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Ritterorden liefert Olivenöl für Linzer Chrisam-Messe

Von René Laglstorfer, 29. März 2018, 00:04 Uhr
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Bildergalerie Chrisam-Messe im Neuen Dom in Linz
Bild: Schwarzl

LINZ/TAYBEH. Vertreter aus allen Pfarren trafen sich gestern im Linzer Mariendom, um das neue Chrisamöl aus Palästina abzuholen.

Die zentrale Bedeutung des Linzer Mariendoms für ganz Oberösterreich wurde gestern besonders deutlich: Traditionell am Mittwoch in der Karwoche sind alle Priester der 487 Pfarren Oberösterreichs eingeladen, in der Linzer Kathedrale die Chrisam-Messe zu feiern.

Dabei weihte Bischof Manfred Scheuer vor rund 400 Besuchern drei in Tüchern gehüllte Kessel mit insgesamt 45 Liter Olivenöl aus dem Heiligen Land, indem er ein Segensgebet sprach und dickflüssiges Harz aus Balsampflanzen einrührte. Die daraus entstandenen heiligen Öle wurden von den knapp 40 Dechanten an alle Pfarren Oberösterreichs verteilt. Dort kommen sie heute, am Gründonnerstag, bei der Abendmahlmesse erstmals zum Einsatz. Ein Jahr lang werden dann Täuflinge, Firmlinge, Kranke sowie auch neue Priester, Kirchen, Altäre, Glocken und Kelche mit diesen heiligen Ölen gesalbt.

Ritterorden vom Heiligen Grab

"Wozu diese Verschwendung?", fragten schon vor 2000 Jahren Menschen aus der Umgebung von Jesus Christus, als ihm eine Frau "kostbares Öl" über das Haar goss. Heute wird das Chrisam-, Kranken- und Tauföl sehr sparsam verwendet: "Bei Salbungen tauche ich den Daumen nur ein klein wenig ein. Aber die Menschen spüren es, wenn ich sie mit Chrisam- oder Krankenöl salbe", sagt Maximilian Strasser, seit knapp 20 Jahren Dompfarrer in Linz.

Chrisam bedeutet Salbe und stammt aus dem Altgriechischen – auch das Wort "Christus" ist davon abgeleitet und steht für "der Gesalbte". "In der Antike wurde Olivenöl als Heilmittel verwendet", sagt Strasser. Das Chrisamöl erinnert auch an die Verbundenheit aller Getauften mit Christus. Darüber hinaus erneuerten die etwa 100 anwesenden Priester das Versprechen, das sie dem Bischof bei ihrer Weihe gaben. "Nämlich das Evangelium zu verbreiten und nicht die Armen zu übersehen", sagt der Dompfarrer Strasser, der nach der Chrisam-Messe Öl "ausschenkte".

Besonders ist auch die Herkunft des Chrisamöls: Der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem baut in der palästinensischen Stadt Taybeh Oliven an und presst sie zu Öl, das nach Linz geliefert wurde. "Damit greifen wir palästinensischen Christen im Westjordanland wirtschaftlich unter die Arme", sagt Strasser.

 

Spenden für den Linzer Dom

Die Sanierung des Linzer Doms erfolgt mit Mitteln der Diözese. An den Kosten beteiligen sich auch das Land Oberösterreich und die Stadt Linz. Zusätzlich sind aber auch private Spenden nötig. Darum kümmert sich die Initiative "Pro Mariendom", die von den OÖN unterstützt wird.

Wer für die Sanierung und den Erhalt des Linzer Mariendoms – einem oberösterreichischen Wahrzeichen – spenden und den Betrag steuerlich absetzen möchte, kann direkt an das Bundesdenkmalamt (AT07 0100 0000 0503 1050) überweisen. In die vier Zeilen des Verwendungszwecks einfach den Vor- und Nachnamen, das Geburtsdatum, den Aktionscode 34 (damit die Spende richtig zugeordnet werden kann) und die Adresse eintragen.

 

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1  Kommentar
1  Kommentar
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Sturzflug (6.545 Kommentare)
am 29.03.2018 11:17

Bier aus der palestinensischen Brauerei in Taybeh wäre mir lieber.
Nach deutschem Reinheitsgebot gebraut.

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