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Linz

Die Linzer Leihräder sind am Start

Von Julia Popovsky  12. März 2021 00:04 Uhr

Unterwegs mit dem Linzer Leihrad

LINZ. Seit gestern sind die ersten 200 Fahrräder des neuen Verleihs im Einsatz. Sie sollen Linzer motivieren, kurze Wege künftig mit dem Rad zurückzulegen.

Die Coronakrise und ihre Folgen machten die letzten Meter bis zur Startlinie etwas holprig, nun gibt es für die neuen Linzer Leihfahrräder endlich freie Fahrt. Mit einem Jahr Verspätung ging gestern die Eröffnung über die Bühne: Vorerst stehen den Nutzern 20 Stationen und 200 Leihgeräte, die mit dem OÖN-Logo versehen sind, zur Verfügung.

Bürgermeister Klaus Luger (SP) zeigte sich erfreut darüber, dass die Linzer nun "dieses klimafreundliche Fortbewegungsmittel nutzen können". Bis Mitte April sollen alle 40 Stationen mit insgesamt 400 Fahrrädern in Betrieb gehen. Sie sind auf den innerstädtischen Raum verteilt und in der Nähe von öffentlichen Verkehrsmitteln bzw. an stark frequentierten Plätzen, wie etwa am Hauptplatz, zu finden. Mit dem Ziel, die Menschen zu motivieren, kurze Wege in der Stadt künftig mit dem Leihfahrrad zurückzulegen.

Weiterer Ausbau möglich

Ein weiterer Ausbau sei durchaus vorstellbar, so Vizebürgermeister Markus Hein (FP): Klar sei aber bereits jetzt, dass es keine "Satelliten"-Standorte, die zu weit von der Innenstadt entfernt sind, geben soll. Besonders stolz ist Hein darauf, dass das Linzer Modell die Stadt nichts kostet, der Betrieb wird vorrangig über Werbeeinnahmen finanziert. Nicht nur die Räder selbst, sondern auch die Screens an den Stationen werden mit Werbung bespielt.

Betrieben wird der Verleih vom Gutenberg-Werbering, der dafür eigens die City Linz Bike GmbH gegründet hat. Deren Geschäftsführer Alfred Stadler will mit dem neuen Angebot nicht nur Linzer, sondern auch Touristen ansprechen. Die einfache Handhabung (mehr dazu rechts) sei da sicher von Vorteil, wie der Projektverantwortliche Wolfgang Grüllenberger sagt.

Die erste halbe Stunde des Fahrvergnügens pro Tag ist gratis, jede weitere Viertelstunde kostet einen Euro.

Während die Verantwortlichen auf diese Lösung stolz sind, gibt es von anderer Seite Kritik. Zwar begrüßten Grüne und ÖVP gestern den Start, fordern aber Nachbesserungen bei dem ihrer Einschätzung nach zu teuren Tarifsystem. Ähnlich sieht das Paul Weber von der Radlobby Linz. Generell ist Weber aber sehr glücklich darüber, dass der Radverleih nun mit so einer Dichte an Stationen angelaufen ist.

Unmut wurde gestern auch darüber geäußert, dass zum Teil öffentliche Radständer für jene des Verleihs entfernt werden mussten. Ersatzlos verschwinden werden sie aber nicht, sagt Hein: Geplant sei, die Radständer im Umfeld ihrer alten Standorte aufzustellen. Was die Preise angeht, verweist er auf die Erfahrung in anderen Städten. Die würden zeigen, "dass ein Großteil der Fahrten deutlich weniger als eine halbe Stunde dauert" – sie wären somit in Linz gratis.

Unterwegs mit dem Linzer Leihrad

Wer die Stadt mit einem der neuen Leihräder erkunden will, braucht ein Smartphone und die „nextbike“-App. Die Ausleihe wird mit dem Scan des QR-Codes des jeweiligen Leihgerätes gestartet, das Schloss wird automatisch entsperrt. Registrieren können sich Nutzer über die App oder die Homepage (www.citybikelinz.at). Beendet wird die Ausleihe durch das Versperren des Schlosses mittels Hebel, es gibt auch einen Parkmodus. Die Räder können nur an den Stationen und in deren unmittelbarem Umfeld zurückgegeben werden.

  • Die Räder warten mit zwei Handbremsen und einer 3-Gang-Schaltung auf. Dass die Klingel auf den ersten Blick fehlt, täuscht: Sie ist im Lenker integriert und kann mittels Drehen betätigt werden.
  • Jedes Fahrrad ist mit einem Transportkorb samt Bändersicherung ausgestattet, in dessen Auflagefläche ein Solarpanel eingebettet ist. Damit wird der Akku des Fahrrades geladen, der für die Aktivierung der Elektronik (Stichwort QR-Code scannen) nötig ist. Auch ein Blick in den Korb kann sich lohnen: Dort ist neben der Service-Nummer auch die Entleihanleitung zu finden.
  • Das Licht am Fahrrad (sowohl an der Vorder- als auch an der Hinterseite) geht automatisch an, sobald man in die Pedale tritt.
  • Der Sattel ist höhenverstellbar, um ein gutes Fahrerlebnis zu ermöglichen – er ist auch mit einer Diebstahlsicherung ausgestattet.
  • Unterhalb des Sattels ist das elektronische Schloss zu finden: Es entsperrt sich, sobald man den Verleihvorgang startet, automatisch. Am Ziel angekommen muss der Hebel händisch nach unten gedrückt werden, um die Ausleihe zu beenden – ein akustisches Signal ertönt, wenn die Sperre aktiv ist.
  • Auf der hinteren Abdeckung ist der Code des Leihgerätes zu finden: Dieser muss mit der App gescannt werden, bevor es losgehen kann.
  • Um das 20 Kilogramm schwere Fahrrad ordnungsgemäß abzustellen, gibt es natürlich auch einen Fahrradständer.

 

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