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Patron vieler afrikanischer Missionsstationen

31. Mai 2021 00:04 Uhr

Ludwig Mülleder
Ludwig Mülleder

Die Berge haben den Lebensweg von Ludwig Mülleder maßgeblich bestimmt.

Gerne machte er sich auf, um dort Ski- oder Klettertouren zu unternehmen. Bei einer dieser Touren lernte er die Lehrerin Maria aus Baumgartenberg kennen, die 1979 seine Frau wurde. Ein anderes Mal erfuhr er vom Wunsch eines Hüttenwirtes, mit einer Photovoltaikanlage elektrische Autonomie zu erreichen. Ludwig Mülleder, gelernter Elektrotechniker, war gern zur Stelle und verhalf dem Hüttenwirt zu seinem Ziel.

Nachhaltigkeit interessierte Ludwig Mülleder prinzipiell, und etliche andere Berghütten wurden zu photovoltaischen Nutznießern dieser Philosophie. Hauptberuflich arbeitete er im Industrie-Anlagenbau, später in leitender Funktion bei Sprecher & Schuh, bevor er 1997 mit seinem Freund Johann Hammerschmid eine Firma zum Bau von Sondermaschinen gründete.

Im allergrößten betrieblichen Stress erfuhr Mülleder von der Suche nach einem Techniker eines Spitalsprojektes in Tansania, jenem Spital, das der oberösterreichische Arzt und Missionar Herbert Watschinger aufgebaut hatte. Zwei Wochen nahm sich Mülleder Urlaub, um in Wasso nach dem Rechten zu sehen. Ambitioniert kehrte er zurück, um bald aber wieder Richtung Afrika zu starten. Diesmal animiert vom Waldviertler Schuherzeuger Heini Staudinger, peilte er das Spitalsprojekt der Tiroler Ärztin Maria Schiestl in Kenia an. "Nichts wegwerfen, möglichst vieles wiederverwerten", dieses Prinzip Mülleders konnte dort umgesetzt werden.

"Der Ludwig war äußerst umgänglich und bescheiden", beschreibt ihn Hans Haider von der Pfarre Bad Leonfelden. Oder Hermann Fleischanderl, ein langjähriger Freund: "Ludwig hat es sich selbst nicht leicht gemacht, aber auch nicht den anderen. Er war ohne jede Eitelkeit, herzlich und umsichtig. Zu sich selber war er streng, aber großzügig zu anderen."

Gerne blickte Mülleder über den Tellerrand, motiviert dazu wurde er durch sein Studium zahlloser Bücher. Die Basis für seine philosophische Ausprägung dürfte Mülleder im Stiftsgymnasium Wilhering gefunden haben, wo er maturierte, bevor er in Graz Elektrotechnik studierte.

Eigene Kinder blieben ihm und Maria versagt. Ihr Haus war jedoch offen für Flüchtlingskinder, von denen ihnen fünf ganz besonders ans Herz gewachsen waren: der Afrikaner Aboubacar, aber auch drei afghanische und ein syrischer Jugendlicher.

Die Diözese Linz würdigte das Wirken Mülleders mit dem Solidaritätspreis. Eine Magenblutung setzte Ludwig Mülleders Leben ein plötzliches Ende.

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