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Oberösterreich

Innviertler verstümmelte sich selbst - Türke büßte dafür vor dem Richter

Von Von Max Hofer   10. August 2010 00:04 Uhr

Fleischklopfer
Fleischklopfer

BRAUNAU. Ein 18-jähriger Braunauer hat offenbar einem Türken ganz übel mitgespielt. Der Innviertler schlug sich absichtlich mit einem Fleischklopfer auf die Hand und verletzte sich dabei schwer. Dann zeigte er den unschuldigen Türken an, der dafür verurteilt wurde und angeblich sogar Schmerzensgeld zahlen musste.

Die böse Inszenierung liegt eine Weile zurück, was an ihrer Brisanz nichts ändert. Die Bombe platzte, als ein Braunauer jetzt in Verdacht geriet, rechtsradikales Gedankengut via Facebook und Internet verbreitet zu haben. Bei ihren Ermittlungen stellte die Polizei ein Handy sicher, dessen Auswertung Folgenschweres ans Tageslicht brachte.

Auf dem Handy ist eine Videoaufnahme zu sehen, auf der sich der 18-Jährige – einer von insgesamt vier ins Fadenkreuz geratenen Männern – mit einem Fleischklopfer selbst mit großer Wucht auf die rechte Hand schlägt.

Der Verletzte war damals offenbar unverzüglich ins Krankenhaus gegangen, wo er sich seine ramponierte Hand behandeln ließ. Der mutmaßliche Neo-Nazi gab damals allem Anschein nach an, von einem Türken misshandelt worden zu sein. Gleichlautendes sagte der Innviertler offenbar auch bei der Polizei in Braunau aus. Ein ihm namentlich bekannter Türke habe ihn bei einer Rauferei so zugerichtet.

Für den 38-jährigen Nicht-EU-Bürger hatte das ernste Konsequenzen. Er kam vor den Kadi und wurde am Bezirksgericht Braunau wegen Körperverletzung verurteilt. Zudem musste er offenbar auch noch Schmerzensgeld an den mutmaßlichen Selbstverstümmler zahlen. Der Anwalt des Türken hat inzwischen einen Wiederaufnahmeantrag bei Gericht gestellt.

Für den Kumpel des 18-Jährigen, der den Türken offenbar zu Unrecht beschuldigt hatte, wird es im Nachhinein wahrscheinlich auch knüppeldick kommen. Er soll das Fleischklopfer-Video mit seinem Handy gemacht, es aber unterlassen haben, die Behörden über den wahren Sachverhalt zu verständigen.

Nach Lage der Dinge haben sich die beiden mutmaßlichen Neo-Nazis und zwei weitere ihrer Kumpanen – für alle vier gilt die Unschuldsvermutung – auch auf einem anderen Gebiet sehr unschön und brutal hervorgetan. Der 18-Jährige soll eine Katze aufs Schlimmste gequält und deren Besitzerin bedroht haben.

Ein weiterer aus dem Quartett misshandelte offenbar einen Singvogel und wieder ein anderer soll eine Zuchtmaus aus Spaß in einen Topf geworfen und bei lebendigem Leib gekocht haben.

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