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Schulterschluss im Salzkammergut, um EU-Kulturhauptstadt zu werden

BAD ISCHL. Mittlerweile sind nur noch drei Bewerber im Rennen um das Großprojekt im Jahr 2024.

Schulterschluss im Salzkammergut, um EU-Kulturhauptstadt zu werden

Von der Wirtschaftskammer bis zum Kino Ebensee: Das Salzkammergut rückt zusammen – egal, ob es EU-Kulturhauptstadt wird oder nicht. Bild: ebra

Obwohl Gmunden abgesprungen ist und Traunkirchen folgen könnte (die OÖN berichteten), bleibt das Salzkammergut auf Kurs: Die Region will EU-Kulturhauptstadt 2024 werden.

Die Chancen dafür sind mittlerweile deutlich gestiegen. Von ursprünglich 14 Interessenten sind drei übrig geblieben: St. Pölten, das Rheintal und das Salzkammergut. Da Österreich 2024 eine Stadt oder Region als EU-Kulturhauptstadt stellen darf, wird einer der drei Standorte das Rennen machen und ein Jahr lang im internationalen Blickfeld stehen.

Kosten sind noch völlig offen

Die offizielle Bewerbungsfrist läuft noch bis Jahresende, danach wird eine Shortlist erstellt, aus der eine internationale Jury die Kulturhauptstadt kürt. "Politische Mauscheleien sind da auszuschließen", sagt Bad Ischls SP-Bürgermeister Hannes Heide.

Die Kosten sind noch völlig offen. In der Vergangenheit lagen die Budgets der EU-Kulturhauptstädte zwischen acht und 70 Millionen Euro. In Österreich teilten sich diese Kosten Bund, Land und Gemeinden zu je einem Drittel auf – wobei im Falle des Salzkammerguts drei Bundesländer (Oberösterreich, Salzburg und Steiermark) im Boot wären. Und während die steirische Landesregierung bereits Unterstützung signalisierte, ziert sich Linz noch. "Ich wüsste nicht, woher wir den Millionenbetrag nehmen sollten", sagt Landeshauptmann Thomas Stelzer auf OÖN-Anfrage.

Im Salzkammergut lässt man sich von Stelzers Zurückhaltung nicht entmutigen. 23 Gemeinden zwischen Vorchdorf und Grundlsee beginnen jetzt, einen gemeinsamen Kulturentwicklungsplan zu entwickeln, der bis 2030 vorausblickt. Auch Gmunden macht hier mit. "Der Schulterschluss ist für unsere Region in jedem Fall wichtig, unabhängig von der EU-Kulturhauptstadt", sagt Kulturamtsleiter Manfred Andessner.

Der Kulturentwicklungsplan soll nicht nur zu mehr Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden führen, sondern auch Kräfte außerhalb des Kulturbereichs einbinden – etwa den Tourismus oder die Wirtschaft. "Kultur ist ein wichtiger Standortfaktor", sagt Robert Oberfrank, Bezirksstellenleiter der Wirtschaftskammer, die ebenfalls im Boot ist.

Im Bad Ischler Rathaus wurde ein "Salzkammergut-2024-Büro" eröffnet, in dem zwei eigens verpflichtete Profis den Prozess vorantreiben werden: Der gebürtige Ansfeldner Stefan Heinisch ist österreichweit als Regionalentwickler tätig, und die Ebenseerin Lisa Neuhuber ist Kulturmanagerin und -entwicklerin.

Aus Sicht Neuhubers ist das Projekt "2024" vor allem für die Jugend relevant. "Es geht darum, wie und wovon wir in dieser Region künftig leben werden", sagt sie. "Das ist deshalb kein abgehobenes Kulturprojekt, sondern geht uns alle etwas an."

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Artikel Edmund Brandner 02. März 2018 - 00:04 Uhr
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