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Salzkammergut

Auf Altötting-Wallfahrt wurde Idee zur Gemeindefusion geboren

Von Gerhard Hüttner   05. Februar 2014 00:04 Uhr

Auf der Altötting-Wallfahrt wurde Idee zur Mondseer Gemeindefusion geboren
Basilika und Marktplatz – Zentrum für Mondsee oder bald darüber hinaus für das ganze Mondseeland?

MONDSEE. Eine Initiative für eine Gemeindefusion am Mondsee lässt beim Land das Sparpotenzial ausrechnen und lädt zum Informationsabend ein.

Eine Initiative rund um den Mondseer Unternehmer und VP-Gemeinderat Richard Kothmaier setzt sich für die Fusion der Mondseeland-Gemeinden ein. "Ich habe gespürt, dass in der Bevölkerung der Wunsch dafür da ist", sagt Kothmaier. Ziel der Zusammenlegung der vier Gemeinden wäre es, vor allem Geld zu sparen.

Auslöser war eine Diskussion während der Mondseer Wallfahrt nach Altötting. Abends haben die Pilger viel diskutiert. Dass jede der Gemeinden im Mondseeland ihre eigene Suppe koche, fand kein Verständnis. Da wurde die Idee geboren, eine Initiative für die Fusion der Gemeinden zu starten.

"Was unterm Strich an Einsparungen möglich ist, ist noch nicht bekannt", erklärt Kothmaier auf Anfrage der OÖNachrichten. Er rechnet damit, dass bis zur Informationsveranstaltung am 25. Februar das Ergebnis von der Gemeindeabteilung des Landes vorliegen werde. "Dann werden wirklich Fakten auf den Tisch gelegt, damit kann man dann Argumente der Gegner entkräftigen."

Eine Fusion der Gemeinden bringe natürlich nicht nur Vorteile mit sich, ist dem Befürworter klar. Andererseits arbeiteten die vier Gemeinden rund um den Mondsee ohnedies schon eng zusammen – vom Reinhaltungsverband bis zur Sturmwarnung am See. "Eine gemeinschaftliche Raumplanung hätte manche Probleme der Vergangenheit verhindert", blickt Kothmaier auf Fehler in der Raumordnung und einen sinnlosen Wettbewerb der Gemeinden bei Betriebsansiedlungen zurück.

"Die Stimmung in der Bevölkerung ist schwer einzuschätzen", traut sich Tiefgrabens Bürgermeister Matthias Reindl keine Prognose zu, wie jetzt eine Bürgerbefragung ausginge. Es sei wichtig, dass die Fakten auf den Tisch gelegt werden. "Das muss man sich sehr genau anschauen."

"In unserer Gemeinde herrscht eher eine negative Stimmung zu einer Großgemeinde Mondsee", glaubt Johannes Gaderer, VP-Ortschef von St. Lorenz. Wenn man die Selbstständigkeit aufgebe, gingen Identität und Ehrenamtlichkeit verloren, befürchtet er.

Der Mondseer VP-Vizebürgermeister Josef Wendtner hingegen ist überzeugt, dass eine Gemeindezusammenlegung Vorteile für jeden brächte. Man dürfe das aber nicht über die Köpfe der Bevölkerung tun.

Mehr zum Thema: Dreier-Verwaltung gibt es seit 1897

 

 

Zögerliche Stimmen aus den Mondsee-Landgemeinden

In der Steiermark wurden Gemeindefusionen mit harter Hand durchgezogen – in Oberösterreich ist das nicht der Fall. Dennoch müssen die Befürworter von Gemeindezusammenlegungen auch hierzulande gegen einen heftigen Gegenwind aus der Lokalpolitik kämpfen. Bereits bei den Grundsatzbeschlüssen, mit Mondsee eine Verwaltungsgemeinschaft einzugehen, gab es in den Mondsee-Landgemeinden Skeptiker und sogar Gegenstimmen in den Gemeinderäten.

"Ich glaube, dass durch eine Gemeindefusion die Identität und Ehrenamtlichkeit in der Gemeinde verloren gehen.“, Johannes Gaderer, VP-Bürgermeister St. Lorenz

"Kooperationen haben wir eh schon sehr viele. Was eine Gemeindezusammenlegung betrifft, sind noch sehr viele Fragenzeichen vorhanden.“, Matthias Reindl, VP-Bürgermeister von Tiefgraben

"Es macht Sinn, sachlich darüber zu diskutieren. Fusionieren kann man nicht von heute auf morgen.“, Josef Wendtner, Vizebürgermeister (VP), Mondsee

"Eine Verwaltungsgemeinschaft kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Was eine Fusion an Einsparung bringt, ist noch nicht bekannt.“, Richard Kothmaier, Unternehmer und VP-Gemeinderat aus Mondsee

 

Infoabend

Die Initiatoren für eine Gemeindefusion am Mondsee laden für 25. Februar, 19.30 Uhr, ins Schloss zu einer ersten Informationsveranstaltung ein. Dabei soll auch ein Verein gegründet werden.

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