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Wels

Einsturzgefahr: Geschützte Baracke wird vor dem Verfall bewahrt

Von Erik Famler   27. Dezember 2018 00:04 Uhr

Einsturzgefahr: Geschützte Baracke wird notdürftig vor dem Verfall bewahrt
Die letzte Welser Kriegsbaracke in der Schulstraße, Stadtteil Lichtenegg, könnte der Nachwelt erhalten bleiben. (fam)

WELS. Behörde erwirkte Zutrittsverbot, Fenster und Dach wurden provisorisch geschlossen.

Das Bundesdenkmalamt (BDA) will, wie berichtet, die letzte Welser Kriegsbaracke in der Lichtenegger Schulstraße vor dem Verfall bewahren. Die Rettung des Objekts gerät nun aber immer mehr zu einer Chuzpe. Solange nämlich das Holzobjekt nicht per Bescheid unter Schutz gestellt ist, bleibt der von der Baubehörde erwirkte Abrissbescheid gültig. "Wir haben im Verfahren Parteienstellung und werden diese auch in Anspruch nehmen", sagt der Vorstandssprecher der Welser Heimstätte, Manfred Hochhauser.

Noch kein gültiger Bescheid

Bekanntlich hat ein Gutachter des BDA den Schutz der Baracke empfohlen. Ihr Zustand wird von Hochhauser als desolat beschrieben. Die Baubehörde hat deshalb eine Sperre angeordnet: "Wir haben die Fenster provisorisch abgedichtet und auf das Dach eine Plane gegeben, weil innen an mehreren Stellen Nässe eintrat", sagt der Heimstätten-Chef.

Die Absicht der Denkmalschützer quittiert man bei der Wohnungsgenossenschaft kopfschüttelnd. Warum sich die Heimstätte trotz der notdürftigen Baumaßnahmen weiterhin gegen die Erhaltung stemmt, hat ganz profane Gründe. Die Liegenschaft wird in Verbindung mit einem benachbarten Grundstück als Baureserve gesehen. Ein Schutz der Baracke würde derartige Pläne durchkreuzen.

Der 1938 errichtete Teil einer Wehrmachtskaserne, der nach dem Krieg befreiten KZ-Häftlingen und später auch Flüchtlingen als Unterkunft diente, war zuletzt ein Wohngebäude. Nachdem die letzte Mieterin verstarb, sollte das Objekt beseitigt werden. Noch ehe die Heimstätte mit dem Abriss beginnen konnte, wurde das Bundesdenkmalamt durch ein Schreiben des Welser Pensionisten und ehemaligen Immobilienkaufmanns Friedrich Ranger auf das Objekt aufmerksam.

Als Eigentümerin der Heimstätte ist im Endeffekt die Stadt für den Erhalt der Baracke verantwortlich. Was mit dem Gebäude geschehen soll, ist weiterhin unklar. Die Ideen reichen von einem Museum der Heimatvertriebenen über eine Gedenkstätte bis hin zu einem Vereinszentrum.

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