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Die Pflege als Lehrberuf: Im Herbst starten die ersten "Pflegelehrlinge"

Von Philipp Fellinger, 22. April 2024, 17:30 Uhr
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Bild: VOLKER WEIHBOLD

LINZ. Drei- und vierjährige Ausbildung direkt nach dem Pflichtschulabschluss: Vorläufig nur an Standorten in Linz sowie Ried im Innkreis

Lange war sie in Planung und Gegenstand von hitzigen Diskussionen: die Pflegelehre. Ab Herbst sollen Jugendliche in Oberösterreich nach ihrem Pflichtschulabschluss, also bereits mit 15 Jahren, eine Lehre im Pflegebereich absolvieren können. Als viertes Bundesland nach Tirol, Vorarlberg und Niederösterreich schaffe man laut Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander (VP) „einen weiteren Zugang zur Pflege, um junge Menschen für den Berufsstand zu begeistern“.

Denn der Personalbedarf sei hoch: Bis 2040 werde sich die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Oberösterreich um 45 Prozent auf 107.000 erhöhen. Die Lehre umfasst dabei zwei Berufsbilder: einerseits die dreijährige Ausbildung zur Pflegeassistenz, zum anderen die vierjährige Lehre zum Pflegefachassistenten. Als „Pilotbetriebe“ dienen vorerst nur das Bezirksalten- und Pflegeheim Ried I sowie das Seniorenzentrum Linz Spallerhof. Die Theorieausbildung wird an der Berufsschule 1 in Linz in Kooperation mit der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege am Neuromed-Campus durchgeführt. Beginn des ersten zehnwöchigen Kursblocks ist am 13. November – bis zu 36 Plätze sind verfügbar.

Praktika und Grundgehalt

Die Pflegelehre sei in anderen Ländern wie etwa in der Schweiz bereits ein Erfolgsmodell, sagt Soziallandesrat Wolfgang Hattmannsdorfer (VP). Und auch in Österreich komme laut Umfragen für 76 Prozent der Jugendlichen eine Tätigkeit im Pflegebereich infrage. Wichtig sei, „dass man Jugendliche gleich nach der Pflichtschule abholen kann“ und sie nicht wie derzeit bis zum 17. Lebensjahr warten müssten. Neben einer Vergütung nach dem Kollektivvertrag für Sozial- und Gesundheitsberufe (905 Euro im ersten Lehrjahr) sind die Lehrlinge in ihrem Betrieb bereits fix angestellt. Im dritten Lehrjahr verdienen Lehrlinge ein Grundgehalt von 1368 Euro.

Um einen Überblick über den gesamten Pflegeberuf zu bekommen, müssen vier Praktika, zum Beispiel im Krankenhaus oder in der mobilen Pflege, absolviert werden. Als Projektpartner konnten etwa bereits die Volkshilfe und das Rote Kreuz gewonnen werden.

Kritik an der Pflegelehre gab es in der Vergangenheit immer wieder. So beanstandete etwa der Österreichische Gesundheits- und Krankenpflegeverband (ÖGKV), dass Jugendliche erst mit 17 Jahren am Patienten arbeiten dürften. Lehrlinge könnten dadurch „bestenfalls als Hilfskräfte“ eingesetzt werden. Zudem warnten unter anderem die Diakonie vor einer „Überforderung“ von Jugendlichen und bereits bestehendem Personal.

Entsprechend angepasst wurde der Lehrplan. Laut Jennifer Nieke, Direktorin der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege am Kepler-Uniklinikum, würde in den ersten beiden Lehrjahren der Fokus vor allem auf dem „Erlernen der Grundlagen im Umgang mit Menschen“ liegen. Dabei sei das „Wahrnehmen und Beobachten“ gefragt. „Medizinische Maßnahmen wie Blutabnehmen oder ein Verbandswechsel werden in einem Simulationszimmer an Puppen trainiert.“

Praxisanleiter in jedem Betrieb

Im dritten Lehrjahr, ab dem 17. Geburtstag, sei dann Arbeit am Patienten möglich. Im vierten Lehrjahr, also bei Pflegefachassistenten, liege der Schwerpunkt bei „erweiterten medizinischen und diagnostischen Maßnahmen“. Und auch die Betreuungsmodalitäten seien festgeschrieben worden. In jedem Lehrbetrieb werde es neben Prüfungen zur Ausbildungsqualität auch Praxisanleiter geben, die vom Regelbetrieb freigestellt würden und „maximal drei Auszubildende gleichzeitig betreuen werden“.

Pflegelehre in Zahlen

  • 36 Plätze für künftige Pflegeassistenten und Pflegefachassistenten gibt es ab Herbst an der Berufsschule 1 in Linz. Start des ersten Theorieblocks ist der 13. November.
  • 640 Praktikumsstunden müssen die „Pflegelehrlinge“ in den ersten drei Lehrjahren in vier verschiedenen Bereichen absolvieren. Dazu gehören die Pflege im Pflegeheim, im Krankenhaus, in den mobilen Diensten sowie in Heimen für Menschen mit Beeinträchtigung. Als Partner konnten bereits die Volkshilfe, das Rote Kreuz sowie das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern gewonnen werden.
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Autor
Philipp Fellinger
Redakteur Politik
Philipp Felllinger
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3  Kommentare
3  Kommentare
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MannerW (2.667 Kommentare)
am 23.04.2024 08:38

@better:
Der erste Satz von Ihnen hätte gereicht. Der Rest war wieder nur Anschuldigung.

Ich finde diese Form der Lehre sehr gut. 👍
Punkt!

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Astroherwig (121 Kommentare)
am 23.04.2024 09:56

schön für sie, wennsie das alles gut finden.
viele andere tun dasnicht.
punkt !

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betterthantherest (34.323 Kommentare)
am 22.04.2024 19:59

Grundsätzlich eine super Sache.

Allerdings ist der Bund noch immer die Ausbildungsrichtlinien schuldig.
Auch Lehrbehelfe gibts immer noch nicht.

Außerdem ist es Nonsens wenn die Lehrlinge in den ersten 1 1/2 Jahren defakto keinen Klientenkontakt haben dürfen.

Die Frage ist auch woher die Lehrlingsausbilder die Zeit für Lehrlinge hernehmen sollen.

Es gibt also noch viel zu tun.
Wieder einmal hat die türkis grüne Bundesregierungen nur Überschriften produziert.

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