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Innviertel

Angriff auf Braunauer Kebaplokal? Vorbestrafte bestreiten Tat

Von Thomas Streif   28. Juli 2015 06:17 Uhr

Seit 8.45 Uhr läuft der Prozess im Landesgericht Ried

BRAUNAU/RIED. Staatsanwaltschaft glaubt, dass die Innviertler gewaltsam in das Lokal eindringen wollten.

Schwurgericht Ried, zwei Angeklagte nehmen vor Richter Josef Lautner Platz. Der dritte fehlt noch. "Er hatte Nachtschicht, er wird aber gleich kommen", sagt einer der Beschuldigten. Kurze Zeit später betritt der Mann mit zehnminütiger Verspätung den Gerichtssaal. Neu ist ihnen die Situation, sich vor Gericht verantworten zu müssen, nicht. Alle drei sind mehrfach vorbestraft, zwei saßen bereits im Gefängnis.

Diesmal werden den drei Innviertlern von Staatsanwältin Petra Stranzinger die Vergehen der Sachbeschädigung und des versuchten Hausfriedensbruchs vorgeworfen. Am 4. März 2015, kurz nach Mitternacht, sollen die Beschuldigten versucht haben, gewaltsam in einen Kebapstand in Braunau einzudringen. Außerdem sollen die drei Männer laut Anklage den türkischen Besitzern des Kebapstandes gedroht haben.

Haftentlassung gefeiert

"Wir haben meine Entlassung aus dem Gefängnis gefeiert. Als wir uns vor dem Lokal Zigaretten bei einem Automaten kaufen wollten, ist es zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen, vielleicht ist mir da auch das eine oder andere Wort herausgerutscht", sagt der 24-jährige Angeklagte, der wegen Wiederbetätigung im Gefängnis saß. Mehr sei aber nicht vorgefallen, sogar die Polizei habe schmunzeln müssen, so der Angeklagte. "Ausländerhass wäre aber nichts Neues für Sie und einen ihrer Mitangeklagten, der auch schon wegen Wiederbetätigung verurteilt worden ist", sagt Richter Josef Lautner.

Der Angesprochene bekennt sich zu den Vorwürfen ebenfalls nicht schuldig. Er habe sicher nicht gegen die Scheiben geschlagen oder jemanden bedroht. Die Zeugenaussagen, wonach die Männer gewaltsam mit Händen und Füßen gegen die Türe getreten hätten und "Macht die Türe auf, dann werdet ihr schon sehen, was wir mit euch machen", geschrien haben sollen, bestreiten die Angeklagten.

"Scheiß Ausländer" gebrüllt?

Außerdem haben Zeugen gegenüber der Polizei behauptet, dass die drei Angeklagten immer wieder "Scheiß Ausländer" gebrüllt haben sollen. "Die Schläge gegen die Scheibe haben sich wie eine Explosion angehört. Es ist mir wie eine Ewigkeit vorgekommen, bis die Polizei gekommen ist", zitiert der Richter eine Zeugenaussage. "So feiern Sie also eine Haft-Entlassung, das bringt es anscheinend", sagt Richter Lautner mit sarkastischem Unterton. "Ich habe damit sicher nichts zu tun und war auch nie bei diesem Kebapstand. Als ich aus dem Lokal gegenüber gekommen bin, habe ich die Polizei gesehen und das war es", rechtfertigt sich der 32-jährige Drittangeklagte.

"Sie sind aber auf zwei kurzen Videos, die von einer Zeugin vom Kebapstand aus gemacht wurden, zu sehen", hält ihm Richter Josef Lautner vor. "Nein, ich war nicht dort", wiederholt der Mann.

Da einige Zeugen nicht erschienen sind und auch noch Polizisten vernommen werden sollen, wurde der Prozess auf den Herbst vertagt.

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