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Oberösterreich

Tunneleinsturz: Landwirt fürchtet um Sicherheit

Von Alfons Krieglsteiner   28. November 2014 00:04 Uhr

Tunneleinsturz: "Wenn ich da mit dem Traktor fahre, wäre ich weg gewesen"
Das acht mal acht Meter große Loch auf der Pferdekoppel in Edt wurde mittlerweile zugeschüttet.

LAMBACH/LINZ. "Wenn ich da mit dem Traktor gefahren wäre, wäre ich weg gewesen", sagt der Besitzer jenes Grundstücks, auf dem nach einem Malheur bei Bauarbeiten ein Tunnel eingestürzt ist.

Acht Meter breit und bis zu acht Meter tief war das Loch, das sich vergangenen Freitag gegen 4 Uhr früh plötzlich auf einer Pferdekoppel in Hagenberg, einem Ortsteil von Edt bei Lambach, aufgetan hat. Auf einer Länge von 150 Metern unter der Erde wird hier der Straßentunnel für die Umfahrung Lambach in den weichen, zerklüfteten Schlier getrieben. "In dem Bereich befinden wir uns in einer geologisch heiklen Zone", heißt es aus dem Büro von Straßenbaureferent LH-Stv. Franz Hiesl (ÖVP). An einer Stelle, an der die Bohrung dicht an die Oberfläche reicht, gab der Boden am Freitag nach und stürzte ein.

Bohrungen wurden verlangsamt

Eine halbe Stunde später läutete es an der Tür des Grundbesitzers: "Ein Arbeiter der Baufirma hat mir berichtet, dass die beiden vordersten Ringschwellen, die den Deckenfirst stützen, nachgegeben haben und in die Erde gedrückt wurden." Er habe sich nur gedacht: "Zum Glück ist es nicht zu einer Zeit passiert ist, wo ich gerade mit dem Traktor Dünger ausbringe – wenn ich da in dem Loch versinke, bin ich weg." Nach wie vor habe er ein ungutes Gefühl, auch wenn die Baufirma in einer "Horuck-Aktion" das Loch sofort zugeschüttet habe: "Die haben Tag und Nacht gewerkt, dann wurden rundherum Pfosten mit Sensoren angebracht, die weitere Erdbewegungen sofort melden."

Am 14. August haben die Bauarbeiten an dem 912 Meter langen Straßentunnel begonnen. 2016 soll er fertig sein. 65.000 Kubikmeter Erdmaterial werden bis dahin vom 35 Tonnen schweren Tunnelbagger herausgebrochen und auf einer Deponie gelagert. "50 Kubikmeter sind am Freitag heruntergekommen", heißt es aus dem Büro des Straßenbaureferenten. Das sind acht Lkw-Fuhren. Sechs Arbeiter hätten sich zu dem Zeitpunkt im Tunnel aufgehalten, "sie standen aber nicht in unmittelbarer Nähe, niemand ist zu Schaden gekommen, auch die Baumaschinen sind heil geblieben".

Der Vortrieb läuft seither im reduzierten Tempo und "stückerlweise". Statt bisher 1,5 Meter pro Tag sind es nur noch 1,3 Meter – damit für die Absicherungsmaßnahmen genug Zeit bleibt. Es bestehe keine Gefahr, "dass noch einmal etwas herunterbrechen könnte", lautet die amtliche Auskunft. 40 Quadratmeter misst derzeit der Querschnitt der Tunnelröhre, im Endausbau werden es 70 Quadratmeter sein. Für die Pferde auf seiner Koppel sieht der betroffene Grundbesitzer, der anonym bleiben möchte, dann schwere Zeiten voraus: "Weil sie auf Bodenerschütterungen durch den unterirdisch verlaufenden Straßenverkehr sensibel reagieren." 7000 Euro Abfertigung habe er vom Land bekommen: "Das war lächerlich wenig, aber sonst wäre die Enteignung im Raum gestanden."

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