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Wir lieben das Leben

Von Bischof Manfred Scheuer, 30. März 2024, 05:30 Uhr
Eier – viel besser als ihr Ruf
„Der Hoffnung und der Zuversicht in allem Vorrang zu geben“, rät Bischof Manfred Scheuer Bild: Colourbox

Ein Gastkommentar zum Osterfest von Bischof Manfred Scheuer.

Im vergangenen September war ich mit Vertreterinnen und Vertretern der Hilfsorganisation "Initiative Christlicher Orient" (ICO) in Syrien. Die Situation im Land hat mich sehr erschüttert: die ganzen Ruinen, das große Leid der Bevölkerung, die Perspektivlosigkeit angesichts der kriegerischen Zustände und der internationalen Sanktionen. Wir haben Projekte besucht, die von der ICO unterstützt werden.

So waren wir auch beim Abschlussfest eines Sommerlagers für die Kinder der Stadt Masskaneh, das von der örtlichen Pfarre gemeinsam mit der ICO durchgeführt wurde. Für diese Kinder war das Sommerlager die einzige Möglichkeit für ein bisschen Abwechslung im tristen Alltag Syriens. Spielerische, sportliche und kreative Aktivitäten sollen den Kindern, die alle Schlimmes erlebt haben, Freude vermitteln. "Wir lieben das Leben!", haben uns die Begleiter der Kinder und Jugendlichen mehrfach gesagt. Und ich habe unwillkürlich an Ostern denken müssen. "Wir lieben das Leben": Dieser Satz sagt alles über Ostern aus. Jesu Tod ist nicht das Ende, im Gegenteil: Das Leben siegt, für Gott ist nichts unmöglich, er hat Jesus von den Toten auferweckt.

Wir lieben das Leben
"Der Hoffnung und der Zuversicht in allem Vorrang zu geben", rät Bischof Manfred Scheuer

Mit sich im Reinen sein

"Wir lieben das Leben": So unbegreiflich dieser Satz ist, wenn ihn Menschen aussprechen, die in einem zerstörten Land leben, so naheliegend scheint er für die meisten von uns doch zu sein. Wir lieben das Leben und wir fühlen es: Nähe und Freundschaft, Zufriedenheit im Beruf, eine Urlaubsreise, Kinderlachen. Wir lieben das Leben – besonders dann, wenn wir mit uns im Reinen sind. Aber kommt es uns über die Lippen, wenn rund um uns alles in die Brüche geht, wenn Unvorhergesehenes auf uns einprasselt? Wenn wir überfordert und ratlos sind? In so einer Zerrissenheit ist es schwer, Lebenslust auszustrahlen.

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In den Erzählungen der Evangelien, die von den letzten Stunden Jesu vor seinem Tod berichten, sticht eine Person hervor, die eine solche Zerrissenheit verkörpert: Simon Petrus. Er folgt Jesus heimlich zum Verhör und wird aber bald als Jünger erkannt. Petrus schafft es nicht, sich treu zu bleiben. Er streitet jeden Bezug zu Jesus ab. Er will nicht auffliegen. Wer weiß, was sie dann mit ihm machen werden? Vielleicht sieht Petrus sogar noch Möglichkeiten, Jesus unerkannt zu helfen? Insgesamt wird Petrus dreimal leugnen, Jesus zu kennen. Nach dem berühmten Hahnenschrei wird ihm sein menschlicher Abgrund bewusst. Petrus zerbricht innerlich, wie nachzulesen ist (Mk 14,66).

Diese menschlichen Abgründe kennt man nur zu gut. Sie sind Teil unseres Lebens, wir können sie nicht ausblenden. Petrus wird aber zu jenen zählen, die als Erste zu Zeuginnen und Zeugen der Auferstehung Jesu werden. Er wird seine Selbstverleugnung aufgeben und unter Einsatz seines Lebens als Verkünder der Botschaft Jesu für seine Überzeugungen einstehen. Er wird im Wissen seiner Abgründe neue Wege einschlagen.

Umgelegt auf die Situationen heutiger Menschen kann Auferstehung so gedeutet werden: Auferstehung ereignet sich dann, wenn nach Konflikten und Streit Anzeichen von Verständigung und Versöhnung auftauchen. Wenn in einer Atmosphäre des Neides und der gegenseitigen Skepsis Wohlwollen spürbar wird und nicht grundsätzlich gleich das Schlechte angenommen wird. Wenn es unter großem Druck und bei seelischen Belastungen eine Zeit des Aufatmens gibt. Wenn nach einer Phase der Orientierungslosigkeit der Glaube neu im Herzen Wurzeln schlägt. Wenn Menschen frei werden von Konsum- und Erfolgszwängen, die eine anonyme Gesellschaft auferlegt. Wenn Menschen frei werden von Formen der Sucht und Abhängigkeit, von Eifersucht, Arbeitssucht, auch von Alkohol- und Drogensucht. Wenn sie sich nicht besetzen lassen von den Erwartungen anderer.

Wenn sich Heimat auftut

Auferstehung ereignet sich, wenn sich Menschen willkommen und angenommen wissen. Auferstehung ereignet sich, wenn sich Fremden eine Zugehörigkeit und Heimat auftut.

Die spielenden Kinder in Syrien waren für mich ein starkes Bild dafür, dass auch in Zeiten von Hoffnungslosigkeit die österliche Lust am Leben durchdringen kann. Wenn Christinnen und Christen zu Ostern die Freude über das Leben feiern, dann tun sie es auch im Wissen darum, dass nicht alles perfekt ist, dass die Welt und das Leben bruchstückhaft sind. Sie tun es im Bewusstsein, dass sie ihre Abgründe mit sich herumtragen. Das schützt vielleicht vor Überheblichkeit und Scheinheiligkeit.

Ganz sicher hilft dieses Bewusstsein aber dabei, alles zu tun, um Leben zu fördern, Menschen Mut zuzusprechen, Botinnen und Boten der Auferstehung zu sein, der Hoffnung und der Zuversicht in allem den Vorrang zu geben.

Osterbräuche

Das Licht kehrt in die Kirche zurück

Das Licht kehrt in die Kirche zurück
Das Licht siegt über die Dunkelheit. Bild: colourbox.de

Nach dem dunklen Kapitel des Karfreitags – der Kreuzigung und Tod Jesu – kommt in der Osternacht die Helligkeit zurück: Bei der Lichtweihe wird traditionell die Osterkerze entzündet. Sie ist das Symbol für „Lumen Christi“, das Licht Christi, das durch die Auferstehung die Dunkelheit des Grabes durchbrechen konnte.

Osterkerzen sind meist aufwendig dekoriert. Fünf Kugeln, die mit Weihrauch gefüllt sind, symbolisieren die Wundmale, die Jesus an beiden Händen, Füßen und auf der Brust trägt.

Gang zum Grab am Ostersonntag

Gang zum Grab am Ostersonntag
Heiliges Grab in Schenkenfelden Bild: privat

Laut dem Evangelium nach Lukas gingen am ersten Tag der Woche (Sonntag) die Frauen in aller Frühe zum Grab Jesu. Dort fanden sie jedoch den Stein vor dem Eingang weggewälzt und die Grabkammer leer. Noch heute versammeln sich Christen am Morgen des Ostersonntags, um zur (symbolischen) Grabstätte Christi zu pilgern. In Schenkenfelden (Bezirk Urfahr-Umgebung) wird an diesem Tag auch die Christusstatue aus dem Heiligen Grab am Kalvarienberg geräumt und nur die gefalteten Leintücher bleiben zurück.

Süßes Gebäck: Osterlämmchen

Süßes Gebäck: Osterlämmchen
Symbolträchtiges Gebäck Bild: Volker Weihbold

Das süße Ostergebäck hat eher düsteren Ursprung: Jesus wird in christlichen Texten von Johannes dem Täufer als „Lamm Gottes“, bezeichnet. Als Opfertiere sind die Pessach-Lämmer (jüdisches Fest, das an den Auszug aus Ägypten erinnert, Anm.) bereits aus dem Alten Testament bekannt. Im Neuen Testament ist es Jesus, der sterben muss, um die Sünden der Menschen zu vergeben.

Das Lamm symbolisiert im Christentum die Auferstehung und wird – in gebackener Form – zum Osterfrühstück gegessen.

Bunt gefärbte Ostereier

Bunt gefärbte Ostereier
Gefärbte Eier im Osternest Bild: Volker Weihbold

Das Ostereiersuchen ist bestimmt eine der lustigsten Traditionen zum christlichen Hochfest. Auch wenn nicht ganz klar ist, wann oder wie der Osterhase zu seiner Rolle kam, erfreuen sich Alt und Jung an dem Versteckspiel.
Früher wurden die Eier nicht bunt, sondern traditionell rot gefärbt, um an das vergossene Blut Christi bei dessen Kreuzigung zu erinnern.

Seit dem 12. Jahrhundert werden Eier bei der Speisenweihe gemeinsam mit Fleisch und Brot gesegnet.

TV-Tipp

Heimische Osterbräuche stellt TV1-Redakteurin Marlene Augdoppler in einer Sondersendung auf TV1 vor, die an den Feiertagen täglich mehrmals, unter anderem um 20.30 Uhr, zu sehen ist. Seminarbäuerin Martina Sallaberger etwa zeigt, wie man mit Blaukraut, Zwiebelschalen und Kurkuma Eier färbt. Abzurufen auch auf tv1.at und auf JOYN.

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