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Oberösterreich

Taucher starb nach Notaufstieg im Attersee

Von nachrichten.at/kloib/jup   17. Mai 2014 16:44 Uhr

Taucher Tauchen
(Symbolbild)

SEEFELD/Attersee. Zweiter tödlicher Tauchunfall binnen einer Woche im Attersee: Ein 62-Jähriger ist bei einem Tauchgang am Samstag tödlich verunglückt.

Der 62-jähriger Münchner war am Samstag um 11 Uhr 30 vom Tauchplatz "Föttinger" in Seefeld am Attersee (Bezirk Vöcklabruck) mit seinem 61-jährigen Kameraden ins Wasser gestiegen. Der Jüngere musste wegen Komplikationen schon nach zehn Metern kehrt machen, sein Kollege tauchte alleine weiter. 

Jede Hilfe kam zu spät

In einer Tiefe von rund 47 Metern bekam auch der 62-Jährige Probleme und musste einen Notaufstieg durchführen. Er schaffte es an die Wasseroberfläche, wo er noch um Hilfe rief, ehe er bewusstlos zusammenbrach. Andere Taucher zogen den Münchner ans Ufer und versuchten ihn zu reanimieren - ohne Erfolg. Auch die Teams der Rettung Unterach und des Notarzthubschraubers C6 konnten den Mann nicht mehr retten, er verstarb noch vor Ort. 

"Regelrecht hochgeschossen"

„Ich bin gerade dazugekommen, wie der Notarzt die Wiederbelebung durchgeführt hat. Eine halbe Stunde lang haben die Rettungskräfte versucht, den Mann wiederzubeleben. Aber dann mussten sie aufgeben. Es war zu spät…“, sagte der Betreiber des Ausbildungszentrums Attersee, Hermann Kadasch, am Samstag zu den OÖNachrichten. Der Tauchcomputer habe gezeigt, dass der 62-Jährige, der mit einer Gruppe aus Regensburg unterwegs war, regelrecht "hochgeschossen" ist. 

kadasch Hermann Tauchbasis

Hermann Kadasch

Hat sich 62-Jähriger übernommen?

Die genaue Todesursache stand am Samstag noch nicht fest. Kadasch nimmt an, dass sich der Münchner übernommen hat: „Stellen Sie sich vor, die Taucher sind ein paar Stunden auf der Autobahn unterwegs, kommen an den Attersee, stellen das Auto ab – und rein geht´s ins Wasser. Das ist leider oft der Fall. Da kann es natürlich leichter passieren, dass ein Taucher sehr schnell in eine Art Rausch gerät.“

Die Ursache für die meisten Unfälle sei laut Kadasch schlichtweg Selbstüberschätzung: "Mit zunehmender Tiefe verlieren manche dann den Überblick über die Situation und können die Probleme nicht mehr austarieren. Viele sind auch überbleit.“ Auch für erfahrene Taucher seien Tiefen von mehr als 40 Metern riskant: "Das ist, wie wenn du mit 200 km/h auf der Autobahn fährst.", so Kadasch. 

Zweiter Unfall binnen einer Woche

Es war der zweite tödliche Tauchunfall in diesem Jahr in Oberösterreich: Vor sechs Tagen ist ebenfalls im Attersee ein 26-jähriger Tauchschüler aus Deutschland ums Leben gekommen, weil er in 30 Metern Tiefe in Panik geraten war. Der Tauchlehrer konnte den jungen Studenten nicht mehr retten - nachrichten.at berichtete

 

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