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Vor 150 Jahren beendete eine Straße die Isolation des Salzkammerguts

Von Edmund Brandner, 17. August 2011, 00:04 Uhr
Vor 150 Jahren beendete eine Straße die Isolation des Salzkammerguts
1861 wurde die Uferstraße am Traunsee nach fünfjähriger Bauzeit fertiggestellt. Bild: Repro: ebra

TRAUNKIRCHEN, EBENSEE. Vor 150 Jahren wurde die Traunsee-Uferstraße zwischen Ebensee und Traunkirchen fertiggestellt. Damit fiel die wichtigste Schranke, die das Salzkammergut vom Rest der Welt abschnitt.

Wer vor 1861 von Gmunden nach Ebensee reisen wollte, musste das Dampfschiff nehmen, das dreimal pro Woche über den Traunsee fuhr. Oder zu Fuß über die Berge gehen. Dabei hatten Gmundner Salzbeamte schon 1609 den Bau einer Uferstraße gefordert, um das wertvolle Produkt der Saline effizient von Ebensee abtransportieren zu können.

Viele italienische Bauarbeiter

Doch erst der aufkommende Tourismus im 19. Jahrhundert überzeugte die kaiserliche Regierung, eine Straße zwischen Traunkirchen und Ebensee zu errichten. Am 9. Juni 1856 begannen die Arbeiten, die bis zu 600 Menschen gleichzeitig beschäftigten. „Ein großer Teil davon waren Italiener, die in einer Baracke beim Siegesbach lebten“, sagt die Traunkirchner Lokalhistorikerin Rosa Höller. „Manche von ihnen blieben hier, deshalb gibt es in Ebensee etliche Familien mit italienischem Nachnamen.“

Tunnel wurden gesprengt, Hänge abgetragen, Gräben zugeschüttet und Überdachungen gebaut. Und es schien, als wehre sich die Natur gegen die Straße. Die Arbeiten wurden von schweren Unglücken überschattet. Erdrutsche, Tunneleinstürze und sogar ein Waldbrand verzögerten den Bau der Straße, der damals eine technische Höchstleistung darstellte.

Als im Sommer 1861 die Straße nach fünf Jahren fertig wurde, endete – zumindest verkehrstechnisch gesehen – die Isolation des Salzkammerguts. Zur Erinnerung an die Leistung des Straßenbaus wurde ein Löwen-Monument am Seeufer errichtet. In offizieller Lesart als Dank an Kaiser Franz Joseph I., dessen Regierung den Bau finanzierte. Doch die Bevölkerung nimmt den Löwen am Traunsee bis heute als Grenzstein des historischen Salzkammerguts wahr. Denn mag die Straße auch schroffe Uferwände überwunden haben – eine Dialektgrenze und eine Mentalitätsgrenze trennt das Nord- und Südufer des Traunsees zum Glück bis heute. Die Isolation des Salzkammerguts verschwand. Die Identität seiner Bevölkerung blieb.

 

Traunkirchner Löwenfest am Samstag

Das 150-jährige Bestehen des Traunseelöwen wird in Traunkirchen am Samstag mit einem großen Fest beim Monument gefeiert. Wer nicht mit dem Rad oder zu Fuß zum Löwendenkmal kommen mag, kann ab 10.30 Uhr Shuttlebusse vom Traunkirchner Ortszentrum aus nehmen. Am Ortsplatz selbst gibt es ein buntes Unterhaltungsprogramm mit Gondel- und Plättenfahrten, Löwen-Zinngießen, einem Horoskop für Löwe-Geborene sowie einem lustigen Kinderschminken. Dazu werden Schmankerl (unter anderem vom Mangalitza-schwein) angeboten. Das Bad Ischler Original B. S. Stucka moderiert das Fest, und die Goaswandmusi sowie der Austronom und seine Neigungsgruppe Spielmusik sorgen für löwenstarke Musik.
 

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