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An diesem Wort erkennt man die Oberösterreicher, goi?

Von Judith Pointner, 22. Februar 2024, 10:30 Uhr
Goi Dialekt Oberösterreich
Blohappat ind Latschn hupfn – des is scho klass, goi? Bild: (Volker Weihbold)

LINZ. Unser liebster Dialekt-Ausdruck: Eine Hommage an drei Buchstaben, die sich nahezu universell einsetzen lassen.

Es ist kurz, es ist knackig, es kommt leicht über die Lippen, es entschärft Feststellungen, es bittet um Zustimmung und freut sich über Bestätigung, manchmal hat es einen liebevollen Nachklang. Und selbst dem, der es sich abgewöhnen will, dem entfleucht es immer mal wieder ganz ungewollt. Am Satzende, ganz selbstverständlich, so tief ist es in uns verwurzelt. Drei kleine Buchstaben sind es, die uns ganz offensichtlich als Oberösterreicher entlarven: Goi.

Anlässlich des Tags der Muttersprache am 21. Februar haben wir die OÖN-Leserinnen und Leser nach ihrem liebsten Dialekt-Wort gefragt. Eine Vielzahl von Zuschriften hat die OÖN-Redaktion erreicht, darunter Mundart-Klassiker ebenso wie wahre Perlen, die die Vielfalt unseres Dialekts widerspiegeln. Beispiele gefällig? Bittesehr: 

  • Zwidawurzn (schlecht gelaunte Person)
  • Oiwei drawig (immer in Eile)
  • vawoadagid (schief, verformt)
  • netta (nur)
  • Suam (Idiot)

Zwei Bedeutungen von "goi"

Mag der oberösterreichische Dialekt auch noch so facettenreich sein, ein Wort wurde öfter genannt, als alle anderen: Goi. Kein Wunder, denn kaum ein Satzanhängsel ist so typisch für Oberösterreich wie dieses kleine Wort. "An dem Wort erkennt man gleich, ob jemand aus Oberösterreich ist", sagte Stephan Gaisbauer vom Stifterhaus Linz kürzlich in der OÖN-Dialektkolumne. Andernorts wird es meist "gel(t)", "gal", "gel" oder "gält" ausgesprochen, woran sich die eigentliche Bedeutung ableiten lässt, nämlich "gelten" – "es soll gelten".

Das Wörtchen "goi" tritt in zwei, sich oft nur in Nuancen unterscheidenden Bedeutungen auf, nämlich …

    1. als Frage mit gleichzeitig erwarteter Zustimmung, beispielsweise "Du bist á derá Meinung, goi?"
    2. als "oder", zum Beispiel: "Er wohnt bei seiná Tánt, goi?"

Es lässt sich aber auch ganz alleinstehend verwenden, gerne auch in liebvoller Intonation, etwa wenn man mit Säuglinge im Arm wiegt oder das geliebte Haustier streichelt: "Jo goi". Übrigens, ist der Oberösterreicher mit seinem Gesprächspartner per Sie, dann empfiehlt sich ein Umstieg auf die Höflichkeitsform "goins". 

Wo das "goi" herkommt

Das englische Äquivalent zu "goi" ist übrigens die Phrase "isn’t it?". Das Wort "goi" stammt vom Althochdeutschen "geltan" ab – für vergelten, zahlen, geben, erstatten. Im eigentlichen Sinn ist eine Art Rückversicherung einer Abmachung damit gemeint – ob das, was ausgemacht ist, auch wirklich gilt. Da kann man sich ja nie ganz sicher sein, goi?

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Autorin
Judith Pointner
Redakteurin Online
Judith Pointner
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21  Kommentare
21  Kommentare
Neueste zuerst Älteste zuerst Beste Bewertung
NeujahrsUNgluecksschweinchen (26.200 Kommentare)
am 22.02.2024 21:40

Ist wohl fast so vielseitig wie "Oida" in der Jugendsprache.

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gw20566 (838 Kommentare)
am 23.02.2024 10:52

... darum sag ich goia, das beste aus allen welten. oida, ist genau genommen wienerisch und wurde von den rotzern "adaptiert". ein vernachlässigbarer wert ..., goia

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Hank2705 (716 Kommentare)
am 22.02.2024 21:03

Zum Dialekt-Quiz:
Könnte es sein, dass der Quizautor aus einer Region stammt, deren spezielles mundartliches Vokabular nur einer Minderheit bekannt ist, zum Beispiel aus dem Mühlviertel?
Eine Verallgemeinerung als "oberösterreichischer Dialekt" ist eigentlich nicht möglich. Wenn sich zwei ältere Personen aus Gosau und aus Sandl, die noch ihren örtlichen Dialekt sprechen, miteinander unterhalten, wird es zu Verständigungsschwierigkeiten kommen.

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Utopia (2.531 Kommentare)
am 22.02.2024 20:57

"Goi" heißt "gell", wird im süddeutschen und österreichischen Sprachraum verwendet.
"Vawogid" heißt verwackelt.
Idiot als Übersetzung für "Surm" klingt etwas zu hart.

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famos (1.060 Kommentare)
am 22.02.2024 23:29

Ja, ich verwende den Ausdruck "Suam" manchmal, das ist aber niemals böse, oder echt abfällig gemeint

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gw20566 (838 Kommentare)
am 23.02.2024 11:06

ich bin lieber ein idiot als eins surm. idiot kann man situationsbedingt temporär sein. ein surm ist und bleibt ein surm, goia.

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Waxes (574 Kommentare)
am 22.02.2024 20:29

Im Mühlviertel gibts kein goi, hier sagt man einfach 'gäh'.

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mariella123 (4 Kommentare)
am 23.02.2024 07:47

Doch, gibt's, im unteren Mühlviertel.

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gw20566 (838 Kommentare)
am 23.02.2024 11:02

na schau ...

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GunterKoeberl-Marthyn (17.945 Kommentare)
am 22.02.2024 15:23

"Goi" sagt man im inneren Salzkammergut, aber "Ge-i" sagt man in Gosau und so kann man sofort erkennen, aus welchem Tal man kommt!

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gw20566 (838 Kommentare)
am 23.02.2024 11:04

na schau, das ist erfreulich ..., goia

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RonaldWeinberger (182 Kommentare)
am 22.02.2024 13:46

Wea kennt vo Eich nu" DAS GROSSE RESL BUCH"? I hob de Ausgob von 1963.
Waun ma des lest hot ma wirkli a Mords Gaudi!

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NeujahrsUNgluecksschweinchen (26.200 Kommentare)
am 22.02.2024 21:39

Der NS-Freak ist zumindest als Straßenname tabu.

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fastnormal (53 Kommentare)
am 23.02.2024 10:59

wie ist das gemeint ?

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dobisam (896 Kommentare)
am 22.02.2024 12:08

Ein Goi, auch Goj geschrieben, ist ein Nichtjude! Die Bedeutung ist dabei abfällig gemeint. Eine Nichtjüdin wird Schickse genannt.

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AlfredMerkur (727 Kommentare)
am 22.02.2024 19:38

Und eine Goi, ist die Galle

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blendaxmax (3 Kommentare)
am 22.02.2024 11:31

Mundart oder Dialekt ist wahrscheinlich deswegen wieder ansteigend, weil Hochdeutsch für viele immer schwieriger wird. Was lernen die Schüler eigentlich im Deutsch-Unterricht?

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leser (2.219 Kommentare)
am 22.02.2024 12:21

Ich würde mich an Ihrer Stelle um eine Klassenführung bewerben.

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marboeck (164 Kommentare)
am 22.02.2024 14:56

Sprechen, schreiben, lesen… und das alles auch verstehen😅

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leser (2.219 Kommentare)
am 22.02.2024 11:28

Net goi - gåi !

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gw20566 (838 Kommentare)
am 23.02.2024 11:04

goia

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