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Mehr Sicherheit für Tourengeher dank Erfindung für die Hosentasche

Von Von Julia Langeneder, 03. März 2010, 00:04 Uhr
Mehr Sicherheit für Tourengeher dank Erfindung für die Hosentasche
Helmut Hadinger demonstriert seinen „Lawinenscout“. Bild: OÖN/Langeneder

ATZBACH. Fast eineinhalb Dutzend Menschen sind diesen Winter durch Lawinen ums Leben gekommen. Mit der Erfindung des Atzbacher Technikers Helmut Hadinger (53) wäre das vielleicht nicht passiert.

Er ist federleicht und passt gut in die Hosentasche: Der „Lawinenscout“ von Helmut Hadinger. Auf den Gedanken, ein solches Gerät zu entwickeln, kam der Atzbacher, weil er selbst leidenschaftlich gerne Skitouren geht.

„Ich hab‘ mir gedacht, es müsste etwas geben, das Bergsportler beim Einschätzen der Lawinengefahr unterstützt. Es gibt zwar Tabellen, wonach man bei Lawinenwarnstufe drei Hänge über 35 Grad meiden sollte, viele Faktoren bleiben aber unberücksichtigt.“ Der Scout bezieht neben der Hangneigung und der ausgerufenen Lawinenwarnstufe viele weitere Aspekte mit ein, die das Risiko erhöhen oder verringern. Parameter, wie mehr als 50 Zentimeter Neuschnee, frischer Triebschnee, Setzungsgeräusche oder Rinnen vergrößern die Gefahr. Faktoren, wie dichter Wald, „pistenartig“ verspurte oder abgeblasene Hänge sowie ein tragfähiger Harschdeckel minimieren sie. Ein Restrisiko bleibt immer. „Das Gerät soll Tourengehern mehr Sicherheit bringen, man ist aber stets auf eigene Gefahr unterwegs“, betont der Techniker. Auch bei Warnstufe zwei seien schon Lawinen abgegangen.

Hadinger: „Der Lawinenscout ist vor allem für Tourengeher gedacht, die über wenig Erfahrung verfügen, und soll erfahrene Tourengeher beziehungsweise Bergführer ersetzen.“

Im Vergleich zu im Handel erhältlichen Hangneigungsmessern ist der Lawinenscout „der einzige, der alle Risikofaktoren berücksichtigt“, sagt der Ingenieur nicht ohne Stolz. Erhältlich ist das Gerät über das Internet ( www.lawinenscout.at) zum Preis von 14,40 Euro plus 3,50 Euro Versandkosten. Die Kunden kommen aus Österreich, Norwegen, Deutschland, Belgien und der Schweiz.

„In der Zeitung liest man immer nur, welche Notfallausrüstung man dabei haben sollte und wie man im Fall einer Verschüttung gefunden wird. Am besten wäre es, wenn es gar nicht erst so weit kommt“, so der Tüftler, der noch mehr Ideen in der Schublade hat. Etwa die von ihm entwickelten Inlineskates mit schrägen Rädern und 25 Prozent weniger Rollwiderstand.

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