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Palatschinke mit Hakenkreuz aus Schokosauce "präsentiert": Haftstrafe

Von Thomas Streif, 24. März 2021, 19:54 Uhr
Palatschinke mit Hakenkreuz aus Schokosauce "präsentiert": Haftstrafe
Der Angeklagte musste sich am Montag im Landesgericht Ried wegen des Verbrechens der Wiederbetätigung verantworten. Bild: OÖN

SUBEN/RIED. Häftling wegen Wiederbetätigung zu 20 Monaten teilbedingter Haft verurteilt.

Mit einem Jausensackerl, gefüllt mit einer Banane, einem Brot und einer Mineralwasserflasche, in der Hand betritt der Angeklagte, in Begleitung von zwei Justizwachebeamten, den Schwurgerichtssaal im Landesgericht Ried. Der Ablauf einer Gerichtsverhandlung ist für den 30-jährigen Polen nichts Neues. Er hat mehrere Vorstrafen und sitzt in der Justizanstalt Suben eine fast acht Jahre lange Freiheitsstrafe, unter anderem wegen wiederholten schweren gewerbsmäßigen Diebstahls, ab.

In Ried muss er sich wegen des Verbrechens der Wiederbetätigung verantworten. Der Vorwurf ist ungewöhnlich: In den sozialen Netzwerken ist im August 2020 ein Foto des Beschuldigten aufgetaucht. Auf diesem hat er einen Teller mit mehreren Palatschinken in der Hand und lächelt in die Kamera. Auf der obersten Palatschinke wurde mit brauner Schokoladensauce ein großes Hakenkreuz "aufgemalt".

"Mein Mandant wird ein Tatsachengeständnis ablegen, aber er wollte sich in keiner Weise im nationalsozialistischen Sinne wiederbetätigen", sagt Verfahrenshelferin Tanja Baminger-Dvorak.

"Wir haben in Suben einmal pro Woche Palatschinken gemacht. Das hat mich sehr glücklich gemacht", sagt der Beschuldigte. Das Hakenkreuz habe nicht er aufgemalt und ein Nazi sei er gewiss nicht. Wer das Foto mit dem Handy gemacht habe, wisse er nicht mehr.

"Es wurden insgesamt 15 Fotos von den Palatschinken gemacht, diese wurden, was ich weiß, allesamt an mehrere Personen verschickt. Es gab mehrere Motive", sagt der Palatschinken-Koch zum vorsitzenden Richter Josef Lautner.

"Ich bereue das"

Das Hakenkreuz-Motiv habe keine Bedeutung für ihn gehabt, für die NS-Zeit habe er sich nie sonderlich interessiert. "Natürlich lehne ich die Dinge, die damals passiert sind, vehement ab. Ich bereue das", sagt der 30-Jährige. Eine Erklärung, warum er sich mit der "Hakenkreuz-Palatschinke" fotografieren ließ, hat er nicht. "Es war für mich ein normales Bild."

"Ich halte ihnen vor, dass sie sehr glücklich auf diesem Bild aussehen", sagt Richter Lautner. "Ich bin eine fröhliche Person. An diesem Tag haben wir gemeinsam Zeit verbracht, gekocht und Sport gemacht, ich war zufrieden", sagt der Angeklagte. Hitler sei ihm alles andere als sympathisch. Bedenken, dass das Foto weitergeschickt werden könnte, habe er nicht gehabt.

Ein großer Fehler, wie sich nach der Beratung der Geschworenen herausstellt: Fünf Laienrichter sprechen den Angeklagten schuldig, drei sind für einen Freispruch. Der 30-Jährige wird zu insgesamt 20 Monaten Haft verurteilt. Ein halbes Jahr wird unbedingt verhängt. Das heißt, der Beschuldigte wird ein paar Monate länger in der Justizanstalt Suben bleiben müssen. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

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Autor
Thomas Streif
Redaktion Innviertel
Thomas Streif
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11  Kommentare
11  Kommentare
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GunterKoeberl-Marthyn (18.005 Kommentare)
am 25.03.2021 17:45

Ich frage hier die Justiz in Suben, wie so ein Foto aus dem Gefängnis in die Öffentlichkeit kommen kann? Haben die Häftlinge dort Handys, wo sie ihr Netzwerk bedienen? Nun zahlen wir dafür aus unseren Steuergeldern auch noch eine verlängerte Haft, der Häftling kann nicht mehr auf den Boden kommen, auf ihn wird aufgetragen was nur geht, aber die Reden der österreichischen Politiker bei der AfD und bei den Corona Demos nehmen wird einfach hin. Die Justiz verliert vor lauter Gesetze den Hausverstand, Richtern gehört die Möglichkeit gegeben, Gesetze zur Prüfung beim Parlament zur Begutachtung zurückzugeben. Ich habe einen "Hungerstreik" vor dem LG Salzburg gewonnen, einen Präzedenzfall damit gesetzt, da ein Gesetz einen schweren Fehler in sich trug und die Richter die kommende Lawine schon sahen, aber nicht die Möglichkeit hatten, einen Lawinen Verbau einzuziehen. Nur 2 Meinungen der Laienrichter bleiben in der "Justiz Waage" über und die haben geschlafen, sie gehören ausgewechselt!

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diegedankensindfrei (1.700 Kommentare)
am 25.03.2021 08:31

Ein inhaftierter Pole, der eine Hakenkreuz-Palatschinke isst - das ist eine wahre Bedrohung für die Demokratie, der gehört lebenslang hinter Gitter.
Ein Bundeskanzler, der wesentliche bürgerliche Rechte abschafft und ständig die Verfassung bricht - kein Problem, dem jubeln die obrigkeitshörigen Massen zu.
So schaut Österreich aus im Jahr 2021.

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DonMartin (7.510 Kommentare)
am 25.03.2021 13:49

Dann kämpfe halt mit dem Kickl um das bürgerliche Recht, andere anzustecken.

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walterneu (4.715 Kommentare)
am 25.03.2021 17:39

Da ist schon was wahres dran.
Statt nur auf das Hakenkreuz zu schauen sollte man doch das Ganze betrachten

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susisorgenvoll (16.743 Kommentare)
am 25.03.2021 03:02

Auf so eine Idee muss man erst einmal kommen. Da kann ich nur den Kopf schütteln.

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Floh1982 (2.381 Kommentare)
am 24.03.2021 23:35

Ein einzelner Volldepp der ein Foto von Schokoladenpalatschinken mit Hakenkreuz ins Netz stellt, macht mir weniger Kopfzerbrechen als die Mitglieder einer Parlamentspartei, die gemeinsam mit dem Neonazi Gottfried Küssel demonstrieren gehen und behaupten es wäre für unsere "Freiheit".

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Emanzze (1.961 Kommentare)
am 24.03.2021 14:13

Da frage ich mich schon zurecht, wie das mit der Wiederbetätigung ist; wenn der Staatsfunk unter dem Deckmantel "Vergangenheitsbewältigung" grausige Hitlerfilme zur Aufbereitung zeigt, geht er straffrei aus, schreit jemand auf der Strasse Heil H . . . er kriegt er sofort Probleme.

Und übrigens . . . der NAZI Küssel, zuletzt gesehen bei Corona Demos, läuft immer noch frei herum, so gesehen betrachte ich diese künstlich echauffierte §§§§ - Apparatschick als ein Hohn gegen jene Leute, die NIE mehr an Holocaust erinnert werden wollen, weder medial - noch "PRINT `schick-!!!!!!

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Emanzze (1.961 Kommentare)
am 24.03.2021 14:15

. . . wer kann schon in Hirne jener schauen, die sich mit dieser Judikatur befassen . . . will ich gar nicht wissen . . . !

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926493 (3.101 Kommentare)
am 24.03.2021 21:45

Vergangenheitsbewältigung mit Schokosauce nimmt ihm keiner ab,
findet der Typ in der Gegenwart alleine aufs Klo? Eher nicht.

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adhoc (4.106 Kommentare)
am 24.03.2021 09:43

naja, seit´s nicht so kleinlich, beim Auftragen von der Schokosauce kann man schon einmal etwas verwackeln zwinkern

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walterneu (4.715 Kommentare)
am 24.03.2021 20:59

Moeglicherweise war erschwerend, dass die Sauce braun war oder hat er sie nur mit einem Ei gemacht?

20 Monate fuer einen Palatschinkenfehler.
Wenn er was ordentliches gekocht haette, haette er Lebenslang bekommen?

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