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Wernher von Brauns große Pläne für den Raketenbau in Redl-Zipf

Von Alfons Krieglsteiner, 18. August 2011, 00:04 Uhr
Wernher von Brauns große Pläne für den Raketenbau in Redl-Zipf
Bei Kriegsende blieb vom Lager nur eine Brandruine. Bild: Archiv ARGE Schlier

REDL-ZIPF. In einem deutschen Archiv haben vier oberösterreichische Heimatforscher Umbaupläne für den ehemaligen Nazi- Rüstungsbetrieb „Vorwerk Schlier“ in Redl-Zipf entdeckt. Entworfen hat sie Hitlers Raketen-Konstrukteur Wernher von Braun.

„Das ist insofern eine Überraschung, als sich Wernher von Braun als Technischer Direktor der Heeresversuchsanstalt Peenemünde sonst nie um Baumaßnahmen bei Rüstungsbetrieben gekümmert hat“, sagt Willy Ottinger (51) von der ARGE Schlier, einer aus zehn Mitgliedern bestehenden Gruppe von Heimatforschern, die in deutschen und US-amerikanischen Archiven nach Original-Dokumenten über das ehemalige KZ-Nebenlager Redl-Zipf stöbern, Zeitzeugen befragen und einmal im Jahr Interessierte durch die berüchtigten Stollen führen, in denen 267 Häftlinge ihr Leben ließen.

Das Dokument vom 31. August 1944 hatte Von Braun in Karlshagen auf der Ostseeinsel Usedom verfasst. Es enthält eine von ihm unterzeichnete Aktennotiz, in der er genaue Anweisungen für den Ausbau des Prüfstandes für die Raketentriebwerke in Zipf erteilt. Unter Aufsicht des SS-Baustabes wurden die Pläne dann von einem „Architekturbüro Fiebinger“ ausgeführt, das Baupersonal stellten Zivilarbeiter und KZ-Häftlinge.

Von Braun reagierte damit auf eine schwere Explosion auf dem Zipfer Prüfstand am 29. August 1944. „Mein Vater lebte damals in Frankenburg, er hat mir erzählt, dass er die Explosion noch von dort aus beobachten konnte“, berichtet Ottinger. Ausströmende Dämpfe von reinem Sauerstoff und Alkohol hatten sich vermischt und waren im Bunker der Prüfstelle hochgegangen. 28 Techniker kamen ums Leben, darunter die 20-jährige Ilse Oberth. Sie war die Tochter des Raketenpioniers Hermann Oberth, mit dem Von Braun eine enge Freundschaft verband. „Für Von Braun war das offenbar der Anlass, sich persönlich um die Erhöhung der Sicherheitsmaßnahmen im ‚Vorwerk Schlier‘’ zu kümmern“, sagt Ottinger.

 

In den Todesstollen der Nazis

1943 wurde das „Vorwerk Schlier“ als Teil der Untertage-Verlagerung der deutschen Raketenproduktion nahe der heutigen Brauerei Zipf angelegt. Hier wurden Raketentriebwerke getestet, in Stollen wurde flüssiger Sauerstoff hergestellt. Im angeschlossenen KZ-Nebenlager mussten 2300 Häftlinge die Ausschachtungsarbeiten durchführen. 267 starben, Hunderte wurden später in Hartheim und Ebensee ermordet.

 

Zur Person

Als Technischer Direktor der Heeresversuchsanstalt Peenemünde leitete der 1912 geborene Raketentechniker von 1937 bis 1945 die Entwicklung der flüssigkeitsgetriebenen Großrakete V2. Nach dem Krieg schloss er sich der US-Weltraumbehörde NASA an. 1960 wurde er Direktor des Marshall Flight Centers in Alabama und konstruierte die Saturn-V-Trägerrakete, die die ersten Menschen zum Mond brachte. Er starb 1977.


 

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15  Kommentare
15  Kommentare
Neueste zuerst Älteste zuerst Beste Bewertung
durruti (471 Kommentare)
am 19.08.2011 08:16

Habe mir Mauthausen, Ebensee, Auschwitz angesehen. Beeindruckend. Braun war Nazi.

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Ameise (45.683 Kommentare)
am 18.08.2011 22:04

Ich hab mir Peenemünde angesehen.Beeindruckend.Braun war ein genialer Mensch...

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kleinemaus (2.531 Kommentare)
am 18.08.2011 11:20

war und ist genial. Und noch heute in verbesserter From in Verwendung.

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feuerkogel (6.578 Kommentare)
am 18.08.2011 11:25

...das MG 42 ist bis heute noch immer das beste maschinengewehr.

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wilderer (3.053 Kommentare)
am 18.08.2011 09:51

...die Deutschen Wissenschafter nicht gehabt, sie stünden immer noch mit Feuerwerkskörpern auf der Erde, Hiroshima und Nagasaki wären mit ein paar Bombentreffern davongekommen und Kolbenmotoren wären das Mittel um ihre Flieger in die Luft zu bringen!

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feuerkogel (6.578 Kommentare)
am 18.08.2011 10:05

...nach kriegsende haben die AMIS hunderte deutsche und österreichische patente gestohlen.

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am 18.08.2011 09:26

Nichts "Großes" aber außergewöhnlich. Wenn sich einder der Hauptakteure des mörderischen Aggregat4-Programmes sich mit einer solchen "Kleinigkeit" beschäftigt ist das sicher eine außergewöhnliche Entdeckung! Noch dazu wenn das "Objekt 10"
wie der Triebwerksprüfstand genau bezeichnet heißt noch existiert, als einziger Weltweit! Somit geht der Bau in der noch erhaltenen Ausführung direkt auf Wernher von Braun zurück. Meiner Meinung nach eine kleine Sensation. (Seine Umbaupläne forderten einige der nachweislichen 267 Opfern in Zipf!)

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am 18.08.2011 07:19

ein begnadeter Visionär der die Landung eines Menschen auf dem Mond erst ermöglichte!

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bernhardb. (1.697 Kommentare)
am 18.08.2011 09:22

Richtig. Aber leider auch der "Möglichmacher" von A4, V2, Atombombe. Ich denke diese Waffen haben mehr geschadet, als die Mondlandung genutzt hat.

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am 18.08.2011 10:12

Werner von Braun hatte nichts mit der Atombombe zu tun. Und V2 war nur der Propagandaname für die A4. Es bleibt ein und dieselbe Rakete

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Harbachoed-Karl (17.883 Kommentare)
am 18.08.2011 03:38

hast gemeint, drei zusammengeklebte A0?

Wenn er in einer Aktennotiz schreibt, das Ding müßte 20m x 8m groß sein und nicht 4mx3m wie vielleicht gehabt, sinds wahrscheinlich irgendwie „große Plane“…

cu!

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oeggoe (17.926 Kommentare)
am 18.08.2011 02:44

Was sind das für "große Pläne" wenn jemand einen Prüfstand neu plant, weils den Alten zerrissen hat!!

Wo sind die "großen Pläne"?????

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am 18.08.2011 09:01

Nichts "großes" aber außergewöhnlich. Wenn sich einder der Hauptakteure des Aggregat4-Programmes sich mit einer solchen "Kleinigkeit" beschäftigt ist das sicher eine außergewöhnliche Entdeckung! Noch dazu wenn das "Objekt 10"
wie der Triebwerksprüfstand genau bezeichnet heißt noch existiert, als einziger Weltweit! Somit geht der Bau in der noch erhaltenen Ausführung direkt auf Wernher von Braun zurück.
Meiner Meinung nach eine kleine Sensation.

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am 18.08.2011 09:02

Nichts "großes" aber außergewöhnlich. Wenn sich einder der Hauptakteure des Aggregat4-Programmes sich mit einer solchen "Kleinigkeit" beschäftigt ist das sicher eine außergewöhnliche Entdeckung! Noch dazu wenn das "Objekt 10"
wie der Triebwerksprüfstand genau bezeichnet heißt noch existiert, als einziger Weltweit! Somit geht der Bau in der noch erhaltenen Ausführung direkt auf Wernher von Braun zurück.
Meiner Meinung nach eine kleine Sensation.

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am 18.08.2011 09:02

Nichts "großes" aber außergewöhnlich. Wenn sich einder der Hauptakteure des Aggregat4-Programmes sich mit einer solchen "Kleinigkeit" beschäftigt ist das sicher eine außergewöhnliche Entdeckung! Noch dazu wenn das "Objekt 10"
wie der Triebwerksprüfstand genau bezeichnet heißt noch existiert, als einziger Weltweit! Somit geht der Bau in der noch erhaltenen Ausführung direkt auf Wernher von Braun zurück.
Meiner Meinung nach eine kleine Sensation.

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