedarf ausgebaut werden. Die Erhöhung der Mittel für die Psychologische Studierendenberatung liegt im Kompetenzbereich des Bundes.

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