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Oberösterreich

Oberösterreichs Erdbeerbauern bangen weiter um Erntehelfer

29. April 2020 00:04 Uhr

Oberösterreichs Erdbeerbauern bangen weiter um Erntehelfer
Drei Millionen Kilo Erdbeeren werden in Oberösterreich geerntet.

EFERDING. Nach wie vor ist unklar, ob Saisonarbeiter aus der Ukraine nach Österreich kommen dürfen.

Die ersten roten Früchte künden davon: Der Beginn der Erdbeerernte steht in Oberösterreich unmittelbar bevor. Ob die heimischen Erdbeerbauern dabei auf die bewährten Erntehelfer aus der Ukraine und dem Kosovo zurückgreifen können, ist allerdings immer noch nicht klar: Denn aufgrund der Coronakrise und dem damit verbundenen Landeverbot für Flugzeuge aus der Ukraine können diese nicht einreisen. Dem Vernehmen nach wird nun nach einer Lösung gesucht, die Erntehelfer mit dem Zug nach Österreich zu bringen. Details dazu könnte es in den nächsten Tagen geben.

Heimische Bauern klagen über fehlende Arbeitskräfte

Lokalaugenschein: Der Spargel reift auf den Feldern, die Ernte zeitgerecht einzufahren wird für viele Bauern aber ein Wettlauf gegen die Zeit

Hoffen auf 600 Ukrainer

Laut Stefan Hamedinger, Geschäftsführer des Obst- und Gemüsebauverbandes Oberösterreich, brauchen Oberösterreichs Erdbeerbauern sofort 600 ukrainische Helfer sowie 200 weitere aus dem Kosovo. Diese würden jahrelange Ernteerfahrung mitbringen. Die Hygiene- und Gesundheitsmaßnahmen zu deren Schutz würde man natürlich einhalten.

Freiwillige Helfer könnten einen Ausfall nicht ausgleichen, so Hamedinger: "Schon nach kurzer Zeit liegt der Ausfall bei den Freiwilligen bei 80 Prozent, und die Suche der Landwirte beginnt von vorne." Kleinere Betriebe könnten eventuell auf Verwandte als Helfer zurückgreifen. Große Betriebe würden aber Probleme bekommen: "Gibt es keine Sicherheit, dass die Helfer kommen, fangen viele gar nicht mit der Ernte an", sagt Hamedinger. Dann drohe die Ernte zu verfaulen.

Erdbeerland Oberösterreich

Das hätte auch gravierende Folgen für die Konsumenten: Denn von den sechs Millionen Kilogramm Erdbeeren, die jährlich in Österreich geerntet werden, stammt laut Hamedinger die Hälfte aus Oberösterreich. Rund 80 Prozent davon gehen in den Handel. Auf insgesamt 300 Hektar wird angebaut. 15 große Erdbeerbauern gibt es in unserem Bundesland. Dazu kommen noch viele kleinere. Der Mindestlohn für Erntehelfer liegt bei 1270 Euro brutto im Monat.

Die Zeit drängt aber nicht nur bei den Erdbeerbauern: "Es geht etwa auch um die Ernte von Salat, Radieschen und Rhabarber", sagt Hamedinger. Bekomme man nicht schnell Hilfe, werde es kaum oberösterreichisches Frischobst und -gemüse in den Regalen geben. Und im Sommer beginne die Gurkerlernte. (prel)

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