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Kleiner Mann mit großem Herz: Schüler rettete Fledermaus mit der Straßenbahn

Von Gabriel Egger, 09. Mai 2024, 13:02 Uhr

GMUNDEN/ALTMÜNSTER. Bub fand in der Gmundner Kirchengasse ein geschwächtes Tier, beschützte es, wählte den Notruf und brachte die Fledermaus mit der Straßenbahn zum Treffpunkt mit Pflegerin Gabi Kaar.

 Wenn Gabi Kaar darüber spricht, zittert ihre Stimme immer noch. Elf Jahre betreue sie als Pflegerin bereits kranke und verletzte Tiere in der Wildtierstation Igelhof-Aurachtal in Altmünster, aber das sei wohl ihr bisher schönstes Erlebnis gewesen, sagt sie. Vergangenen Montag klingelte während ihrer Fütterungsrunde das Telefon. Der bereits 30. Anruf an diesem Tag, aber anders als alle anderen zuvor.

„Hallo“, sagt eine junge Stimme, „ich habe eine Fledermaus gefunden." Kaar war zunächst irritiert, fragte nach, was denn mit dem Tier passiert sei. „Sie lag in der Kirchengasse in Gmunden auf der Straße, alle sind vorbeigegangen, ich hab’ sie aufgehoben und jetzt klammert sie sich an meine Finger fest. Sie braucht Hilfe“, sagt der Anrufer.

"Bin noch minderjährig und kann nicht mit dem Auto fahren"

Kaar antwortet, dass das kein Problem sei, der Anrufer solle das Tier ganz einfach vorbeibringen. „Okay“, heißt es, „aber ich kann nur dorthin kommen, wo auch die Straßenbahn fährt. Ich bin noch minderjährig und kann nicht mit dem Auto fahren“. Kaar und der Anrufer, ein rund zwölfjähriger Bub, wie sich herausstellen sollte, vereinbarten einen Treffpunkt in Gmunden, der mit der Straßenbahn leicht erreichbar ist. „Vor mir stand dann ein Bursch mit einer Schultasche, die fast so schwer war, wie er selbst. Seine Hände hatte er immer noch schützend über die Fledermaus gelegt“, sagt die Tierpflegerin.
Kaar nahm das Tier entgegen, bedankte sich und sagte, dass sie den Burschen nach der Stimme älter geschätzt hätte. „Er hat mir ein wunderbar charmantes Lächeln geschenkt und gesagt, dass ihm das öfter passiere“, sagt sie. Im Auto seien ihr dann die Tränen gekommen.

Und geärgert habe sie sich auch ein bisschen. „Weil ich ihn gerne nach Hause gebracht hätte, aber ich musste leider in die Tierklinik. Und weil ich nicht einmal seinen Namen kenne“, sagt Kaar. Denn sie würde den jungen Tierschützer gerne für seinen Einsatz belohnen und zu einem Besuch in die Wildtierstation einladen. Die Fledermaus war stark geschwächt, konnte aber rasch mit Wasser und Mehlwürmern aufgepäppelt werden. Seit Dienstag fliegt sie wieder gesund durch die Lüfte des Salzkammerguts. Und Gabi Kaar will dem jungen Mann abschließend noch etwas ausrichten: „Du bist großartig, und deine Fledermaus ist ein Bub. Ich denke, er ist ziemlich dankbar, dass du ihm das Leben gerettet hast.“ 

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Autor
Gabriel Egger
Redakteur Oberösterreich
Gabriel Egger
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10  Kommentare
10  Kommentare
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ischlerin (5 Kommentare)
am 10.05.2024 11:09

Dankeschön junger Unbekannter

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observer (22.281 Kommentare)
am 09.05.2024 19:17

Schöne Aktion. Trotzdem eines dazu. In Österreich ist z.Zt. die terrestische Tollwut ausgerottet. Das gilt nicht für die Tollwutart , die von Fledermäusen übertragen werden kann. In Europa gibt es einige Fledermauspopulationen, die damit infiziert sind und wenn sie auf ungeimpfte Menschen durch Bisse oder Kratzer übertragen wird, dann ist sie genauso gefährlich wie die Art, die beispielsweise durch Bisse von Hunden, Katzen etc. übertragen werden könnte und fast immer tödlich. Es ist auch denkbar, dass sich diese Tiere anstecken, wenn sie mit einer tollwütigen Fledermaus in Kontakt kommen. Die Fledermaustollwut kam bis voriges Jahr in Österreich nicht vor, aber voriges Jahr gab es lt. AGES einen Fall davon. Deswegen sollte man Floedermäuse nie angeschützt angreifen, schon gar nicht, wenn sie geschwächt oder krank erscheinen, sondern nur mit starken Handschuhen. Hat man in der Wohnung eine, dann halt die Feuerwehr oder eine Fledermaushilfsstelle anrufen.

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observer (22.281 Kommentare)
am 09.05.2024 19:27

Und wird man gebissen oder gekratzt, dann sofort das zuständige Krankenhaus und dessen Notaufnahme aufsuchen - auch in der Nacht. Das ist normalerweise eines pro Bundesland, das darauf spezialisiert ist. In OÖ ist es das KUK in Linz, ehemals AKH. Die wissen, was zu tun ist. Normalerweise erfolgt eine Impfung - meist 2 Spritzen sofort - mit einem aktivem Serum und zeitglich eine mit einem entsprechenden Immunoglobulin. Und nach einer gewissen Zeit noch mal eine mit Aktivserum Das ist alles genau festgelegt. Die Impfungen sind schmerzlos und unkompliziert. Also im Bedarfsfall nicht zuwarten und nicht zum niedergelassenen Arzt oder Gesundheitsamt. Das impft zwar vorbeugend, aber nicht nach schon erfolgter eventueller Infektion Und vorbeugend hat nur Sinn für gewisse besonders gefährdete Gruppen, wie etwa Tierärzte.

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diwe (2.396 Kommentare)
am 09.05.2024 19:04

Toll gemacht! Danke!

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Melinac (3.099 Kommentare)
am 09.05.2024 15:48

Einzigartig, wer Tiere liebt, ist ein guter Mensch!👏

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meisteral (11.944 Kommentare)
am 09.05.2024 15:20

Bravo! 1000 Dank dem jungen Mann!!!!

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torbole1 (5 Kommentare)
am 09.05.2024 14:54

👍

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il-capone (10.440 Kommentare)
am 09.05.2024 13:12

Immerhin wurde sie von den " Tierfreunden " verschont, deren liebste Haustiere so gern Fleisch fressen.
Reiner Zufall ... 🤪

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meisteral (11.944 Kommentare)
am 09.05.2024 15:20

Sie können auch nur sudern, gell?

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supercat (5.441 Kommentare)
am 10.05.2024 19:18

@il-capone
nur gut, wenn sie nicht zu den "Fleischfressern" gehören 🤪

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