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Oberösterreich

Tödlicher Unfall in zweiter Arbeitswoche 28-Jähriger starb im Skigebiet Kirchschlag

22. Januar 2022 00:04 Uhr

Tödlicher Unfall in zweiter Arbeitswoche 28-Jähriger starb im Skigebiet Kirchschlag
Der Schlepplift wurde von der Bergstation aus aktiviert.

KIRCHSCHLAG BEI LINZ. Der Schlepplift wurde aktiviert und Tomas K. wurde bei Arbeiten bei der Talstation eingeklemmt

Erst vor einer Woche begann Tomas K. seinen Dienst beim Skilift Kirchschlag bei Linz. "Tomas war sehr motiviert und auch voller Tatendrang, als er als Mitarbeiter zu uns gekommen ist", sagt Liftbetreiber Andreas Pilsl.

Erst vor wenigen Tagen feierte der aus Tschechien stammende junge Mann seinen 28. Geburtstag. Gestern starb er bei einem schrecklichen Arbeitsunfall in dem kleinen Skigebiet. Als einer der Ersten war Tomas K. gegen 8.40 Uhr bei der Schlepplift-Anlage im Tal und wollte den Schnee, der in der Nacht gefallen war, von der Seilscheibe schaufeln.

"So früh ist sonst niemand unten im Tal, wir machen immer eine Teambesprechung oben auf der Bergstation. Von dort aus aktivieren wir den Lift, um zu schauen, ob eh alles funktioniert", sagt Skilift-Betreiber Pilsl.

So auch gestern in der Früh. Ein 31-jähriger Arbeitskollege schaltete die Skilift-Anlage in der Bergstation ein – auf niedriger Geschwindigkeit, um den Lift zu kontrollieren. Was er nicht wusste, war, dass Tomas K. im Tal mit Arbeiten am Lift beschäftigt war. Denn im Tal war Tomas K. auf das Gerüst des Schlepplifts geklettert, um die Seilscheibe vom Schnee zu befreien. "Er dürfte dabei vergessen haben, den Lift zu deaktivieren", sagt Liftbetreiber Pilsl.

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Die Einsatzkräfte konnten Tomas S. nicht mehr helfen.

Als sich der Lift in Bewegung setzte, geriet Tomas K. genau zwischen die Seilscheibe und die Liftstütze und wurde eingeklemmt. Pilsl, der bei der Schneekanone nahe der Liftstation im Tal arbeitete, wurde Zeuge des Unglücks – der Anblick des jungen Mannes erschütterte ihn. "Ich musste alles mitansehen, es war ein schlimmer Arbeitsunfall. Genau einen Tag zuvor haben wir noch über die wichtigen Sicherheitsvorkehrungen gesprochen", sagt Pilsl.

Jede Hilfe kam zu spät

Die Feuerwehr Kirchschlag traf mit 17 Mann bei der Talstation des Skilifts ein. Auch Rotes Kreuz und der Rettungshubschrauber C10 waren rasch zur Stelle. Doch für Tomas K. kam jede Hilfe zu spät.

"Es war wirklich schlimm, den jungen Mann so zu sehen", sagt Feuerwehr-Einsatzleiter Gregor Maurer. Die Feuerwehrleute wurden noch vor Ort vom Kriseninterventionsteam betreut. "Das Wichtigste in so einer Situation ist, darüber zu sprechen", sagt Maurer, der bereits zum zweiten Mal bei so einer dramatischen Rettungsaktion beteiligt war.

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Trauer im Skigebiet Kirchschlag

Nach dem fürchterlichen Arbeitsunfall habe die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet, teilte Behördensprecherin Ulrike Breiteneder mit. Tatverdächtig sei zunächst derjenige, der den Lift eingeschaltet habe. Es könne aber auch nicht ausgeschlossen werden, dass der Fehler beim Verstorbenen gelegen sei.

Auf der Website kündigte der Liftbetreiber gestern Vormittag eine kurzzeitige Betriebspause an. Bereits ab 12 Uhr waren die Lifte in Kirchschlag aber wieder in Betrieb. (kap/staro)

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