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Oberösterreich

"Weihnachten ist, wenn alle zu essen haben"

LINZ. Besuch aus Tansania, das zu den ärmsten Ländern der Welt zählt

"Weihnachten ist, wenn alle zu essen haben"

Franz Hehenberger von Sei-so-frei mit Saria Amillen Anderson und Tochter Neema vor der Stille-Nacht-Kapelle Bild:

Hoffnung. Wenn Saria Amillen Anderson über das Weihnachtsfest spricht, nimmt sie immer wieder dieses Wort in den Mund. Saria arbeitet für "Sei-so-frei" in Tansania. Bei einem Besuch in Oberösterreich erzählte sie den OÖNachrichrichten von ihrer Heimat. Vom Regen, der so lange ausblieb. Vom Hunger, den die Leute haben. Von ihrer Arbeit in dem ostafrikanischen Staat, der zu den ärmsten Ländern der Welt zählt. Von Weihnachten und wie das Fest der Liebe bei ihr zuhause gefeiert wird.

Seit dem Jahr 2000 ist Franz Hehenberger aus St. Peter am Wimberg mit der Organisation "Sei-so- frei", die entwicklungspolitische Organisation der Katholischen Männerbewegung, in der Mara-Region tätig. Saria ist sein verlängerter Arm in dem rund 21.000 Quadratkilometer großen Gebiet nahe des Victoriasees. Zehn Tage lang war Saria nun mit ihrer 19-jährigen Tochter Neema in Österreich. Mit Hehenberger fuhr sie zur Stille-Nacht-Kapelle in Oberndorf und zum Christkindl-Markt in St. Wolfgang. "Alles ist beleuchtet, alles ist so schön. Und das schon so lange vor Weihnachten", erzählt Saria. Und dass die Menschen bei ihr zuhause ganz andere Sorgen haben. Dürre macht der Mara-Region zu schaffen, so hat es von März 2016 bis zum April 2018 nicht geregnet. Umso wichtiger ist es, dass Sei-so-frei hilft, Tiefbohrbrunnen und Regenwassertanks zu errichten – damit die Frauen aus den Dörfern nicht kilometerweit zu Tümpeln gehen müssen, um Wasser zu holen. Außerdem wird den Menschen beigebracht, ihr Saatgut zu vermehren und richtig zu säen. "Uns ist es wichtig, dass wir gemeinsam mit den Menschen den Lebensraum gestalten. Wir zeigen ihnen den Weg, gehen müssen sie ihn selbst", sagt Hehenberger. Tausende Kleinbauern kommen so ohne Hilfe von außen zurecht – selbst in Notsituationen. Auch weil in vielen Bereichen die Wiederaufforstung gelungen ist.

Gefeiert wird am 25. Dezember

Das ändert nichts daran, dass die Bewohner der Region Mara täglich ums Überleben kämpfen. So erzählt Saria vom kommenden Fest: "Weihnachten ist, wenn alle zu essen haben." Meist gibt es speziellen Reis mit Gewürzen, selten Fleisch. Die ganze Familie kommt in den einfachen Hütten zusammen, um zu feiern. Die einen mit Christbaum, andere ohne. Und zwar, anders als bei uns, am 25. Dezember. "Die Leute treffen sich schon um sieben Uhr in der Früh." Ein Höhepunkt sei der gemeinsame Besuch des Gottesdienstes. Wieder dreht sich alles um das Wort "Hoffnung, dass Schmerzen und Schwierigkeiten verschwinden." Gesungen wird natürlich auch. Das Lied "Stille Nacht, heilige Nacht" ist vielen ein Begriff. Und am Ende fällt man sich in die Arme und wünscht sich ein "Heri Ya Krismasi". Das ist Suaheli und bedeutet: "Frohe Weihnachten." (viel)

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Artikel 21. Dezember 2018 - 00:04 Uhr
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